Einzelhandel

Edeka bestätigt Handels-Streit mit Heinz wegen Ketchup

Heinz Ketchup könnte bei Edeka in naher Zukunft knapp werden.

Heinz Ketchup könnte bei Edeka in naher Zukunft knapp werden.

Foto: Francis Joseph Dean / imago/Dean Pictures

Edeka und Heinz können sich angeblich nicht zum Ketchup-Preis einigen. Deshalb könnten Kunden bald womöglich leere Regale vorfinden.

Berlin. Wer in den kommenden Wochen Heinz-Ketchup bei Edeka sucht, könnte leere Regale vorfinden – und das ausgerechnet, wo milde Temperaturen die Grill-Saison ankündigen. Das zumindest berichtet die „Lebensmittel Zeitung“ unter Berufung auf Edeka-Kaufmänner.

Der Grund für das mögliche Verschwinden der Kraft/Heinz-Produkte aus den Supermärkten von Edeka ist dem Bericht zufolge ein Streit um Preise. Heinz habe demnach die Preise für Ketchup-Varianten und Soßen um zweistellige Prozentpunkte angehoben. Edeka sei nicht bereit, diese Preissteigerung zu akzeptieren.

Stattdessen plane Edeka, eine eigene neue Marke, die die Lücken in den Regalen füllen könnte. Die Handelskette setze also nicht auf die bestehenden Eigenmarken „Edeka“ oder „Gut & Günstig“, sondern auf eine dritte Variante. Edeka bestätigte auf Anfrage unserer Redaktion den Vorgang: „Wir können bestätigen, dass die Recherchen der Lebensmittelzeitung weitgehendst stimmen“, hieß es von einer Konzernsprecherin. Zu Details wolle sich das Unternehmen „aus Wettbewerbsgründen“ nicht äußern.

Edeka und Heinz sind beide unter den Marktführern

Die Auseinandersetzung zwischen Kraft/Heinz und Edeka wäre ein Duell unter Handelsriesen. Edeka ist im Lebensmitteleinzelhandel die Nummer Eins in Deutschland. Kraft/Heinz ist einer der größten Lebensmittelproduzenten der Welt.

Im Jahr 2015 entstand die Kraft Heinz Company durch eine Fusion von Heinz und Kraft. Im Jahr 2017 gab das Bundeskartellamt zudem grünes Licht dafür, dass Kraft Heinz Marken von Mondelez wieder zurücknimmt.

In der Mitteilung wurde auch deutlich, welche Rolle Heinz auf dem Ketchup-Markt spielt: Der Marktanteil von Kraft Heinz liegt auf dem deutschen Markt bei über 30 Prozent. Mehr als jedes dritte verkaufte Ketchup stammt also von dem US-amerikanischen Konzern.

Nicht der erste Preiskampf bei Edeka

Bei Edeka dürfte dieser Anteil deutlich zurückgehen, wenn man dem Bericht der „Lebensmittel Zeitung“ vertraut. Aktuell scheint es aber noch einen relativ großen Lagerbestand zu geben. Im Onlineshop von Edeka sind noch alle gängigen Ketchups und Soßen von Heinz gelistet.

Sollte es wirklich einen Preiskampf zwischen Edeka und Heinz geben, wäre es übrigens nicht der erste. So gab es 2018 einen . Ein weitere Preiskampf wurde erst vor gut einer Woche beendet: Edeka verkauft wieder Mars-Produkte. Auch Produkte von Heineken und Red Bull waren zeitweise bei Edeka nicht zu erhalten.

Auch andere Handelsketten haben wie Edeka reagiert. Kaufland verbannte viele bekannte Marken aus seinen Regalen. Vor allem betroffen waren Produkte des Unilever-Konzerns. (ac)