Handelskonzern

Tengelmann baut Konzernholding um – und streicht 250 Stellen

Die Tengelmann-Zentrale in Mülheim an der Ruhr.

Die Tengelmann-Zentrale in Mülheim an der Ruhr.

Foto: imago stock&people / imago/Revierfoto

Das Familienunternehmen Tengelmann plant eine drastische Verkleinerung seiner Konzernholding. Mehr als 250 Stellen fallen dabei weg.

Berlin.  Deutlicher Einschnitt: Der Handelskonzern Tengelmann (Obi, KiK, Tedi) trennt sich von seinem Traditionsstandort in Mülheim an der Ruhr und streicht 250 Arbeitsplätze.

Geplant sind unter anderem ein Umzug des Unternehmens innerhalb der Stadt Mülheim und der Aufbau einer „schlanken Holding“ an einem neuen Standort, berichtet die „WAZ“, die wie diese Redaktion zur Funke Mediengruppe gehört.

Mit der Verkleinerung der Firmen-Holding sei „der Wegfall der meisten“ der bisher rund 250 Stellen verbunden, teilte das Unternehmen am Dienstag mit.

Neunmonatige Beschäftigungsgarantie für Mitarbeiter

Die Führung der neuen Holding wird der Chef der Tengelmann-Gruppe, Christian Haub, übernehmen. Er ist nun allein persönlich haftender Gesellschafter. „Wir bedauern sehr, dass die meisten unserer Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verlieren werden“, erklärte Haub.

„Dieser Schritt ist uns sehr schwergefallen, wird sich aber angesichts der geplanten Ausrichtung der neuen Holding nicht vermeiden lassen. Umso wichtiger ist es uns als Unternehmen und Familie, diesen Schritt für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sozialverträglich zu gestalten.“ Am Dienstag sprach das Unternehmen „eine neunmonatige Beschäftigungsgarantie“ für die Mitarbeiter der Holding aus.

Mit dem Umbau drückt der neue Tengelmann-Chef dem Konzern erstmals auch nach außen sichtbar seinen Stempel auf. Er hatte die Leitung des Familienunternehmens übernommen, nachdem sein älterer Brüder Karl-Erivan Haub im vergangenen April auf einer Skitour in der Schweiz spurlos verschwunden war.

80 Beteiligungen an Start-up-Unternehmen

Haub betonte, mit der Verschlankung der Holding reagiere das Unternehmen auf die Veränderungen im Beteiligungsportfolio – etwa durch den Verkauf des Lebensmittelhändlers Kaiser’s Tengelmann.

Die Menge der zu bewältigenden Aufgaben habe dadurch abgenommen. „Was wie eine Zäsur wirkt, stellt die folgerichtige Fortschreibung der Unternehmensgeschichte in die Zukunft dar“, sagte Haub. In ihrer 151-jährigen Geschichte habe sich die Tengelmann-Gruppe immer wieder neu erfunden.

Die Holding soll künftig vor allem strategische Aufgaben für das Familienunternehmen übernehmen, zu dem neben dem Textildiscounter KiK und der Baumarktkette Obi auch mehr als 80 Beteiligungen an Start-up-Unternehmen gehören. (les/dpa)

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