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Kaufhof-Karstadt-Fusion steht - fallen Tausende Jobs weg?

Noch getrennt, aber wohl bald schon vereint: Kaufhof und Karstadt.

Foto: Harald Tittel / dpa

Noch getrennt, aber wohl bald schon vereint: Kaufhof und Karstadt.

Der Mega-Fusion der Kaufhäuser Karstadt und Kaufhof steht wohl nichts mehr im Wege. Berichten zufolge geben die Banken grünes Licht.

Düsseldorf.  Der Zusammenschluss der beiden Warenhausketten Kaufhof und Karstadt ist offenbar in trockenen Tüchern. Die beteiligten Banken hätten grünes Licht für die Pläne gegeben, sagten am Donnerstag Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Auch die „Süddeutsche Zeitung“ und der „Spiegel“ hatten darüber berichtet.

Damit können die beiden Traditionsketten, die durch die Konkurrenz der Internet-Händler unter massivem Druck stehen, fusionieren. Die Eigentümer der beiden Ketten, die Signa-Holding des österreichischen Karstadt-Eigners Rene Benko und der amerikanische HBC-Konzern, hatten sich zuvor schon grundsätzlich auf eine Fusion verständigt.

Bei Kaufhof sollen 5000 Stellen wegfallen

Beide Eigner setzen auf Einsparungen durch die Fusion. Der „Süddeutschen Zeitung“ zufolge kommt der Löwenanteil auf Kaufhof zu: Rund 5000 der 20.000 Stellen des Kölner Konzerns sollen demnach wegfallen. Karstadt beschäftigt noch rund 15.000 Mitarbeiter.

Benko und HBC hatten sich Anfang Juli auf eine Zusammenlegung der beiden Warenhaus-Ketten verständigt. Nun stimmten auch die Banken der Transaktion zu, sagten mehrere Insider. Eine Blockade durch die Geldhäuser habe bei den Verhandlungen nicht im Raum gestanden.

Signa soll bei der Fusion mit knapp 51 Prozent etwas mehr als die Hälfte der Anteile an dem Gemeinschaftsunternehmen bekommen und das operative Geschäft mit ihrem Handelsexperten, dem Karstadt-Chef Stephan Fanderl, führen, heißt es. HBC-Vertreter rücken in den Aufsichtsrat ein.

Bei einem Zusammenschluss kann Fanderl dann die Kosten drücken: Einsparungen seien bei den Zentralen sowie in der Logistik und beim Einkauf geplant, hatten Insider berichtet. Für ein Gemeinschaftsunternehmen brauche es beispielsweise nicht zwei Hauptsitze in Essen und Köln.

Kaufhof laufen die Kosten davon

Die Idee einer deutschen „Warenhaus AG“ aus Kaufhof und Karstadt ist nicht neu: Benko hat schon mehrfach vergeblich versucht, auch Kaufhof zu übernehmen. HBC hatte seine Offerten in der Vergangenheit abgeschmettert. Nun hat sich die Lage aber geändert.

Kaufhof leidet unter Verlusten und auch HBC steht im Heimatmarkt unter Druck. Bei Kaufhof liegen zudem Gespräche über einen Sanierungstarifvertrag auf Eis. Damit laufen Kaufhof die Kosten weiter davon.

HBC hatte Kaufhof im Oktober 2015 übernommen. Doch die Kette mit ihren aktuell 96 Warenhäusern in Deutschland kam nicht in Schwung. Viele Kunden kehren Innenstädten und Warenhäusern den Rücken und bestellen ihre Einkäufe lieber bei Online-Händlern von Amazon bis Zalando.

Benko hatte seinerseits Karstadt nach der Übernahme 2014 mit Hilfe des Handelsexperten Fanderl saniert. Dieser setzte zunächst den Rotstift an, lichtete den Markendschungel im Sortiment und verordnete Karstadt eine verstärkte lokale Ausrichtung. Zudem holte er Partner in die knapp 80 Warenhäuser und kurbelte das Online-Geschäft an. (rtr/W.B.)

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