Bahnverkehr

Deutsche Bahn will 22.000 neue Mitarbeiter einstellen

Wie unpünktlich ist die Deutsche Bahn wirklich?

Die Deutsche Bahn gilt als chronisch unpünktlich. Wir zeigen vier Fakten rund um die Pünktlichkeit auf den deutschen Schienen.

Wie unpünktlich ist die Deutsche Bahn wirklich?

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Die Deutsche Bahn ist nur in knapp über 70 Prozent aller Fälle pünktlich. Der Konzern verrät nun , wie er diese Quote steigern will.

Berin.  So mysteriös manche Verspätungsansage bei der Deutschen Bahn auch sein mag, viele Verspätungen und Ausfälle lassen sich auf einen Hauptgrund zurückführen: Die Bahn hat zu wenig Personal.

Diesen Mangel will der Konzern nun beheben. 22.000 neue Mitarbeiter sollen eingestellt werden. Die Bahn will auch die Mitarbeiter-Teams verdoppeln, die sich um die pünktliche Abfahrt von Zügen kümmern.

Vor allem Lokführer, Fahrdienstleister und Instandhalter würden gesucht, bekräftigte die Deutsche Bahn am Donnerstag nach einem Treffen der Bahn-Spitze mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU). Scheuer hatte die Bahn-Spitze zu eine Rapport ins Ministerium einbestellt.

Bahn aktuell nur in knapp über 70 Prozent aller Fälle pünktlich

Ein zweiter Grund für Verspätungen sind schlichtweg fehlende Züge. Um pünktlicher zu werden, sollen fünf Prozent mehr ICE-Züge einsatzbereit sein. Das wäre eine Steigerung von täglich 225 mehr Zügen.

Die Deutsche Bahn kündigte zudem an, dass sich die Pünktlichkeit im Fernverkehr im Jahr 2019 um 1,6 Prozentpunkte auf 76,5 Prozent erhöhen werde. Bahnkunden sollen in den Bahnhöfen auch besser informiert werden. Rund 80 Bahnhöfe sollen in den kommenden Monaten mit neuen Anzeigen, Monitoren und Tafeln ausgerüstet werden.

Wie sich Verspätungen für einzelne Bahnkunden anfühlen, hat eine Kundin eindrucksvoll mit einem Schal gezeigt. Die Journalistin Sarah Weber hatte ein Foto des Schals ihrer Mutter verbreitet. Die Mutter hatte jeden Tag zwei Reihen gestrickt: eine für die Hinfahrt, eine für die Rückfahrt. Je nach Verspätung hatten die Reihen eine unterschiedliche Farbe.

Im Ergebnis zeigte der Schal jedoch oft die Farben für längere Verspätungen. Bei einer Versteigerung für den guten Zweck erhielt übrigens ein interessante Bieter den Zuschlag: Die Deutsche Bahn gab das Höchstgebot für den „Verspätungs-Schal“ ab. (dpa/ac)

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