Geldwäsche

„Panama Papers“: Zwei Deutsche in den USA angeklagt

Zwei Deutsche sind wegen der „Panama Papers“ in den USA angeklagt.

Zwei Deutsche sind wegen der „Panama Papers“ in den USA angeklagt.

Foto: imago stock&people / imago/Eibner Europa

Die US-Behörden gehen gegen zwei Deutsche wegen Steuerbetrugs und Geldwäsche vor. Zu den Ermittlungen führten die „Panama Papers“.

Washington.  Zwei Deutschen wird in den USA Steuerbetrug und Geldwäsche vorgeworfen. Die US-Justizbehörden erhoben im Zusammenhang mit den sogenannten „Panama Papers“ Anklage gegen sie und zwei weitere Männer. Das teilte das Justizministerium in Washington am Dienstagabend mit.

In der Anklageschrift werden die Verdächtigen namentlich genannt. Demnach handelt es sich um die deutschen Staatsbürger Harald Joachim von der Goltz und Dirk Brauer sowie einen US-Amerikaner namens Richard Gaffey und den panamaischen Angeklagten Ramses Owens.

Von der Goltz sei am vergangenen Montag in London festgenommen worden, Brauer bereits am 15. November in Paris. Gaffey sei am Dienstag in Boston gefasst worden. Owens sei auf freiem Fuß.

Angestellte und Kunden von Mossack Fonseca

Der Staatsanwalt von Manhattan, Geoffrey Berman, sagte der Mitteilung zufolge, die Angeklagten seien Mitarbeiter beziehungsweise in einem Fall ein Kunde der panamaischen Anwaltskanzlei Mossack Fonseca gewesen.

Ihnen drohten nun jahrelange Gefängnisstrafen. Sie sollen Millionen Dollar durch Offshore-Konten geschleust und Briefkastenfirmen gegründet haben, um Vermögen und Einkünfte vor den US-Steuerbehörden zu verschleiern.

Im April 2016 hatte ein internationales Netzwerk von Journalisten, darunter auch der „Süddeutschen Zeitung“, über rund 200.000 von der Kanzlei Mossack Fonseca gegründete Briefkastenfirmen berichtet, in denen Politiker, Prominente und Sportler ihr Vermögen geparkt haben sollen.

Die Veröffentlichung führte zu Ermittlungen auf der ganzen Welt und zu einer Debatte über Steueroasen und Geldwäsche. Die Anwaltskanzlei Mossack Fonseca hatte im vergangenen März mitgeteilt, ihren Betrieb einzustellen. Die Anklageschrift ist nun die erste der US-Behörden, die auf den „Panama Papers“-Skandal zurückgeht.

Die Deutsche Bank steht im Fokus der deutschen Ermittler, die wegen Geldwäsche ermitteln. Erst vor wenigen Tagen hatte es dort Durchsuchungen gegeben. Demnach soll die Deutsche Bank einigen Kunden bei der Gründung von Offshore-Gesellschaften in Steuerparadiesen geholfen hat. Ebenso sollen Gelder aus Straftaten auf Konten der Deutsche Bank geflossen sein, ohne dass die Bank Anzeigen erstattete. (dpa/jha)