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Trotz Abstürzen: Boeing 737 Max weiter Option für Lufthansa

Die Lufthansa denkt über die Anschaffung mehrerer Maschinen des Typs Boeing 737 Max nach.

Die Lufthansa denkt über die Anschaffung mehrerer Maschinen des Typs Boeing 737 Max nach.

Foto: Ted S. Warren / dpa

Abstürze mit Boeing-Maschinen vom Typ 737 Max haben das Image der Marke beschädigt. Doch die Lufthansa denkt weiter an die Anschaffung.

Frankfurt.  Sowohl vor Indonesien wie auch in Äthiopien sind zwei Boeing 737 Max abgestürzt – beide Flugzeuge waren nur wenige Wochen alt. Die deutsche Fluglinie Lufthansa scheint dennoch Vertrauen in das Flugzeug und die Marke Boeing zu haben. Bei einem neuen Großauftrag könnte auch die 737 Max angeschafft werden.

„Wir haben unser Vertrauen in Boeing nicht verloren“, sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr bei einem Pressegespräch in New York am Dienstag (Ortszeit). Der US-Flugzeughersteller werde das derzeitige Problem in den Griff bekommen. Im kommenden Jahr wolle die Lufthansa über den Kauf einer dreistelligen Anzahl von Kurzstreckenfliegern entscheiden.

Neben der 737 Max von Boeing könnten auch Maschinen der Typen A320neo oder A220 von Airbus angeschafft werden. Auch Embrauer-Modelle haben noch die Aussicht für die Lufthansa zu fliegen. Die neuen Flugzeuge sollen als Ersatz für dann ausgemusterte A319 und Bombardier CRJ dienen.

Die Lufthansa hat bisher keine 737 MAX 8 im Einsatz. Ein solches noch neues Boeing-Modell von Ethiopian Airlines war am 10. März wenige Minuten nach dem Start abgestürzt. Im Oktober war eine 737 der indonesischen Lion Air ebenfalls kurz nach dem Abflug ins Meer gestürzt. Eine Boeing 737 Max 8 musste in den USA wegen Triebwerksproblemen zudem notlanden.

346 Menschen starben bei Abstürzen von 737 Max in Äthiopien und Indonesien

Bei den beiden Flugzeugkatastrophen starben 346 Menschen. Die Ursachen sind noch nicht aufgeklärt. Aber weil dies an einem technischen Defekt liegen könnte, entzogen Behörden weltweit dem Modell die Starterlaubnis. Auch Boeing sprach sich dafür aus, die rund 370 ausgelieferten Maschinen vorerst am Boden zu lassen. Indonesien stornierte 49 Bestellungen.

Der Hersteller beruft sich darauf, dass die Flugzeuge nach einer ordnungsgemäßen Zulassung durch die US-Luftfahrtaufsicht FAA sicher seien. Doch nach Medienberichten hat die FAA in dem Verfahren womöglich Fehler gemacht. Auch steht der Vorwurf im Raum, die Behörde arbeite zu eng mit Boeing zusammen. Ein Fachausschuss im US-Senat will diesen Fragen in einer Anhörung am Mittwoch (ab 20.00 Uhr MEZ) mit Behördenvertretern nachgehen. Es gab nach den Abstürzen mit der Boeing 737 Max Hinweise auf ähnliche Ursachen.

Lufthansa-Chef Spohr zählt auf gründliche Aufklärung: "Ich glaube, dieses Land wird nicht ruhen, bis man herausgefunden hat, was wirklich passiert ist und was verbessert werden muss." Er rechne damit, dass die Behörden in Europa und sonstwo außerhalb der USA Boeing-Flugzeuge künftig genauer prüften. Bisher erkennen FAA und die europäische Aufsicht EASA die Freigaben von Boeing- und Airbus-Modellen gegenseitig an. (rtr/ac)

Update: Pannen-Boeing 737 Max 8 – noch ein Fehler in der Software