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Kaufland und Edeka offenbar an Real-Filialen interessiert

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Kaufland und auch Edeka haben wohl Interesse an dem Kauf von 278 Real-Filialen signalisiert. Verkäufer Metro ist noch unentschieden.

Essen.  Kaufland und Edeka sind offenbar an einer Übernahme von Real interessiert. Ein Bieterverfahren läuft bereits. Metro will die angeschlagene Kette loswerden, nachdem eingeleitete Maßnahmen zur Modernisierung fehlschlugen.

In den vergangenen knapp 20 Jahren ist Real vor allem eine Baustelle gewesen. Jetzt hat Metro genug. Bis Juni soll Real verkauft sein. Das Bieterverfahren läuft.

Und die Branche spekuliert, wer die 278 Märkte mit ihren 32.000 Beschäftigten übernehmen könnte. Ein Kandidat ist offenbar die Kette Kaufland, die zum Lidl/Schwarz-Konzern gehört.

Kaufland und Edeka wollen Real kaufen

Metro-Chef Olaf Koch hält sich bisher allerdings zurück mit Informationen zum Verkauf. Im Dezember hatte er erklärt, dass es eine Reihe von Interessenten für Real gebe. „Es bleibt unsere Absicht, Real als Ganzes veräußern zu wollen“, sagt eine Metro-Sprecherin jetzt nur. Der Datenraum sei geöffnet, die Unternehmen könnten in die Bücher von Real schauen.

Dass Metro Real verkaufen will, ist seit September 2018 bekannt. Einem Bericht der „Lebensmittelzeitung“ zufolge soll dazu auch die zum Lidl/Schwarz-Konzern gehörende SB-Warenhauskette Kaufland gehören. Sie ist Marktführerin in der Sparte.

Der Fachzeitung zufolge hat Kaufland „ernsthafte Ambitionen“, etwa 80 bis 100 Real-Filialen zu übernehmen. Das Unternehmen könne sich dafür auch vorstellen, eine Partnerschaft mit einem Investor einzugehen. Das würde aber dem Ziel von Metro-Chef Koch widersprechen, Real als Einheit zu verkaufen.

Metro bei zügigem Verkauf optimistisch

Mit mehr als 660 Filialen und fast 14 Milliarden Euro Umsatz ist Kaufland bereits die mit Abstand größte SB-Warenhauskette in Deutschland. Das Unternehmen will aber offenbar weiter wachsen und hält Ausschau nach geeigneten Standorten. Auch der Lebensmittel-Riese Edeka sowie einige Finanzinvestoren sollen Interesse an Real angemeldet haben.

Nach Informationen unserer Redaktion war in der Vergangenheit auch der saarländische Anbieter Globus zur Stelle, wenn Real einzelne Standorte aufgab.

Die Saarländer haben offenbar ein gutes Händchen für das Geschäft mit großen Supermärkten: Im vergangenen Jahr maß das Kölner Handelsinstitut EHI in den 46 Globus-Filialen unter den SB-Warenhäusern die höchste Kundenzufriedenheit.

Bei Metro gibt man sich optimistisch, den Verkauf von Real bis zum Frühsommer abgeschlossen zu haben. Die Hürden sind aber hoch. Auch im für den Einzelhandel so wichtigen Weihnachtsquartal ging der Umsatz leicht zurück – erneut.

Der Modernisierungsstau in vielen Real-Filialen gilt als immens. Ein Käufer wird darum auch eine gut gefüllte Kasse mitbringen müssen.

Real kürzte Lebensmittel-Sortiment

Und, was vielleicht noch schwerer wiegen könnte: Das Bundeskartellamt wird dem Real-Verkauf zustimmen müssen. Die Branche erholt sich noch immer vom zweijährigen Kampf von Edeka und Rewe um die Supermarktkette Kaiser’s Tengelmann.

Erst eine Ministererlaubnis machte damals den Weg für die beiden Unternehmen frei. Die Wettbewerbshüter hatten Bedenken, weil es in vielen Regionen zu einem Konzentrationsprozess im Lebensmittelhandel gekommen wäre.

Die Fusion der Warenhauskonzerne Karstadt und Kaufhof winkte das Kartellamt im Herbst indes ohne Auflagen durch. In den einzelnen Sortimenten wie

  • Textilien,
  • Gepäck oder
  • Strümpfe gebe es noch Wettbewerb – vor allem auch im Onlinehandel.

SB-Warenhäuser liegen mit ihrem Angebot genau zwischen Supermarkt und Kaufhaus. Wobei Real zuletzt entschieden hatte, das Lebensmittel-Sortiment zulasten von Non-Food zu stärken. Aus wettbewerbsrechtlicher Sicht dürfte das die Chancen großer einheimischer Unternehmen, Real zu übernehmen, eher verschlechtern.