Abgase

Nach Dieselaffäre: Volkswagen will Schadenersatz von Bosch

Volkswagen soll die Klage schon Ende 2018 vorbereitet haben.

Volkswagen soll die Klage schon Ende 2018 vorbereitet haben.

Foto: Sebastian Kahnert / dpa

Im Dieselskandal sieht Volkswagen nun auch seinen Lieferanten Bosch in der Pflicht. Der Konzern prüft Schadenersatzforderungen.

Berlin/Wolfsburg.  Der Dieselskandal hat VW hart getroffen und das Image des Autoherstellers beschädigt. Es entstanden Milliardenkosten, um den Schaden für manipulierte Dieselmotoren beizulegen.

Volkswagen sieht nun offenbar auch seinen Lieferanten Bosch in der Mitverantwortung – und prüft laut „Spiegel“ Schadenersatzforderungen. Die Forderungen könnten sich demnach auf bis zu einer Milliarde Euro summieren, schreibt das Magazin, ohne allerdings eine Quelle zu nennen.

Bosch hatte VW die Grundversion der Software geliefert, die in großem Stil zur Manipulation von Abgaswerten bei Diesel-Autos genutzt wurde. Der Zulieferer geriet deshalb ebenfalls ins Visier der Justiz. Das Unternehmen bestätigte, dass die Staatsanwaltschaft Stuttgart ein Bußgeldverfahren eingeleitet habe.

Klage schon 2018 vorbereitet

Die Wolfsburger haben laut „Spiegel“ schon Ende 2018 eine Klage gegen Bosch vorbereitet, um eine Verjährung der Ansprüche zu verhindern. Inzwischen sei eine Frist bis Ende März vereinbart worden, bis dahin wollten die beiden Konzerne über das weitere Vorgehen entscheiden.

In einer Volkswagen-Stellungnahme hieß es nur: „Wir verweisen darauf, dass wir uns zu Fragen, die etwaige interne vertrauliche Vorgänge betreffen könnten, nicht äußern.“ Bosch wiederum teilte mit: „Bosch und Volkswagen verbindet ein jahrzehntelanges Hersteller-Lieferanten-Verhältnis. Wir können uns eine solche Klage gegen Bosch nicht vorstellen.“

Volkswagen hatte im September 2015 auf Druck der US-Behörden zugegeben, in großem Stil bei der Abgasreinigung von Dieselmotoren betrogen zu haben. Der Konzern hat die rechtlichen Konsequenzen in Nordamerika weitgehend abgearbeitet.

Es droht aber weiterer Ärger etwa in Deutschland, wo unter anderem Anlegerklagen laufen, weil VW die Finanzwelt zu spät über die drohenden Risiken des Skandals informiert haben soll. Der Konzern bestreitet dies.

Volkswagen bietet inzwischen Dieselprämien für alte Modelle – und hat die Prämien auf ganz Deutschland ausgeweitet. In einem spektakulären Urteil musste der Konzern einem VW-Fahrer sogar den vollen Kaufpreis seines Autos zurückerstatten. (dpa/rtr/sdo)

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