Internet-Konzern

Belästigungsvorwürfe: Google entließ fast 50 Mitarbeiter

Hat Google Vorwürfe von sexueller Belästigung vertuscht?

Hat Google Vorwürfe von sexueller Belästigung vertuscht?

Foto: Christoph Dernbach / dpa

Hat Google Mitarbeiter geschützt, gegen die es Vorwürfe wegen sexueller Belästigung gab? Der Konzern sagt nein. Doch es gibt Zweifel.

Mountain View.  Das Internet-Unternehmen Google greift beim Thema sexuelle Belästigung durch: Nach eigenen Angaben sind in den vergangenen zwei Jahren insgesamt 48 Mitarbeiter wegen solcher Anschuldigungen entlassen worden.

Die Angestellten – darunter laut Google auch 13 Führungskräfte – hätten keine Abfindung bekommen, teilte Vorstandschef Sundar Pichai in einem internen Rundschreiben an alle Angestellten mit.

Abfindung trotz Vorwürfen?

Mehrere US-Medien, etwa „Business Insider“ und CNBC, hatten die E-Mail veröffentlicht. Darin heißt es unter anderem: „Es ist uns ein ernstes Anliegen, eine sichere Arbeitsumgebung zu schaffen“. Der Vorstandschef versicherte, jede Beschwerde über sexuelle Belästigung oder unangemessenes Verhalten werde untersucht und man werde handeln.

Pichai reagierte mit der Mail an die gesamte Belegschaft auf einen Bericht der „New York Times“. Darin heißt es, Google habe beim Abgang von Andy Rubin im Jahr 2014 verschwiegen, dass ihm eine Mitarbeiterin sexuelle Nötigung vorwirft. Rubin soll die Frau, mit der er eine außereheliche Beziehung gehabt haben soll, im Jahr 2013 zum Oralsex gezwungen haben. Rubin ist als „Vater von Android“ bekannt.

Schützte Google hochrangige Angestellte?

Google habe von den Vorwürfen erfahren, Rubin aber dennoch bei seinem Abgang in den höchsten Tönen gelobt und ihm ein Abschiedspaket von 90 Millionen Dollar mitgegeben, heißt es in dem Bericht. Ein Sprecher von Rubin bestritt die Vorwürfe und sagte, er habe das Unternehmen auf eigenes Betreiben verlassen.

Andy Rubin soll dabei nicht der einzige hochrangige Mitarbeiter von Google gewesen sein, den das Unternehmen schützte. Laut „New York Times“ gibt es zwei weitere Fälle, in denen Führungskräfte, die der sexuellen Belästigung beschuldigt wurden, nicht belangt wurden.

Die Zeitung stützt sich auf Firmen- und Gerichtsdokumente sowie auf Gespräche mit über drei Dutzend Mitarbeitern. (dpa/sdo)

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