Sicherheit

Facebook-Chef Zuckerberg will Datenschutz verbessern

Mark Zuckerberg, Vorstandsvorsitzender von Facebook,hat nach der massiven Kritik der vergangenen Monate angekündigt, das Online-Netzwerk stärker auf den Schutz der Privatsphäre auszurichten.

Mark Zuckerberg, Vorstandsvorsitzender von Facebook,hat nach der massiven Kritik der vergangenen Monate angekündigt, das Online-Netzwerk stärker auf den Schutz der Privatsphäre auszurichten.

Foto: Marcio Jose Sanchez / dpa

Mark Zuckerberg will den Datenschutz bei Facebook verbessern. Das Portal steht immer wieder in der Kritik. WhatsApp soll Vorbild sein.

Berlin. Die Diskussion ist inzwischen politisch: Wie sicher ist Facebook, wie gut steht es um den Datenschutz? Die fortwährenden Hiobsbotschaften sorgen in Teilen der Bevölkerung für eine eher abwartende bis ablehnende Haltung gegenüber dem amerikanischen Konzern. Das ist auch dem Chef bewusst.

Gründer und Besitzer Mark Zuckerberg hat – möglicherweise auch getrieben von wenig erhellenden Prognosen über die Zukunft des Portals – in einem Post am Mittwoch in dem Blog zum Netzwerk beteuert, den Datenschutz zukünftig noch ernster zu nehmen.

„Ich glaube, dass die Kommunikation sich in der Zukunft zunehmend auf vertrauliche, verschlüsselte Dienste verlagern wird, in denen die Menschen sich darauf verlassen können, dass das, was sie einander mitteilen, sicher bleibt“, heißt es in dem Post, An dieser Zukunft wolle Facebook mitarbeiten. Die Amerikaner sammeln viele Informationen über die Nutzer.

Das erschreckt auch Behörden, etwas des Kartellamtes, dass die Datensammelei einschränkt. Die Kartellamts-Entscheidung gegen Facebook ist nur ein Anfang.

Facebook: Image-Schaden nach Cambridge-Analytica-Skandal

Das weltgrößte Online-Netzwerk war insbesondere nach dem Ausbruch des Datenskandals um Cambridge Analytica scharf für den Umgang mit Nutzerdaten kritisiert worden. Auch das Weltwirtschaftsforum beobachtet dies mit Unbehagen: In Davos werden die Gefahren der Digitalisierung diskutiert.

„Ich verstehe, dass viele Leute nicht glauben, dass Facebook eine solche auf Privatsphäre fokussierte Plattform aufbauen würde oder wollte“, räumte Zuckerberg in seinem Blog-Posting ein. Das Online-Netzwerk habe nicht den Ruf, auf den Schutz der Privatsphäre ausgerichtete Dienste zu entwickeln.

Zuckerberg will offenbar kategorisch umdenken

Die Ankündigung von Mittwoch bedeutet tatsächlich ein kategorisches Umdenken im Vergleich zu Zuckerbergs Einstellung in den frühen Jahren von Facebook. Damals hatte er noch erklärt, der Trend gehe dazu, dass Menschen immer mehr über sich öffentlich machen. Facebook war wiederholt in Konflikte mit Datenschützern und Aufsichtsbehörden geraten, als der Konzern die Grenzen bei der Öffnung der Privatsphäre austestete.

WhatsApp solle Vorbild werden, wenn es um die Komplettverschlüsselung geht. Auch der Nachrichtendienst stand immer wieder wegen Datenlecks in der Kritik, wurde Stück für Stück sicherer gemacht. Der Bundesdatenschutzbeauftragte: „Würde nie WhatsApp benutzen.“

WhatsApp als Vorbild für Verschlüsselung

Bei der sogenannten Ende-zu-Ende-Verschlüsselung können die Inhalte einer Unterhaltung nur von Absender und Empfänger eingesehen werden. Weitere Dienste wie Videochats, E-Commerce-Angebote, Bezahl-Services sollen auf dieser abgesicherten Basis aufbauen, erklärte Zuckerberg.

Im Fall Cambridge Analytica waren Daten von Facebook-Nutzern vom Entwickler einer Umfrage-App vor über fünf Jahren widerrechtlich an eine Datenanalysefirma übergeben worden. Facebook wusste seit Ende 2016 davon, begnügte sich aber mit der Zusicherung, dass die Daten vernichtet worden seien und informierte die Nutzer nicht. (ses/dpa)