Verhütungsmittel

Antibabypille bekommt Warnhinweis – wegen Depressionsrisiko

5 Fakten zu Depressionen

Beschreibung anzeigen

Verhütungsmittel wie die Pille oder Spirale sollen bald mit einer Warnung gekennzeichnet werden. Sie können Depressionen verursachen.

Bonn.  Wer mit Antibabypille, Hormonspirale oder -pflaster verhütet, setzt sich einer Studie zufolge einem erhöhten Risiko aus, an Depressionen zu erkranken. Das Bundesinstitut für Arzneimittel- und Medizinprodukte (BfArM) zieht deshalb nun Konsequenzen – und lässt die Beipackzettel mit einem Warnhinweis versehen.

Der sogenannte Rote-Hand-Brief, den BfArM und mehrere Pharmafirmen am Montag an Ärzte und Apotheker verschickten, beziehe sich auf alle hormonellen Verhütungsmittel, erklärte ein BfArM-Sprecher auf Anfrage. „Die Änderungen der Fach- und Gebrauchsinformation erfolgen derzeit“, sagte er.

Apotheker und Ärzte sollen stärker aufklären

In Packungsbeilagen sollen Anwenderinnen darauf hingewiesen werden, dass manche Frauen, die hormonelle Verhütungsmittel nehmen, von Depression oder depressiver Verstimmung berichten, wie aus dem Schreiben hervorgeht.

Außerdem heißt es: „Depressionen können schwerwiegend sein und gelegentlich zu Selbsttötungsgedanken führen.“

Zudem solle der Warnhinweis Apotheker und Ärzte sensibilisieren, „ihre Patientinnen entsprechend aufzuklären, sowie die Patientin informieren, ihren Arzt aufzusuchen, sobald Stimmungsänderungen und depressive Symptome auftreten“, heißt es in dem Schreiben.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hatte die Warnhinweise im vergangenen Herbst empfohlen. Hintergrund ist eine dänische Studie. Diese hatte gezeigt, dass eine hormonelle Verhütung wohl mit einem erhöhten Suizidrisiko verbunden ist.

Wenn Menschen an Depressionen leiden, bekommt das ihr Umfeld oft nicht mit. Doch es gibt Anzeichen – und Möglichkeiten zu helfen: Acht Wege, Menschen mit Depressionen zu unterstützen. (dpa/cho)

• Anmerkung der Redaktion: Wenn Sie selbst unter Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Selbstmordgedanken leiden oder Sie jemanden kennen, der daran leidet, können Sie sich bei der Telefonseelsorge helfen lassen. Sie erreichen sie telefonisch unter 0800/111-0-111 und 0800/111-0-222 oder im Internet auf www.telefonseelsorge.de. Die Beratung ist anonym und kostenfrei, Anrufe werden nicht auf der Telefonrechnung vermerkt.