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Ärztekammer: Russischer Impfstoff „hochriskantes Experiment“

Studie: Wie ist der Kita-Alltag in Corona-Zeiten?

Die Kleinsten können sich noch nicht an die Schutzmaßnahmen gegen Corona halten. Kita-Schließungen will Familienministerin Giffey aber verhindern. Ein Studie soll klären, wie riskant der Kita-Alltag ist.

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Weltweit gibt es 20 Millionen Corona-Infektionen. Russland lässt als erstes Land weltweit einen Impfstoff zu. Alle Infos im Newsblog.

Berlin. Die wichtigsten Nachrichten im Newsblog zur Corona-Krise:

  • Ein neu entwickelter Labortest von Forschern aus Wien soll zeigen, dass nur 60 Prozent aller Corona-Genesenen Antikörper gegen das Virus entwickelt haben
  • In der neuseeländischen Stadt Auckland gilt ab Mittwoch ein Lockdown. Neuseeland hat nach 102 Tagen ohne Neuinfektionen vier neue Fälle
  • Russland lässt als erstes Land weltweit einen Corona-Impfstoff zu. Dem russischen Staatsfernsehen zufolge wurde er auf den Namen „Sputnik V“ getauft
  • Curevac will einen Corona-Impfstoff in Brasilien testen
  • Die Deutsche Bahn lehnt eine Reservierungspflicht im Fernverkehr ab
  • 60 Prozent der Gastronomen und Hotelbetreiber sehen die Corona-Pandemie als Existenzbedrohung an
  • Weihnachtsmärkte sollen in diesem Winter trotz Corona-Pandemie stattfinden – aber anders als sonst
  • In Deutschland gibt es unseren Recherchen zufolge mehr als 218.500 registrierte Corona-Infektionen und mehr als 9200 Todesfälle
  • Weltweit wurden mehr als 20 Millionen Corona-Infektionen registriert, über 737.000 Menschen starben an der Lungenerkrankung Covid-19 – davon allein mehr als 163.000 in den USA

In Russland ist laut dem Staatsfernsehen ein Corona-Impfstoff zugelassen worden. Er trägt den Namen Sputnik V und soll an das Vordringen Russlands in den Weltall erinnern.

In Deutschland stößt die Zulassung auf Kritik. Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, nannte die Zulassung unverantwortlich, da es keine entscheidende dritte Testreihe gegeben habe. Auch das Bundesforschungsministerium bemängelt das Fehlen ausreichender Informationen über die korrekte Prüfung des Impfstoffes. Aus den gleichen Gründen kritisierte auch das Bundesgesundheitsministerium die Zulassung.

Derweil erreicht die Zahl der registrierten Infektionen mit dem Coronavirus weltweit einen neuen Höchststand: Mittlerweile wurden mehr als 20 Millionen Fälle registriert. Dabei zeigte sich zuletzt ein fast sprunghafter Anstieg. Innerhalb von noch nicht einmal drei Wochen stieg die Fallzahl um fünf Millionen.

Nicht zuletzt deshalb warnt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor einer zweiten großen Infektionswelle und fordert die Länder auf, verstärkt Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Auch in Deutschland verzeichnet das RKI steigende Fallzahlen, am Dienstag nähert sich die Zahl der Neuinfektionen wieder der 1000-Marke.

Corona-News-Ticker: Lage entspannt sich vermeintlich

Alle aktuellen RKI-Fallzahlen lesen Sie hier: RKI meldet neue Fallzahlen – Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen sinkt weiter

Dienstag, 11. August: Russland lässt Corona-Impfstoff zu – Curevac will seinen eigenen Impfstoff in Brasilien testen lassen

19.11 Uhr: Forscher der Medizinischen Universität Wien haben in einer Studie die Immunität von Corona-Genesenen gegen eine erneute Infektion untersucht. Ihre Forschungsergebnisse sind beunruhigend. Ein neu entwickelter Labortest zeige, dass nur 60 Prozent aller Genesenen Antikörper gegen das Coronavirus entwickeln.

18.57 Uhr: Das Bundesforschungsministerium hat sich zurückhaltend über die Zulassung eines Corona-Impfstoffs in Russland geäußert. Für den Impfstoff-Kandidaten vom staatlichen Forschungsinstitut Gamaleja in Moskau würden nur sehr wenige Informationen vorliegen.

Ein Sprecher des Ministeriums verwies auf Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO), wonach Mitte Juni mit klinischen Prüfungen der Phase I/II begonnen worden sei. „Ergebnisse dieser Prüfungen sind nicht bekannt. Ergebnisse aus weiteren klinischen Prüfungen, die nach russischen Angaben mit etwa 1600 Probanden durchgeführt wurden, sind ebenfalls nicht bekannt.“

Um verlässliche Aussagen zur Sicherheit und Wirksamkeit eines Impfstoffes machen zu können, seien umfangreiche Prüfungen der Phase III notwendig, die üblicherweise mit einer Probandenzahl von mehreren Tausend durchgeführt würden.

17.36 Uhr: Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hat die Zulassung eines Corona-Impfstoffes in Russland scharf kritisiert. „Die Zulassung eines Impfstoffs ohne die entscheidende dritte Testreihe halte ich für ein hochriskantes Experiment am Menschen“, sagte Reinhardt der „Rheinischen Post“.

Es dränge sich der Eindruck auf, dass es sich um eine populistische Maßnahme eines autoritär regierten Staates handele, der der Weltgemeinschaft seine wissenschaftliche Leistungsfähigkeit demonstrieren möchte, so Reinhardt. „Es ist unverantwortlich, ganze Bevölkerungsgruppen bereits in diesem Stadium der Entwicklung zu impfen.“

Corona: Polizisten wegen Reden versetzt

15.19 Uhr: Ein fränkischer Polizeibeamter wurde nach Informationen des „BR“ intern versetzt, nachdem er am Samstag eine Rede bei einer Demonstration in Augsburg gegen die Corona-Maßnahmen gehalten hatte. Dem Bericht zufolge habe ein Polizeisprecher angegeben, dass die Polizei ein YouTube-Video der Rede gesehen habe und prüfe, ob ein dienstrechtliches Fehlverhalten vorliege. Ab sofort werde der Beamte nicht mehr als Führungskraft oder im Dienst mit Bürgerkontakt eingesetzt, hieß es.

Der Mann in dem Video eröffnet seine Rede mit den Worten „Achtung, Achtung, hier spricht die Polizei“ und unter Applaus. Danach bezeichnete er Deutschland als „Denunzianten-Staat“ und behauptete, Journalisten und Journalistinnen behielten Informationen zurück. Er verwendete den Begriff „Lückenpresse“, sich selbst bezeichnete er als „kritisch denkenden Polizisten“.

Auch ein Polizist aus Hannover war bei einer solchen Demo mit einer Rede aufgefallen, allerdings in Dortmund. Er hatte sich bei einer Rede auf der „Querdenken“-Kundgebung mit seinem vollen Namen und als Kriminalhauptkommissar vorgestellt und unter anderem Parallelen zur Nazizeit gezogen. Auch von dieser Rede wurde ein YouTube-Video veröffentlicht. Die Pressestelle der Polizeidirektion Hannover teilte am Dienstag mit, dass der Mann vorerst vom Dienst entbunden worden sei.

13.44 Uhr: Dem russischen Staatsfernsehen in Moskau zufolge hat Russland den weltweit ersten für die breite Verwendung zugelassenen Impfstoff gegen das Coronavirus auf den Namen „Sputnik V“ getauft. Der Name ist eine Erinnerung an das Vordringen des Landes in den Weltraum 1957.

Russland hatte im Frühjahr eine klinische Studie mit dem Impfstoff „Gam-Covid-Vac Lyo“ in einer internationalen Datenbank registrierten lassen. Der Chef des russischen Investmentfonds, Kirill Dmitrijew, sprach im Interview mit dem US-Sender CNN kürzlich von einem „Sputnik-Moment“: „Die Amerikaner waren überrascht, als sie Sputniks Piepen hörten. Mit diesem Impfstoff ist es genauso“, sagte er.

Im Geflüchtetenlager Al-Hol im Nordosten Syriens gibt es den ersten bestätigten Coronavirus-Fall eines Bewohners, nachdem es in der vergangenen Woche bereits Berichte über Infizierungen beim Gesundheitspersonal gegeben hatte. „Eine unserer schlimmsten Befürchtungen hat sich bewahrheitet“, teilte die Hilfsorganisation Save the Children am Montagabend mit. Nach Angaben der Organisation leben in dem Lager 65.000 Menschen, darunter 43.000 Minderjährige. Es gebe zu wenig Wasser und Nahrung, viele Kinder seien krank. Eine Ausbreitung des Virus sei verheerend.

In Syrien sind bisher nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität 1255 Corona-Fälle aufgetreten. Save the Children berichtet von mehr als 100 Fällen im Nordosten des Landes.

Coronavirus: Lockdown im neuseeländischen Auckland nach neuen Fällen

12.25 Uhr: In der neuseeländischen Stadt Auckland wurde ein vorübergehender Lockdown angeordnet, nachdem am Dienstag vier neue Fälle in einer Familie gemeldet wurden. Zuvor war Neuseeland 102 Tage ohne Neuinfektionen geblieben. Premierministerin Jacinda Ardern sagte vor der Presse, es sei noch nicht klar, wo sich die Infizierten angesteckt hätten.

In Auckland mit knapp 1,7 Millionen Einwohnern und Einwohnerinnen sollen nun zunächst alle Schulen und alle nicht unbedingt notwendigen Geschäfte geschlossen werden. Zudem wurden die Menschen aufgefordert, zuhause zu bleiben. „Obwohl wir alle unglaublich hart gearbeitet haben, um dieses Szenario zu verhindern, haben wir es auch geplant und vorbereitet“, sagte Ardern. Der Lockdown soll zunächst von Mittwoch bis Freitag gelten.

11.25 Uhr: Als erstes Land der Welt lässt Russland einen Impfstoff gegen das Coronavirus für die breite Verwendung zu. Das gab Präsident Wladimir Putin am Dienstag im Staatsfernsehen bekannt. Die Impfung sei an diesem Morgen in Russland zugelassen worden, sagte Putin am Dienstag während einer vom Fernsehen übertragenen Videokonferenz mit Ministern.

Laut Putin ermögliche die Impfung eine dauerhafte Immunität. Seine Tochter sei bereits geimpft worden. International wird allerdings Kritik laut, weil der Impfstoff bisher nur an wenigen Menschen getestet wurde. Ihn in einem so frühen Stadium zuzulassen, widerspricht internationalen Kriterien.

10.27 Uhr: Das deutsche Biotech-Unternehmen Curevac hat vor, in Brasilien einen Corona-Impfstoff zu testen, an dem es forscht. Wie die Infektiologin Sue Ann Clemens, Mitglied des Komitees von Curevac, der Deutschen Presse-Agentur sagte, plant das Unternehmen mit Sitz in Tübingen, im September oder Oktober mit der Studie in dem südamerikanischen Land zu beginnen.

Bisher laufe es bei der ersten, kleineren Testreihe in Deutschland sehr gut, hatte Studienleiter Professor Peter Kremsner vom Institut für Tropenmedizin am Montag gesagt. Derzeit gebe es etwa 180 Probanden. Brasilien ist zum Testlabor der Welt geworden. Auch Testreihen der Unternehmen AstraZeneca, Sinovac und Biontech/Pfizer laufen dort bereits.

Deutsche Bahn lehnt Reservierungspflicht im Fernverkehr ab

9.22 Uhr: Die Corona-Krise hat sich im zweiten Quartal auch auf die Bruttoverdienste der Beschäftigten in Deutschland ausgewirkt. Vor allem der verbreitete Einsatz von Kurzarbeit und die damit verbundenen geringeren Arbeitszeiten (-4,7 Prozent) drückten auf die Bruttoeinkommen, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden berichtete. Die Einkommen sanken im Vergleich zum Vorjahresquartal um 2,2 Prozent.

Allerdings glich das Kurzarbeitergeld für die Betroffenen einen Großteil der Einkommensverluste netto wieder aus. Auf die Arbeitsstunde gerechnet waren die Bruttoverdienste im zweiten Quartal sogar 2,6 Prozent höher als ein Jahr zuvor.

8.15 Uhr: Nach der Teilverstaatlichung der Lufthansa prüft die Bundesregierung einem Medienbericht zufolge den Einstieg in mehr als ein Dutzend weitere Unternehmen. „14 Unternehmen haben bereits ausdrücklich Bedarf an einer Rekapitalisierung angezeigt“, zitierte das „Handelsblatt“ aus einer Antwort von Wirtschaftsstaatssekretär Ulrich Nußbaum auf eine schriftliche Frage der Grünen-Politikerin Katharina Dröge.

Bei der „weit überwiegenden Anzahl der Unternehmen“ stehe die Prüfung am Anfang, fügte Nußbaum dem Bericht zufolge hinzu. Es ließen sich daher „zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine belastbaren Aussagen über die Art etwaiger Stabilisierungsmaßnahmen treffen“. „Dass so viele größere Unternehmen auf staatliche Unterstützung setzen, zeigt einmal mehr den Ernst der Lage“, sagte Grünen-Politikerin Dröge der Zeitung.

Die Bundesregierung hatte Ende März den 600 Milliarden Euro umfassenden Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) aufgelegt, um deutsche Unternehmen vor den Auswirkungen der Corona-Krise abzuschirmen und laut Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) die „Substanz unserer Wirtschaft“ zu erhalten. Der Fonds richtet sich vor allem an Konzerne und größere Mittelständler.

8.01 Uhr: Obwohl Fahrgastzahlen in Fernzügen trotz der Corona-Pandemie wieder steigen würden und das Abstandhalten schwieriger werde, lehnt die Deutsche Bahn eine Reservierungspflicht im Fernverkehr ab. Das berichtet tagesschau.de. Gäbe es eine Reservierungspflicht, wären spontane Fahrten – etwa für Kurzentschlossene oder für Inhaber einer Bahncard 100 – kaum möglich, begründete ein Konzernsprecher.

Weihnachtsmärkte sollen 2020 trotz Corona-Pandemie stattfinden

7.32 Uhr: Der Modehändler Zalando hat im zweiten Quartal deutlich mehr verdient als im Vorjahr. Der Nettogewinn stieg von 45,5 Millionen auf 122,6 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Dienstag in Berlin mitteilte. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) wurde mit 211,9 Millionen Euro mehr als verdoppelt.

Zalando profitierte im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie von deutlich mehr Bestellungen der Kunden über das Internet. Der Umsatz stieg daher um 27,4 Prozent auf gut 2 Milliarden Euro. Die Prognose für 2020 bekräftigte das Unternehmen.

5.02 Uhr: Die Zahl der weltweit bekannten Corona-Infektionen ist innerhalb von weniger als drei Wochen von 15 Millionen auf mehr als 20 Millionen gestiegen. Das geht aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor.

Etwa die Hälfte der bestätigten Infektionen entfielen demnach auf nur drei Länder: die USA mit mehr als fünf Millionen Infektionen, Brasilien mit über drei Millionen und gut zwei Millionen in Indien. Damit hat sich die Zahl der Infektionen innerhalb von rund sechs Wochen verdoppelt. Mindestens 730.000 Menschen starben nach einer Infektion.

4.53 Uhr: Weihnachtsmärkte soll es trotz der Corona-Krise auch in diesem Jahr geben. Deutsche Großstädte wie Dresden, Nürnberg, Mainz oder Düsseldorf bereiten sich daher schon jetzt im Hochsommer auf den Budenzauber vor. Klar ist jedoch auch, dass die Märkte unter anderen Bedingungen stattfinden werden als in den Vorjahren, wie Sprecher der einzelnen Städte mitteilten.

Während mancherorts über räumliche Entzerrungen beraten wird, um den Mindestabstand leichter einhalten zu können und Massen zu vermeiden, denken andere Städte über Essen nur zum Mitnehmen nach. Auch Einlasskontrollen und Maskenpflicht seien denkbar. „Das macht den Weihnachtsmarkt unlauschiger“, räumte ein Mainzer Sprecher ein. Doch am „unlauschigsten“ sei gar kein Weihnachtsmarkt.

Rückforderung der Corona-Soforthilfen bedeutet viel Arbeit für Bundesländer

1.37 Uhr: Etwa 60 Prozent der Betreiber von Gaststätten und Hotels in Deutschland sehen die Corona-Krise inzwischen als Existenzbedrohung an. Das ergab eine aktuelle Umfrage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga unter 7200 Gastronomen und Hoteliers, über die die „Bild“-Zeitung berichtete.

Demnach gaben 59,6 Prozent der teilnehmenden Betriebe an, sie kämpften wegen der Folgen der Pandemie ums wirtschaftliche Überleben. Für den Zeitraum Januar bis Juli nannten die Befragten im Durchschnitt einen Umsatzverlust von 60,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dabei betrugen die Einbußen im März 63 Prozent, im April 86,8 Prozent, im Mai 73,7 Prozent, im Juni 52,2 Prozent und im Juli 43,2 Prozent.

1.28 Uhr: Griechenland hat wegen eines Anstiegs der Coronavirus-Infektionsraten seine Schutzmaßnahmen verschärft. In zahlreichen Gebieten und Städten, darunter beliebten Touristenzielen, müssen Restaurants und Bars künftig um Mitternacht schließen, wie Regierungssprecherin Aristotelia Peloni am Montag im Fernsehen mitteilte. Außerdem wurden Einreisebeschränkungen für Reisende aus mehreren EU-Staaten verhängt. Reisende aus Deutschland sind davon aber nicht betroffen.

1.01 Uhr: Durch die Rückforderung von Corona-Soforthilfen wegen möglicher Fehlverwendung kommt auf die Bundesländer viel Arbeit zu. Die Abwicklung des Soforthilfe-Programms – von der Bewilligung, Überprüfung bis hin zur möglichen Rückforderung – „liegt in der Verantwortung der Länder, insbesondere auch die stichprobenartige und verdachtsabhängige Kontrolle der bestimmungsgemäßen Verwendung“.

Dies geht aus einer Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Grünen hervor, die unserer Redaktion vorliegt. „Die Bundesregierung weckte mit der Ankündigung der Hilfen große Hoffnungen. Bei der unangenehmen Seite, nämlich der Frage von Rückzahlungen, wälzt die Bundesregierung die Verantwortung gänzlich auf die Länder ab“, kritisiert Claudia Müller, Mittelstandsbeauftragte der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen.

Montag, 10. August: Gesundheitsminister gegen Rückkehr von Fans in Stadien

21.53 Uhr. Virologen der Ruhr-Universität in Bochum haben in einer Studie herausgefunden, dass bestimmte handelsübliche Mundwasser die Corona-Viren im Mund effektiv reduzieren. Mit prophylaktischen Gurgeln mit Mundwasser, könnte das Ansteckungsrisiko verringert werden, glauben die Virologen. Zur Behandlung von Corona-Patienten sei Mundwasser nicht geeignet, betonen sie gleichermaßen. Zudem seien die Experimente mit Mundwasser bisher auch nur unter Laborbedingungen erfolgt. An der Studie waren auch Virologen aus Jena, Ulm, Duisburg-Essen, Nürnberg und Bremen beteiligt.

20.12 Uhr: Auch die Gesundheitsminister der Länder haben sich geschlossen gegen eine Rückkehr von Fußball-Fans in die Bundesliga-Stadien zum gegenwärtigen Zeitpunkt ausgesprochen. Sie seien „zu einer einhelligen Position gekommen, dass wir ausgehend von der jetzigen pandemischen Lage es nicht befürworten, die Stadien zu öffnen“, sagte die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Montag als Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz.

„Gesundheitspolitisch befürworten wir zurzeit zumindest bis zum 31. Oktober die Öffnung der Stadien nicht. Danach kann man noch mal aufgrund der Lage miteinander diskutieren.“ Kalayci hatte sich zuvor mit ihren Ressortkollegen und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mit den Plänen der Deutschen Fußball Liga (DFL) befasst.

„Wir sehen das Konzept der DFL als guten Willen und auch als gute Grundlage, sehen aber zwei Probleme“, sagte sie. Zum einen werde die Ausgestaltung der Hygienekonzepte den Gesundheitsämtern überlassen, die schon jetzt sehr belastet seien.

Das zweite Manko sei, dass das Konzept nicht die An- und Abreise und damit „kritische Infektionsmomente“ beinhalte. Aufgrund der pandemischen Lage, wäre eine Rückkehr der Fans „eine falsche Signalwirkung“.

19.20 Uhr: Die Zahl der bestätigten Neuinfektionen mit dem Coronavirus nimmt in vielen Ländern Europas wieder zu. Das liegt zum einen an der Zunahme von Tests, zum anderen aber auch an der Lockerung von Corona-Maßnahmen - zu diesem Schluss kommt das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) in ihrer jüngsten Risikobewertung für die Länder des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) zuzüglich Großbritannien.

Weitere Anstiege der Infektionszahlen und mit ihnen zusammenhängenden Krankenhausaufenthalten und Todesfällen könnten vermindert werden, indem ausreichende Kontrollmaßnahmen rechtzeitig wiedereingeführt oder verstärkt würden. Zugleich sei es natürlich, dass die Menschen weniger achtsam bei der Einhaltung der Maßnahmen geworden seien. Dem müsse mit der richtigen Kommunikation entgegengewirkt werden.

Dem ECDC wurden bis Montag rund 1,82 Millionen Corona-Fälle aus dem EWR-Raum gemeldet.

Corona-Infektionszahlen gestiegen: Griechenland beschließt Einschränkungen

17.38 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hält eine Rückkehr von Fans zu Spielen der Fußball-Bundesliga trotz guter Corona-Schutzkonzepte vorerst für unangebracht. „Tausende Zuschauer in den Stadien – das passt nicht zum aktuellen Infektionsgeschehen“, erklärte der CDU-Politiker am Montag bei Twitter nach Beratungen mit den Länder-Gesundheitsministern.

Jetzt heiße es, keine vermeidbaren Risiken einzugehen. „Wir spüren, dass wir wachsam bleiben müssen. In der jetzigen Situation wären Zuschauer auf den Rängen das falsche Signal.“ Das Konzept der Deutschen Fußball Liga sei in der Theorie gut. Entscheidend sei in der Pandemie aber die Praxis im Alltag.

17.16 Uhr: Die griechische Regierung hat nach gestiegenen Corona-Infektionszahlen umfangreiche Einschränkungen für zahlreiche Urlaubsregionen und Städte angeordnet. Zudem wurde die traditionelle Messe von Thessaloniki (5. bis 13. September) abgesagt. Deutschland wäre in diesem Jahr das Partnerland dieser Messe gewesen.

Nachdem am Vortag mehr als 200 nachgewiesene Corona-Fälle gemeldet wurden, müssen alle Tavernen, Bars und Discos in zahlreichen Regionen des Landes, darunter auf Kreta, Santorin, Mykonos und anderen bekannten Urlaubsregionen um 24.00 Uhr schließen. Diese Maßnahme gilt vorerst bis 23. August, teilte eine Regierungssprecherin in Athen mit.

Zudem müssen alle über die Landesgrenzen einreisende Menschen ab 17. August einen negativen Coronatest vorlegen, egal aus welchem Land sie stammen. Der Test darf nicht älter als 72 Stunden sein. Das Auswärtige Amt in Berlin hat seine Reisehinweise für Griechenland am Montag entsprechend aktualisiert.

Corona-Ausbruch im Mutterkloster des Franziskanerordens in Assisi

16.14 Uhr: Die iranischen Behörden sollen die Tagesszeitung „Dschahan Sanaat“ wegen eines kritischen Corona-Berichts geschlossen haben. „Mir wurde telefonisch mitgeteilt, dass auf Anordnung des Medienaufsichtsrat unsere Zeitung „Dschahan Sanaat“ wegen eines Interviews über Corona geschlossen worden ist“, sagte Chefredakteur Mohammed-Resa Saadi .

In dem Interview kommt ein Epidemiologe zu Wort, der berichtet, dass die Corona-Fallzahlen im Iran aus politischen und sicherheitstechnischen Gründen manipuliert würden. Die wahren Zahlen, insbesondere die der Toten, sei Zwanzigmal höher als vom Gesundheitsministerium veröffentlicht.

Zudem sei die Pandemie im Iran viel früher ausgebrochen, als bekannt sei. Dies sei aber wegen der Parlamentswahlen und des Jahrestages der Revolution, die beide Anfang Februar stattfanden, geheimgehalten worden.

Das Gesundheitsministerium hat den Bericht dementiert und das Blatt als unprofessionell kritisiert. Einerseits sei der Epidemiologe in dem Interview gar nicht -wie angegeben - Mitglied des Corona-Krisenstabs, andererseits seien seine Aussagen unsachlich und die Angaben falsch.

15.37 Uhr: Im Mutterkloster des Franziskanerordens in Assisi ist es zu einem Coronavirus gekommen. Wie ein Sprecher des Klosters mitteilte, seien acht Novizen und zehn Mönche positiv auf das Virus getestet worden. Die Infizierten befänden sich in Isolation, ihr Zustand sei aber gut.

Trotz der Infektionen kommen weiterhin Pilger und Touristen in das Kloster, die die Franziskuskirchen im Geburtsort des Ordensgründers unter Beachtung der gegebenen Vorsichtsmaßregeln besuchen. Sie werden von den gesunden Mönchen betreut. Jährlich besuchen mehr als eine Million Gläubige und Touristen die Kirchen in der Geburtstadt des Ordensgründers Franz von Assisi im mittelitalienischen Umbrien.

Schauspieler Antonio Banderas mit dem Coronavirus infiziert

15.24 Uhr: Schauspieler Antonio Banderas ist mit dem Coronavirus infiziert. Das hat er bei Twitter bekannt gegeben. Der Zeitpunkt seiner Erkrankung ist besonders ärgerlich: Der Spanier wird heute 60 Jahre alt. „Es geht mir relativ gut, ich bin nur etwas müder als sonst“, schreibt er bei Twitter.

Banderas ist einer der größten europäischen Hollywood-Stars. Vor dreieinhalb Jahren erlitt er beim Sport in seinem Haus unweit von London einen Herzinfarkt, der sein Leben veränderte. „Der Infarkt hat mir das Leben gerettet. Plötzlich räumst du den wirklich wichtigen Dingen Vorrang ein“, bilanzierte Banderas in mehreren seiner jüngsten Interviews.

15.00 Uhr: Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird es bis auf Weiteres immer wieder zu steigenden Corona-Zahlen kommen. „Man kann es eine zweite Welle nennen, man kann es eine zweite Spitze nennen, man kann es ein Aufflammen nennen, man kann es nennen wie man will - nimmt man den Druck von diesem Virus, kommt das Virus zurück“, sagte WHO-Experte Michael Ryan in Genf. Es sei außergewöhnlich schwer, das Virus zu stoppen.

In mehreren Ländern Europas stiegen die Infektionszahlen jüngst wieder an, was vielerorts Sorge vor einem erneuten rasanten Anstieg der Fallzahlen ausgelöst hat. Die Aufgabe besteht laut Ryan darin, durch Nachverfolgung, Tests und lokale Maßnahmen Ausbruch für Ausbruch schnell einzudämmen und so weitere landesweite Lockdowns wie im Frühjahr zu vermeiden. „Das sagen wir den Ländern in Europa: Lasst den Druck auf dem Virus“, so Ryan.

WHO-Expertin Maria van Kerkhove erinnerte an die zentrale Bedeutung großer Menschenansammlungen für die Verbreitung des Erregers. „Das Virus liebt solche Ansammlungen.“ Die WHO erwartet diese Woche das Überschreiten der Marke von weltweit 20 Millionen Infizierten.

Familienministerin Giffey will erneute flächendeckende Schließung von Kitas vermeiden

14.06 Uhr: Eine erneute flächendeckende Schließung von Kitas in der Corona-Pandemie soll nach dem Willen von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) unbedingt verhindert werden. Dies sei das „große Ziel“, sagte Giffey am Montag bei der Vorstellung von Hilfsmaßnahmen des Bundes für das neue Kita-Jahr. Der Bund will dazu die Länder finanziell unterstützen und zudem mit einer groß angelegten Studie die Rolle von Kitas bei der Verbreitung des Coronavirus untersuchen.

Giffey stellte zudem fünf Leitlinien vor, an denen sich Kitas orientieren können. Hygiene sei auch dort das A und O, sagte die Ministerin. Eine besondere Rolle komme dabei dem Lüften zu. Erwachsene wie Eltern und Erzieherinnen sollten zudem auf den notwendigen Abstand achten und gegebenenfalls Masken tragen. Für die Kinder sei das Tragen von Masken dagegen nicht praktikabel. Auf Sommerfeste oder ähnliche Veranstaltungen solle verzichtet werden.

Genaueren Aufschluss über Corona-Infektionen in Kitas soll eine Studie bringen, die vom Deutschen Jugendinstitut und dem Robert-Koch-Institut vorgenommen wird. Es solle erforscht werden, welche Rolle Kinder im Infektionsgeschehen spielten, sagte Giffey. Es gebe zwar bereits Einzelstudien dazu, aber wenige Erkenntnisse darüber, wie ein Regelbetrieb an Kitas sich auf das Infektionsgeschehen auswirke. Lesen Sie dazu: Corona-Studie zu Kitas – Wie riskant ist der Regelbetrieb?

13.17 Uhr: Der Freistaat Bayern hat dem Bund vorgeschlagen, im Ausland weitere Regionen als Corona-Risikogebiete zu definieren. „Die Ausweitung kann deutlich dynamischer erfolgen als in der Vergangenheit“, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU)nach einer Sitzung seines Kabinetts in Nürnberg.

Die bisherigen Tests bei Reiserückkehrern hätten gezeigt, dass viele positiv Getestete auch aus Gebieten zurückkämen, die derzeit nicht als Risikogebiete gelten. Derzeit sind rund 130 der knapp 200 Länder der Welt als Risikogebiete definiert.

Markus Söder warnt vor Infektionsrisiko: „Corona wird jeden Tag gefährlicher“

12.58 Uhr: Die Zahl der Corona-Krankschreibungen ist laut der Krankenkasse Barmer bei den unter 40-Jährigen deutlich gestiegen. Innerhalb von vier Wochen bis zum 18. Juli stieg die Zahl bei den Barmer-Versicherten um 31 Prozent von 744 auf 978 an. Dagegen seien die Fallzahlen bei den über 40-Jährigen nahezu konstant geblieben.

Die Corona-Pandemie sei „keineswegs ausgestanden“, warnte Barmer-Vorstandschef Christoph Straub. „Ganz im Gegenteil, die Gefahr einer zweiten Welle baut sich offensichtlich immer mehr auf.“ Er mahnte: „Wenn die Abstands- und Hygieneregeln zunehmend missachtet werden, kann das Menschenleben gefährden.“

Die Krankenkasse wies darauf hin, dass sich die Gesamtzahlen regional sehr unterschiedlich entwickelt hätten. Über alle Altersklassen hinweg wurde der stärkste Anstieg demnach mit 33 Prozent in Baden-Württemberg gemessen. Dagegen gab es in Brandenburg gar einen Rückgang von 18 Prozent, auch in Sachsen sank die Zahl der Krankschreibungen in dem Zeitraum um zehn Prozent.

12.39 Uhr: CSU-Chef Markus Söder hat vor einem wachsenden Infektionsrisiko durch das Coronavirus gewarnt. „Corona wird jeden Tag gefährlicher“, sagte Bayerns Ministerpräsident nach einer außerplanmäßigen Kabinettssitzung via Video. Corona sei in ganz Europa auf dem Vormarsch. Zugleich nähmen Leichtsinn und Unvernunft zu, wie Söder es formulierte. Daher müssten die Menschen zu der Vorsicht zurückkehren, die in den vergangenen Wochen ein guter Schutz gewesen sei.

Immer mehr Infizierte klagten auch nach Monaten noch über Spätfolgen wie fehlenden Geruchssinn. Das zeige, dass Corona viel heimtückischer und gefährlicher sei als bislang angenommen. Daher müsse mit Umsicht reagiert werden, sagte der CSU-Chef.

11.36 Uhr: Als wegen des Coronavirus die Schulen schlossen und der Unterricht von zu Hause aus stattfand, wurde überdeutlich, wie sehr arme Familien und vor allem deren Kinder im Nachteil sind. Nun legt die Regierung inmitten der Pandemie neu fest, wie viel Hartz-IV-Empfänger zum Leben brauchen. Kritiker zweifeln am Verfahren. Lesen Sie hier: Hartz IV – in der Krise gibt es sieben Euro mehr und Kritik

Maskenpflicht in Schule: Lehrerverband mit klarer Forderung

10.24 Uhr: Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, hält eine Maskenpflicht in Klassenzimmern für unabdingbar, wenn der Unterricht in üblicher Weise vonstattengehen soll. „Wer vollen Unterrichtsbetrieb will, kommt an der Maskenpflicht nicht vorbei“, sagte Meidinger der „Passauer Neuen Presse“.

Weder Lehrer noch Schüler seien Fans der Maskenpflicht. „Aber das ist wohl das Opfer, das wir zumindest vorübergehend bringen müssen, um eine zweite Infektionswelle zu verhindern“, betonte Meidinger. Er bezeichnete es als „aberwitzig“, dass in Supermärkten, Zügen, Bussen, Gaststätten und bei Veranstaltungen Masken und Abstandsregelungen vorgeschrieben seien und an Schulen auf beides verzichtet werde.

„Was derzeit in Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern, also da, wo der Schulbetrieb gestartet ist, an Hygieneschutzmaßnahmen vor Ort umgesetzt wird, reicht mit Sicherheit nicht aus, um den Wegfall der Abstandsregel in Klassenzimmern zu kompensieren“, sagte er der Zeitung. Nordrhein-Westfalen gehe mit seiner beschränkten Maskenpflicht auch im Klassenzimmer den richtigen Weg.

9.34 Uhr: Vor dem Start in das neue Kita-Jahr fordern Elternvertreter den Bund zu mehr finanzieller Unterstützung bei der Umsetzung einer pandemiegerechten Betreuung auf. Es brauche „kreative Lösungen, vor allem was Personal und Räume angeht. Wenn das Geld kostet, muss der Bund das in die Hand nehmen“, sagte die Bundessprecherin der Elternvertretung der Kinder in Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege (Bevki), Ulrike Grosse-Röthig, unserer Redaktion.

Finanzielle Hilfe sei etwa „für die Anmietung von mehr Räumen und für mehr Personal“ notwendig, sagte Grosse-Röthig. Dies lasse sich zum Beispiel über einen nationalen Fonds regeln. „Wir haben gesehen, wie viel Geld zur Stützung der Wirtschaft geflossen ist, das geht also“, sagte die Elternvertreterin.

Zudem kritisierte Grosse-Röthig die unübersichtliche Lage bei der Organisation des Kita-Starts: „Jedes Bundesland macht irgendwas.“ Die Einrichtungen bräuchten Ansprechpartner in den jeweiligen Ministerien, die für die Kitas zuständig seien, forderte Grosse Röthig.

„Große Sorge“ bereite vielen Eltern auch die Betreuung der Kinder bei Krankheitssymptomen. Viele Eltern hätten die ihnen gesetzlich zustehenden Kinderkrankentage bereits in den zurückliegenden Corona-Monaten aufgebraucht. Dies könne jetzt zu Problemen führen, wenn etwa ein Kind Schnupfensymptome habe „und man vorsorglich zuhause bleibt“. Die Zahl der Kinderkrankentage müsse in dieser Situation „deutlich erhöht werden, sonst werden wir viele kranke Kinder in den Einrichtungen sehen“, warnte Grosse-Röthig.

Paris führt Maskenpflicht an stark besuchten Orten im Freien ein

8.04 Uhr: An besonders stark besuchten Orten in Paris gilt ab heute auch im Freien eine Maskenpflicht. Betroffen sind nach Angaben der Pariser Stadtverwaltung vor allem die Ufer der Seine sowie touristische Sehenswürdigkeiten, Märkte und Einkaufsstraßen. Bei Missachtung der Maskenpflicht droht eine Geldbuße in Höhe von 135 Euro.

Zahlreiche weitere Städte in Frankreich hatten zuvor bereits eine Pflicht zum Tragen von Schutzmasken an besonders belebten Orten erlassen, darunter Nizza, Marseille und La Rochelle. Landesweit gilt eine Maskenpflicht in allen öffentlich zugänglichen Räumen.

6.42 Uhr: US-Gesundheitsminister Alex Azar ist von Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen zu einem politisch brisanten Treffen empfangen worden. Bei der Begegnung in Taipeh lobte Azar das taiwanische Vorgehen gegen die Corona-Pandemie als „eines der erfolgreichsten der Welt“. Sein Besuch in Taiwan war im Vorfeld von der chinesischen Regierung scharf kritisiert worden.

Peking betrachtet die südlich vom chinesischen Festland gelegene Insel Taiwan als abtrünnige Provinz, die wieder mit der Volksrepublik vereinigt werden soll - notfalls auch mit militärischer Gewalt. Azar ist nach Angaben der US-Regierung der höchstrangige Vertreter der USA, der seit der Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Washington und Peking im Jahr 1979 die Regierung von Taiwan besucht.

5.08 Uhr: An Bord eines Flugzeugs müssen sich Passagiere an die Ansagen des Kapitäns halten - auch was die Maskenpflicht angeht. „Der Flugkapitän hat die hoheitliche Gewalt an Bord und ist der offizielle Vertreter der Sicherheitsbehörden“, erklärt der Reiserechtler Paul Degott. „Er kann alle nötigen Maßnahmen zur Sicherheit der Crew, der Passagiere und des Flugzeugs ergreifen.

“Die Maßnahmen können sehr weitreichend sein: Randaliert ein Fluggast zum Beispiel im Streit um das Tragen der Maske, kann sich der Kapitän für eine Zwischenlandung entscheiden, wenn er die Sicherheit des Fluges ernsthaft gefährdet sieht. „Das kann teuer werden und einen Passagier definitiv ruinieren“, warnt Degott. So etwas passiert manchmal, wenn betrunkene Reisende ausrasten.

Die Fluggesellschaft Tuifly bestätigt: Rechne man alles zusammen, könnten mit zusätzlichen Landegebühren, Treibstoff und Kompensationen für Folgeflüge durchaus 50 000 Euro zusammenkommen. Kommt es zu dieser Entscheidung, trage der Passagier die Schuld, so Degott. Der Kapitän wird seine Crew hinter sich haben und immer argumentieren können, warum eine Zwischenlandung notwendig geworden ist. „Da habe ich in der Regel schlechte Karten.“

Schuljahr beginnt unter Corona-Bedingungen

5.02 Uhr: Mit Corona-Schutzmaßnahmen startet an diesem Montag in drei weiteren Bundesländern das neue Schuljahr. Nachdem in der vergangenen Woche bereits in Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg die Schüler an die Schulen zurückgekommen waren, geht es jetzt in Schleswig-Holstein, Brandenburg und Berlin los.

In Schleswig-Holstein sollen möglichst viele der rund 363 000 Schüler wieder so viel Präsenzunterricht wie möglich bekommen. Bildungsministerin Karin Prien (CDU) spricht von der Wiederaufnahme des Regelbetriebs unter Corona-Bedingungen. Das Ministerium empfiehlt Schülern und Lehrern dringend, in den ersten zwei Wochen eine Mund-Nasen-Bedeckung in der Schule zu tragen - auch während des Unterrichts. Die Jahrgangsstufen 1 bis 6 sind davon ausgenommen.

Eine Maskenpflicht in der Schule, wie sie andere Länder haben, lehnt Prien als zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht verhältnismäßig und nicht verfassungskonform ab. Bei Husum ist eine Schule schon vor dem Start wegen einer infizierten Lehrerin vorsorglich zunächst für die kommende Woche geschlossen worden. Negative Testergebnisse der Kollegen, die am Sonntag getestet wurden, könnten aber dafür sorgen, dass die Schüler möglicherweise schon früher wieder in den Unterricht dürfen, bestätigte der Kreis Nordfriesland.

In Brandenburg gilt in Fluren, Treppenhäusern und Mensen eine Maskenpflicht für Schüler und Lehrer, aber nicht in Klassenräumen und auf Schulhöfen. Weil das Kabinett erst am Dienstag über die Corona-Verordnung berät, ist der Mund-Nasen-Schutz in Schulen zunächst freiwillig. Im Hygieneplan ist ein Mindestabstand von 1,50 Metern für Lehrer untereinander festgeschrieben, nicht aber für Schüler. Sie sollen aber so im Klassenraum sitzen, dass enge Kontakte während des Unterrichts minimiert werden.

Auch in Berlins Schulen gilt der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht mehr. Stattdessen beschloss der Senat eine Maskenpflicht für Schulgebäude, die Lehrer und Schüler einzuhalten haben. Sie kommt auf Fluren, in Aufenthalts- und Begegnungsräumen zum Tragen, nicht jedoch im Unterricht oder auf dem Schulhof. In Mecklenburg-Vorpommern mussten am Freitag - in der ersten Woche des neuen Schuljahres - zwei Schulen wegen Corona-Fällen wieder geschlossen werden.

4.32 Uhr: Die Bahntochter Cargo will in Zukunft noch mehr Güterverkehr auf Schienen verlagern und Straßen entlasten. Das geht aus Angaben von Stefan Winkler, Standortleiter Halle der DB Cargo, hervor. „Wir sind überzeugt davon, dass wir in Zukunft noch mehr Verkehr auf die Schiene bringen und die Straßen entlasten“, sagte Winkler der Deutschen Presse-Agentur. Durch Corona habe es nur einen leichten Knick im Geschäft gegeben.

Die Anzahl der bearbeiteten Züge im Rangierbahnhof Halle befindet sich den Angaben zufolge deutlich über Vorjahresniveau. Nur in einer Woche dieses Jahres sei das nicht der Fall gewesen. Man sei auf mehr Schienengüterverkehr vorbereitet, sehe die Chancen, so Winkler. Nicht nur, dass Schienenverkehr umweltfreundlicher als Straßenverkehr sei, auch Corona sei für den Standort Halle kein großes Problem.

So arbeiteten Lokführer räumlich allein, beim Entkoppeln der Waren sei viel Abstand möglich, generell gebe es überwiegend Alleinarbeitsplätze. „Die Rahmenbedingungen waren noch nie so günstig“, sagte Winkler.

4.30 Uhr: Der Städtetag Nordrhein-Westfalen unterstützt grundsätzlich die Maskenpflicht zum Schuljahresbeginn, fordert aber praxistaugliche Erleichterungen. „An heißen Sommertagen brauchen wir dann großzügigere Hitze-Frei-Entscheidungen“, sagte der Vorsitzende des Städtetags, Pit Clausen, der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf.

Auch die Landesschülervertretung fordert, dass Hitzefrei in Zeiten coronabedingter Maskenpflicht nun auch für Oberstufenschüler gelten müsste. Die Hitze setze schließlich nicht nur Schülern der Sekundarstufe I zu, argumentieren sie. Bislang sieht der Hitzefrei-Erlass der Landesregierung hitzefrei für die Oberstufe nicht vor. In Grundschulen und in der Sekundarstufe I entscheiden die Schulleiter über die Befreiung.

Im Erlass heißt es: „Als Anhaltspunkt ist von einer Raumtemperatur von mehr als 27 Grad Celsius auszugehen. Beträgt die Raumtemperatur weniger als 25 Grad Celsius, darf Hitzefrei nicht erteilt werden.“ Zum Schulstart gilt in NRW ab Mittwoch Maskenpflicht in allen Schulgebäuden und auf dem Gelände - in weiterführenden und berufsbildenden Schulen sogar im Unterricht. Diese strenge Regelung gibt es bislang nur in NRW.

4.13 Uhr: Der Einsatz von sogenannten Containment-Scouts in den Gesundheitsämtern für die Nachverfolgung von Corona-Kontakten soll um weitere sechs Monate verlängert werden. Das kündigte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in der „Augsburger Allgemeinen“ an. Der Bund stelle dem Robert Koch-Institut dafür 10,7 Millionen Euro für Personal- und Sachkosten zur Verfügung.

„Unsere Gesundheitsämter vor Ort spielen in der Bekämpfung der Corona-Epidemie eine zentrale Rolle. Mit den Containment-Scouts unterstützen wir sie kurzfristig und flexibel“, so Spahn. Seit April seien mehr als 510 Scouts rekrutiert worden, zunächst für sechs Monate. Bei den Scouts bestehe eine hohe Bereitschaft, die Arbeit in den Gesundheitsämtern fortzusetzen, hieß es aus dem Gesundheitsministerium.

Ärzte warnen vor Rückkehr in Fußballstadien

3.11 Uhr: Der Ärzteverband Marburger Bund hat eindringlich vor einer Rückkehr der Fußballfans in die Stadien gewarnt. „Die Gefahr von Massenansteckungen wäre real“, sagte die Verbandsvorsitzende Susanne Johna der „Neuen Osnabrücker Zeitung.“ Das in der vergangenen Woche von der Deutschen Fußball-Liga (DFL) vorgelegte Infektionsschutzkonzept nannte sie „unrealistisch“.

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern wollen heute über Regeln für die mögliche Rückkehr von Fans in die Fußballstadien beraten. Der DFL-Plan sieht weder Stehplätze noch Alkohol bis Ende Oktober, einen Verzicht auf Gästefans bis zum Jahresende und die Sammlung sämtlicher Kontaktdaten vor. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) lobte das Konzept, mahnte aber eine sinnvolle und präzise Anwendung an.

Johna sagte jedoch, sie halte es für „unrealistisch“, dass dieser Plan Ansteckungen verhindern könne. Ein einziger Infizierter unter den Fans könne zur Folge haben, dass sich das Virus „wie ein Lauffeuer“ ausbreite. Dass die Fans auf ihren Sitzen hocken blieben, wenn ihre Mannschaft ein Tor schieße, könne sie sich nicht vorstellen: „Da liegt man sich in den Armen und denkt nicht an Corona.“

2.50 Uhr: Nach dem verheerenden Erdbeben wurde fast nichts im zentralitalienischen Amatrice wiederaufgebaut. Die Corona-Krise ist eine Chance. Urlauber zieht es ins Erdbebengebiet.

2.01 Uhr: Deutschlands oberster Verbraucherschützer Klaus Müller hat wegen schleppender Rückzahlung von Tickets mehr Druck von der Bundesregierung auf die Lufthansa gefordert. „Es kann nicht sein, dass die Lufthansa Hilfszahlungen in Milliardenhöhe aus Steuergeldern erhält und trotzdem Kunden zu illegalen Zwangsdarlehen zwingt“, sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) den Partnerzeitungen der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft (Montag).

Die Airline müsse bis Ende August alle ausgefallenen Flugtickets vollständig erstatten. Nach den massenhaften Flugausfällen in der Corona-Krise warten zahlreiche Verbraucher auch Wochen und Monate später noch auf die rechtlich verbindliche Erstattung ihrer Tickets. Dabei müssen die Gesellschaften eigentlich den Ticketpreis grundsätzlich innerhalb von sieben Tagen erstatten.

„Wir stehen zu dem Thema Erstattungen in bestem Kontakt zur deutschen Bundesregierung“, sagte eine Lufthansa-Sprecherin am Wochenende. Insgesamt seien im Jahr 2020 für die gesamte Lufthansa-Gruppe bisher mehr als 2 Milliarden Euro ausbezahlt worden. Flüge aus den Monaten März und April seien bereits weitestgehend abgearbeitet. Weniger als eine Milliarde Euro an Erstattungen stünden noch aus.

1.01 Uhr: Kino geht in der Corona-Krise nur mit Mindestabstand – und meist älteren Filmen. Doch der Cinemaxx-Chef Frank Thomsen ist dennoch optimistisch: „Die Lust auf Kino wird wiederkommen“. Lesen Sie hier das Interview.

0.12 Uhr: Innenstaatssekretär Günter Krings hat die Einführung einer Anzeigepflicht vor geplanten Reisen in Corona-Risikogebiete vorgeschlagen. „Bei Reisen in Risikogebiete sollten wir darüber nachdenken, ob wir eine vorherige Anzeigepflicht einführen“, sagte der CDU-Politiker der „Rheinischen Post“.

„Wer in ein Risikogebiet reisen will, sollte das vorher dem Gesundheitsamt melden, damit es hinterher leichter überprüfen kann, ob der verpflichtende Corona-Test bei der Einreise gemacht und gegebenenfalls die Quarantäne eingehalten wurde.“

Sonntag, 9. August: Altmaier fordert, Deutschlands Corona-Politik zu überprüfen

  • Griechenland meldet Rekord bei Neuinfektionen
  • 1500 Menschen bei Demonstration gegen Corona-Maßnahmen in Dortmung
  • Mehr als fünf Millionen Corona-Infektionen in den USA
  • Bundesregierung kritisiert Lufthansa wegen der zögerlichen Erstattungen
  • Peter Altmaier will Coronapolitik wegen hoher Zahlen überprüfen
  • Trump erlässt per Dekret neue Corona-Hilfen

Samstag, 8. August 2020: Spahn will 20.000 Zusatzstellen für Pflegehelfer finanzieren

  • In Jerusalem haben sich Tausende Menschen vor der Residenz von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu versammelt und seinen Rücktritt gefordert. Die Demonstranten warfen ihm unter anderem vor, in der Pandemie nicht genug zum Schutz von Arbeitsplätzen und Geschäften unternommen zu haben. Die Proteste nahmen in den vergangenen Wochen zu.
  • Gegner der Corona-Schutzmaßnahmen haben sich am Samstag in Stuttgart zu einer „Querdenken“-Demo versammelt. Organisiert wurde die Demonstration von der Initiative „Querdenken 711“. Bei der Kundgebung trat auch der Fußballweltmeister von 1990, Thomas Berthold, auf
  • Brasilien hat als weltweit zweites Land nach den USA die Marke von 100.000 Corona-Toten überschritten
  • Die italienische Regierung hat die Anti-Corona-Maßnahmen des Landes bis zum 7. September verlängert. In dem Dekret sind in dem unter anderem die Maskenpflicht in geschlossenen, öffentlichen Räumen und die Abstandsregeln weiter vorgeschrieben. Auch größere Menschenansammlungen bleiben verboten
  • Die Bundesregierung warnt nach einem deutlichen Anstieg der Neuinfektionen in Rumänien und Bulgarien vor touristischen Reisen in mehrere Regionen der beiden Länder
  • Jochen Stephani ist an Covid-19 gestorben, wie Tausende in Deutschland. Seine Familie erzählt davon – und ist enttäuscht von den Behörden. Lesen Sie: Tod durch Corona: Der einsame Leidensweg einer Familie
  • Mehrere CDU-Politiker kritisieren die kostenlosen Pflichttests für Einreisende aus Corona-Risikogebieten: „Der Aufwand für selbst gewählte Risiken kann nicht ständig auf die Gesellschaft abgewälzt werden“, sagte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff dem „Spiegel“.
  • In Deutschland gilt nun eine Testpflicht für Einreisende aus Corona-Risikogebieten. Wer aus solchen Regionen nach Deutschland kommt, muss sich bei der Einreise auf das Coronavirus testen lassen
  • Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will die Personalausstattung in Altenpflege und Geburtshilfe durch staatliche Zuschüsse verbessern. Ein Gesetzentwurf des Ministeriums, der unserer Redaktion vorliegt, sieht vor, 20.000 zusätzliche Stellen für Pflegehilfskräfte in der Altenpflege vollständig über einen Vergütungszuschlag zu finanzieren

Freitag, 7. August 2020: Überschuldete Unternehmen sollen länger geschützt werden

  • Vorerst wird es kein weiteres riesiges Corona-Konjunkturpaket in den USA geben. Die zugehörigen Verhandlungen zwischen Republikanern und Demokraten sind bis auf Weiteres gescheitert
  • Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) will überschuldete Unternehmen noch länger von der Pflicht zum Insolvenzantrag befreien
  • Wegen der Corona-Krise droht Wissenschaftlern zufolge zwischen 30 und 40 Millionen Mietern in den USA in den kommenden Monaten eine Zwangsräumung. Damit könnten bis zu 43 Prozent aller Miethaushalte betroffen sein, hieß es in einer veröffentlichten Studie
  • Der US-Bundesstaat New York will trotz der Coronavirus-Pandemie im September wieder mit dem Schulunterricht im Klassenzimmer beginnen
  • Das Bundesamt für Verfassungsschutz sieht Extremisten nicht als die treibenden Kräfte auf den Corona-Demonstrationen. „Rechts-, aber auch einige Linksextremisten haben versucht, die Corona-Proteste zu instrumentalisieren“, sagte Präsident Thomas Haldenwang in der Samstagsausgabe der „Süddeutschen Zeitung“. „Sie prägen das Demonstrationsgeschehen oder die inhaltliche Debatte derzeit nicht“, sagte Haldenwang mit Blick auf die Extremisten
  • Eine der Institutionen des deutschen Trash-TV könnte coronabedingt seine Kulisse verlieren. Findet das Dschungelcamp „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus?“ dieses Mal nicht im Dschungel statt? Für die Dreharbeiten, die eigentlich im kommenden Januar stattfinden sollen, überlegt RTL wegen der Corona-Krise eine Verlegung des Camps
  • Wer seine Corona-Infektion bei der Corona-Warn-App melden will, bleibt wohl nicht immer anonym. Wie der „Spiegel“ berichtet, müssten viele positiv getestete Menschen ihre Infektion über eine Telefonhotline mitteilen. Lesen Sie hier: Virologe Drosten: Jeder Bürger sollte ein Kontakt-Tagebuch führen
  • Japan hat so viele Corona-Neuinfektionen registriert wie noch nie an einem Tag seit Beginn der Pandemie: Am Freitag registrierten die Behörden 1597 Neuansteckungen
  • Die Bundesregierung hebt die Reisebeschränkungen für Paare ohne Trauschein auf. Ab kommender Woche können auch unverheiratete Partner aus Nicht-EU-Staaten wieder nach Deutschland einreisen
  • Auch Schleswig-Holstein führt Bußgelder für Maskenverweigerer ein. Wer sich weigert in Bussen und Bahnen einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, muss künftig 150 Euro zahlen.
  • Die Norweger sollten Auslandsreisen vermeiden, rät der Gesundheitsminister des Landes, Bent Hoie. Das gelte auch, wenn dort die Corona-Infektionen niedrig seien
  • In Indien sind die Zahlen der Neuinfektionen erneut dramatisch in die Höhe geschossen. Innerhalb eines Tages waren zuletzt über 60.000 neue Fälle gemeldet worden, die Gesamtzahl stieg damit auf über zwei Millionen
  • Die Moderatorin Dunja Hayali musste am Wochenende einen Dreh bei der Corona-Demo in Berlin abbrechen, weil die Situation für das Team zu gefährlich war. In ihrer Sendung zeigte sie die Ausschnitte. Mehr dazu: „Dunja Hayali“: Wie umgehen mit den Corona-Leugnern?
  • Australien will seine Grenzen vorläufig weiter geschlossen halten. Es werde noch „einige Monate“ dauern, bis wieder Ausländer und Ausländerinnen einreisen dürften, sagte Premierminister Scott Morrison
  • Experten befürchten bis Dezember insgesamt rund 300.000 Corona-Tote in den USA
  • Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor einem Verteilkampf des möglichen Corona-Impfstoffes

Donnerstag, 6. August 2020: Spahn beschwichtigt: Kritische Schwelle ist nicht überschritten

Mittwoch, 5. August 2020: Italien droht Ryanair wegen Corona-Verstößen mit Flugverbot

  • Auf einem Gemüsehof im niederbayerischen Mamming gab es 17 weitere Corona-Infektionen. Zuvor waren bereits rund 230 Erntehelfer positiv getestet worden
  • In Frankreich erreicht die Pandemie mit 1695 Neuinfektionen ein Zwei-Monats-Hoch. Damit haben sich insgesamt 194.029 Menschen angesteckt
  • Wegen des Anstiegs von Corona-Fällen warnt das Auswärtige Amt vor touristischen Reisen in die belgische Provinz Antwerpen
  • Die Kanaren versichern als erste Region Spaniens alle Besucher gegen zusätzliche Kosten im Falle einer Infektion mit dem Coronavirus während des Urlaubs auf den Inseln.
  • In Afghanistan hat sich einer Studie zufolge bereits fast ein Drittel der Bevölkerung mit dem Coronavirus angesteckt, das entspricht etwa zehn Millionen Menschen
  • Die italienischen Behörden drohen Ryanair wegen Verstößen gegen die Sicherheitsregeln zum Schutz vor dem Coronavirus mit einem Flugverbot im italienischen Luftraum
  • Der Corona-Ausbruch im österreichischen Touristenort St. Wolfgang ist nach Einschätzung der Behörden unter Kontrolle
  • Weil die Geschäfte während des Lockdowns geschlossen waren, haben die Leute vermehrt im Internet eingekauft. Davon hat auch die deutsche Post profitiert. Der Umsatz zwischen April und Juni stieg um rund drei Prozent auf knapp 16 Milliarden Euro
  • Mitten in der Corona-Krise durften sich die Rentner in Deutschland im vergangenen Juli über eine deutliche Erhöhung ihrer Rentenbezüge freuen. Das bedeutet aber nicht, dass die Rentner die Folgen der Corona-Krise nicht zu spüren bekommen. Der Bund Deutsche Rentenversicherung geht von einer Nullrunde für 2021 aus.
  • Trotz Corona gibt es in Deutschland weniger Bewerber als Ausbildungsplätze. Jugendliche schauen sich vermehrt nach Alternativen zur klassischen Ausbildung um, erklärte das Institut der deutschen Wirtschaft. Das Studium gelte als „krisensicher, der kleine Ausbildungsbetrieb um die Ecke eher nicht“
  • Brandenburgs Landesbildungsministerin Britta Ernst (SPD) hat für ihr Bundesland die Einführung einer Maskenpflicht an Schulen angekündigt
  • Nach Nordrhein-Westfalen wollen auch Schleswig-Holstein und Niedersachsen Bußgelder für „Masken-Muffel“ in Bussen und Bahnen verhängen
  • Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina empfiehlt, dass an Deutschlands Schulen von der fünften Klasse an auch im Unterricht Maske getragen wird. Lesen Sie hier: Namhafte Corona-Berater: Was ist eigentlich die Leopoldina?
  • IT-Sicherheitsexperten und das Bundesamt für IT-Sicherheit schlagen Alarm, weil es in der Corona-Krise zu einem dramatischen Anstieg von Hacker-Angriffen kommt. Lesen Sie hier: Homeoffice bietet Angriffsfläche – so oft schlagen Hacker zu
  • Die Corona-Krise hat einen US-Schuldirektor in kurzer Zeit zum Internet-Star gemacht. Quentin Lee aus Alabama sammelte in wenigen Tagen mehr als 4,5 Millionen YouTube-Klicks. Das Video sehen Sie hier: Schuldirektor landet viralen YouTube-Hit mit Corona-Rap
  • Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter hat der Bundesregierung schwere Versäumnisse bei der Pandemiebekämpfung an Schulen vorgeworfen. Das ganze Interview lesen Sie hier: Hofreiter: Regierung bei Corona-Schutz an Schulen fahrlässig

Dienstag, 4. August 2020: Berlin erlaubt wieder Prostitution

  • Angesichts steigender Infektionszahlen hat die Türkei die Maßnahmen gegen das Coronavirus verschärft. Beschlossen wurden unter anderem tägliche Quarantäne-Kontrollen und strengere Auflagen für Hochzeiten und Trauerfeiern
  • Nach monatelangem Verbot wegen der Corona-Pandemie wird Sexarbeit in Berlin schrittweise wieder erlaubt. Lesen Sie hier: Berlin erlaubt Prostitution wieder – ohne Geschlechtsverkehr
  • Als erste niederländische Städte führen Amsterdam und Rotterdam eine Maskenpflicht ein. An belebten Straßen, auf Plätzen und Märkten muss ab Mittwoch eine Gesichtsmaske getragen werden.
  • Die Bundesregierung hat die Reisewarnung für die Türkei teilweise aufgehoben. Das Auswärtige Amt teilte mit, dass die formelle Warnung vor touristischen Reisen in die Provinzen Antalya, Izmir, Aydin und Mugla entfällt.
  • In Mecklenburg-Vorpommern müssen Schüler und Lehrer künftig auf dem Schulgelände eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Die Maskenpflicht gelte ab Klasse fünf, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD).
  • Nach den massenhaften Verstößen gegen die Corona-Auflagen bei den Demos in Berlin am vergangenen Wochenende hat sich eine Debatte über die Grenzen der Versammlungsfreiheit entfacht. Bundeswirtschaftsminister Altmaier forderte härtere Strafen für Verstöße gegen Corona-Regeln. Lesen Sie mehr dazu: Anti-Corona-Demo befeuert Debatte über Versammlungsrecht.
  • Die Sharing Economy ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Für Unternehmen wie die Wohnungs-Vermietungs-Plattform Airbnb, der Taxidienst Uber oder der Büroflächenvermieter WeWork ist die Corona-Krise eine Zäsur. Wie hart die Sharing Economy von der Pandemie getroffen wird, lesen Sie hier: Airbnb, Uber und Co.: Beendet Corona die Idee des Teilens?
  • Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 879 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet.
  • In den USA ist die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus den zweiten Tag in Folge zurückgegangen. Innerhalb von 24 Stunden seien 46.321 neue Ansteckungen registriert worden.

Montag, 3. August 2020: Neue Corona-Regeln an den Schulen – Sommerfest in Wiesbaden sorgt für Anstieg der Infektionszahlen

  • In einigen Bundesländern gehen die Sommerferien zu Ende und Hamburg sowie Nordrhein-Westfalen haben für die Schüler bereits eine Maskenpflicht angekündigt. Dennoch gibt es Unterschiede bei der genauen Ausgestaltung der neuen Corona-Regel. In Sachsen zum Beispiel sieht Kultusminister Christian Piwarz aktuell keine Notwendigkeit für eine Maskenpflicht an Schulen. Entscheiden dürfen es dort aber am Ende die einzelnen Schulleitungen. In Hessen verhält es sich genauso. Droht den Schülern dank des Föderalismus nun ein Corona-Regelchaos an den Schulen? Lesen Sie hier den Überblick, was in welchem Bundesland für Schüler gilt.
  • Bei einem privaten Sommerfest in Wiesbaden haben sich nach Angaben der Stadt bisher 18 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Ein großer Teil der Gäste sei bereits ermittelt, getestet und einige unter Quarantäne gestellt worden. Einige Testergebnisse würden noch ausstehen. „An diesem Beispiel sieht man wieder, dass ein Einhalten der Hygiene- und Abstandsregeln auch bei Feierlichkeiten enorm wichtig ist“, sagte Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) der Mitteilung zufolge.
  • Die Berliner Polizei hat den Veranstaltern der Anti-Corona-Demo in Berlin in Bezug auf die Teilnehmerzahlen deutlich widersprochen. Die Organisatoren von „Querdenken 711“ behaupten, an der Demo hätten 1,3 Millionen Menschen teilgenommen. Die Berliner Polizei will hingegen nur 17.000 Menschen in der Spitze gezählt haben. Bei dem vorherigen Protestzug auf der Straße des 17. Juli seien laut Polizei 20.000 Menschen mitmarschiert.
  • Die Infektionsgefahr an Schulen in Sachsen ist laut einer Studie „extrem niedrig“. Das gab Professor Wieland Kiess vom Leipziger Universitätsklinikum bei der Vorstellung der Studienergebnisse in Dresden bekannt. Während der Corona-Studie im Mai und Juni sind bei 2600 Schülern und Lehrern keine Infektionen festgestellt worden. „Die akute Ansteckung lag bei Null“, sagte Kiess. Zudem fanden die Forscher in nur 14 von 2300 Blutproben Antikörper, die auf eine bereits überstandene Corona-Erkrankung hinweisen.
  • Die Bahn hat auf die Forderungen der Bundesregierung und der Grünen reagiert, die Maskenpflicht in den Zügen und Bussen des Unternehmens durchzusetzen. „Wenn eine Minderheit geltende Regeln missachtet, ist dies für uns nicht hinnehmbar“, teilte der Konzern der Deutschen Presse-Agentur mit. Bestehende Länder-Verordnungen erlaubten bei renitenten Maskenverweigerern einen Ausschluss von der Beförderung.
  • Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich in einer Videobotschaft an die Bevölkerung gewandt und vor Leichtsinnigkeit in der Corona-Pandemie gewarnt. „Die Verantwortungslosigkeit einiger weniger ist ein Risiko für uns alle“, sagte Steinmeier. Wer jetzt nicht besonders vorsichtig sei, gefährde die Freiheit vieler. Um einen zweiten Lockdown zu verhindern, müsse die Zeit bis zur Verfügbarkeit wirksamer Medikamente mit Disziplin und Vernunft überbrückt werden. „Der Weg zur Normalität, die wir uns doch alle wünschen, geht nicht über Leichtsinn, Sorglosigkeit und Ignoranz“, mahnte Steinmeier.
  • In weiteren französischen Gemeinden gilt jetzt eine Maskenpflicht im Freien. In 69 zusätzlichen Gemeinden des Départements Mayenne müssen seit Montag die Schutzmasken auch auf der Straße getragen werden. In der Küstenmetropole Nizza muss Medienberichten zufolge jetzt auf bei Touristen beliebten Plätzen eine Maske im Freien getragen werden. Bei Nichteinhaltung drohe ein Bußgeld von 35 Euro, berichtete France 3. Die Präfektur von Lille hatte zuvor für die Stadt eine Maskenpflicht etwa in der Fußgängerzone angekündigt. Auch auf Parkplätzen an Einkaufszentren oder in Parks ist die Maske verpflichtend.
  • Bei Corona-Tests von Reiserückkehrern aus Risikogebieten an den nordrhein-westfälischen Flughäfen werden rund 2,5 Prozent der Urlauber Corona-positiv getestet. Dies sei eine „relativ hohe“ Trefferquote, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) im Deutschlandfunk. 40 bis 50 Prozent der Rückkehrer machten von dem kostenlosen Angebot Gebrauch.
  • Haustiere wie Hunde und Katzen können von Menschen mit dem Coronavirus infiziert werden. Diese Annahme von Wissenschaftlern hat jetzt eine Studie italienischer Forscher bestätigt. Sie untersuchten in Norditalien, vor allem in der Lombardei, 540 Hunde und 277 Katzen. Die Tiere lebten in Haushalten mit Corona-Patienten oder in besonders stark von Corona betroffenen Gebieten. 3,4 Prozent der Hunde und 3,9 Prozent der Katzen hatten Antikörper gegen das Virus gebildet.

Sonntag, 2. August 2020: Hohe Bußgelder bei Verstößen gegen Corona-Regeln gefordert

  • Das für die Zulassung von Impfstoffen in Deutschland zuständige Paul-Ehrlich-Institut macht Hoffnung auf eine vergleichsweise schnelle Verfügbarkeit einer Corona-Impfung. „Die Zuversicht ist groß, denn wir haben gerade in den letzten Wochen erlebt, dass wir aus den ersten klinischen Prüfungen Ergebnisse erhalten haben, die zeigen, dass einige Impfstoffe tatsächlich eine spezifische Immunreaktion beim Menschen gegen Coronavirus 2 induzieren können“, sagte Präsident Klaus Cichutek am Sonntagabend im ZDF. Weltweit gebe es 140 bis 150 Impfstoffprojekte in diesem Bereich.
  • Zwei Maskenverweigerer haben auf einem Flug von Amsterdam nach Ibiza randaliert und sind nach der Landung von spanischen Sicherheitskräften festgenommen worden. Die beiden Männer hätten sich auf dem Flug am Freitag geweigert, Masken zu tragen, und andere Passagiere verbal und körperlich angegriffen, sagte ein Sprecher der Fluglinie der niederländischen Nachrichtenagentur ANP. Lesen Sie hier: Maskenverweigerer randalieren auf KLM-Flug – Festnahme
  • Der Corona-Ausbruch im niederbayerischen Mamming weitet sich aus. In einem weiteren Betrieb haben sich 43 Saisonarbeiter mit dem Virus angesteckt. „Diese und auch deren Kontaktpersonen befinden sich in Quarantäne“, sagte Landrat Werner Bumeder (CSU) am Sonntag. Am Vortag hatten die Behörden noch von 27 Fällen gesprochen. Die Tests in weiteren Betrieben und bei Bürgern im Landkreis Dingolfing-Landau seien negativ gewesen. „Nach jetzigem Stand liegt also nur ein Infektionsherd in Mamming vor.“
  • Nach der Massendemonstration gegen Corona-Vorschriften in Berlin hat der Vizevorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Thorsten Frei, ein härteres Vorgehen des Staates gegen Regelbrecher gefordert. Diese Demonstranten seien „eine Gefahr für unser Land“, sagte Frei unserer Redaktion. Daher sollten die Ordnungsbehörden „stärker auf schlüssige und detaillierte Hygienekonzepte bei Demonstrationsgenehmigungen drängen“. Die Umsetzung müsse mit empfindlichen Geldbußen für die Organisatoren verbunden werden. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach forderte „dreistellige Bußgelder“ bei Verstößen gegen Maskenpflicht und Abstandsgebot. Dafür solle eine bundeseinheitliche Regelung getroffen werden.
  • Die Kreuzfahrtreederei Aida Cruises hat ihren Neustart nach der Corona-Zwangspause kurzfristig verschoben. Die geplanten Mini-Kreuzfahrten auf der Ostsee für die erste Augusthälfte wurden am Sonntag abgesagt. Entgegen den Erwartungen des Unternehmens stehe eine letzte formale Freigabe für den Start der Kurzreisen ab 5. August durch den Flaggenstaat Italien noch aus, teilte Aida an seinem Sitz in Rostock mit. Betroffen sind mehrere Fahrten zwischen Anfang und Mitte August. Bei den geplanten Fahrten ab dem 16. August geht Aida davon aus, dass sie stattfinden können, wie ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur sagte.
  • Mindestens 40 Crew-Mitglieder eines in Norwegen vor Anker liegenden Passagierschiffs haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Unter ihnen sei auch ein deutscher Staatsbürger, teilte die norwegische Reederei Hurtigruten mit. 33 andere Betroffene kämen aus den Philippinen, je einer aus Frankreich und aus Norwegen. Keiner von ihnen zeige Anzeichen einer Krankheit. Insgesamt sind derzeit noch 154 Crew-Mitglieder an Bord der „Roald Amundsen“.
  • Im Nachbarland Polen steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen, das Land registrierte so viele neue Fälle wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Am Samstag verzeichneten die Behörden nach eigenen Angaben 658 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Seit drei Tagen registriert das EU-Land täglich neue Rekordwerte. Die Regierung in Warschau erwägt deshalb schärfere Maßnahmen gegen eine weitere Ausbreitung des Virus.
  • Die ZDF-Journalistin Dunja Hayali musste ihre Dreharbeiten auf der Demonstration gegen Corona-Maßnahmen in Berlin abbrechen. Hayali und ihr Team waren zuvor mehrfach beschimpft worden, offenbar gab es zu große Sicherheitsbedenken. In einem rund 37 Minuten langen Video, das Hayali auf Instagram postete, ist zu sehen, wie Demo-Teilnehmer ihr und ihrem Team am Samstag „Lügenpresse“ und „Schämt euch“ entgegenrufen. Hayali berichtet selbst von Beleidigungen und Bedrohungen, ohne konkrete Beispiele zu nennen.

Samstag, 1. August 2020: Altmaier fordert härtere Strafen vor Verstöße gegen Corona-Regeln

  • Tausende Israelis haben an mehreren Orten des Landes gegen Korruption und das Krisenmanagement von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in der Corona-Pandemie protestiert. Nach Angaben der Polizei nahmen an einer Demonstration in Jerusalem mehr als 7000 Menschen teil. Sie forderten den Rücktritt des Regierungschefs
  • 135 Bewohner einer Gemeinschaftsunterkunft in Nürnberg sind unter Quarantäne gestellt worden, weil einer der Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden ist
  • Polen hat so viele neue Corona-Fälle registriert wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Am Samstag verzeichneten die Behörden nach eigenen Angaben 658 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden
  • Bei der Auflösung der Kundgebung von Gegnern staatlicher Corona-Auflagen in Berlin hat die Polizei die Veranstaltungsbühne besetzt. Lesen Sie mehr: Demo gegen Corona-Maßnahmen: Polizei besetzt Bühne
  • Im Kampf gegen das Coronavirus will Russland im Herbst mit den ersten Impfungen beginnen. Dies sei für Oktober geplant, sagte Gesundheitsminister Michail Muraschko der Staatsagentur Tass zufolge. Zunächst sollten Ärzte und Lehrer geimpft werden, dann schrittweise der Rest der Bevölkerung
  • Angesichts steigender Corona-Zahlen verschärft Helgoland die Maskenpflicht. Am kommendem Montag müsse zunächst für zwei Wochen auf der Einkaufsstraße Lung Wai und auf der Promenade vom Hafen bis zum Dorfkern eine Mund-Nase-Bedeckung getragen werden
  • Mit einem Demonstrationszug haben Tausende Menschen in Berlin gegen die Corona-Maßnahmen protestiert. Die Polizei ging am Nachmittag von rund 15.000 Teilnehmern aus. Nach Polizeiangaben wurden dabei die Hygienevorgaben wie Abstand und Mund-Nasen-Schutz nicht eingehalten
  • Angesichts der Zunahme der Corona-Fälle erweitert Griechenland die Maskenpflicht. Wie der Zivilschutz mitteilte, müssen alle Menschen fortan in geschlossenen Räumen eine Maske tragen. Zudem sind Besuche in Krankenhäusern und Altersheimen nur im Ausnahmefällen erlaubt
  • Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat sich für härtere Strafen bei Verstößen gegen Corona-Regeln ausgesprochen. Ein Vorschlag Altmaiers: Man soll nur in Busse und Bahnen einsteigen dürfen, wenn man Schutzmaske trägt oder eine beim Einstieg erwirbt.
  • Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 955 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet
  • Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro spielt auch nach seiner Coronavirus-Infektion die Gefahren der Pandemie weiter herunter. Es gebe nichts zu befürchten, sagte er vor Reportern. „Ich bedauere die Todesfälle. Aber Menschen sterben jeden Tag, an vielen Dingen. So ist das Leben“
  • Angesichts der rasanten steigende Zahl von Coronainfektionen in Deutschland haben führende Politiker und Ökonomen vor einem weiteren Lockdown gewarnt. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sagte unserer Redaktion: „Einen zweiten Lockdown können wir uns nicht leisten. Das würde unsere Wirtschaft kaum verkraften und sich letztendlich auch negativ auf den Sozialstaat und seine Stabilität auswirken. Hilfsmaßnahmen wie im jetzigen finanziellen Rahmen ließen sich wohl nicht wiederholen“
  • Die Soforthilfe für in finanzielle Nöte geratene Studenten wird stark nachgefragt. Von den seit Juni zur Verfügung gestellten 100 Millionen Euro an Überbrückungshilfe sind laut Bundesbildungsministerium bereits über 28 Millionen Euro abgerufen worden

Freitag, 31. Juli 2020: Mallorca-Urlauber nach Corona-Infektion in Quarantäne

  • Nach dem Corona-Ausbruch auf einem Gemüsehof im niederbayerischen Mamming hat sich die Zahl der infizierten Erntehelfer auf 232 erhöht. Das Landratsamt leitete am Freitagabend nach eigenen Angaben „umgehend eine Trennung der nun positiv getesteten Saisonarbeitskräfte von den negativ Getesteten in die Wege“.
  • Nachdem das Auswärtige Amt einige Gebiete Spaniens zu Risikogebieten erklärt hat, fragen sich viele Deutsche, was nun mit ihren gebuchten Flügen nach Barcelona & Co. geschieht. Der Verbraucherzentrale Bundesverband macht gegenüber unserer Redaktion deutlich, dass kein rechtlicher Anspruch auf eine Rückerstattung besteht – egal, ob es eine Reisewarnung gibt oder nicht. Dennoch können Betroffene zumindest einen Teil des Ticketpreises wiederbekommen.
  • Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat aus seiner eigenen Corona-Infektion offensichtlich nichts gelernt. Bei einem Besucht in Bagé im Süden Brasiliens trug er zwar eine Maske, schüttelte aber Hände, wie das Portal „G1“ am Freitag berichtete. Daraufhin hätten sich Menschenansammlungen gebildet. Bolsonaro zeigte bei dem Auftritt demnach das umstrittene Malariamittel Hydroxychloroquin, das er zur Covid-19-Behandlung propagiert. Bolsonaro hatte vor mehr als drei Wochen bekanntgegeben, dass er sich mit dem Coronavirus infiziert habe . Mehrere Tests fielen positiv aus, am Samstag twitterte er dann, ein neuer Test bei ihm sei negativ ausgefallen.
  • Donald Trump hat in Bezug auf die Verschiebung der US-Wahlen eine Rolle rückwärts gemacht . „Ich will keine Verschiebung“, sagte Trump bei einer Pressekonferenz im weißen Haus. Nur einen Tag zuvor hatte Trump einen gänzlich anders lautenden Beitrag auf dem Kurznachrichtendienst Twitter abgesetzt. Auch wenn Trump jetzt nichts mehr von einer Verschiebung der Wahl wissen will, erneuerte er auf der Pressekonferenz ausführlich seine Befürchtungen zum Wahlbetrug.
  • Die Corona-Apps verschiedener europäischer Staaten sollen vernetzt werden. Die EU-Kommission soll den entsprechenden Auftrag bald den deutschen Unternehmen SAP und Telekom erteilen. Diese hatten bereits die deutsche Corona-Warn-App entwickelt – bei der zuletzt bekannt wurde, dass sie mehrere Wochen bei manchen Android- und iPhone-Benutzern nicht richtig funktioniert hatte .
  • Wegen der stark steigenden Zahl von Corona-Infektionen in Spanien warnt das Auswärtige Amt nun vor touristischen Reisen in drei Regionen des beliebtesten Urlaubslands der Deutschen. Betroffen von der formellen Reisewarnung sind nach einer Mitteilung des Auswärtigen Amts vom Freitag Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona und den Stränden der Costa Brava sowie die westlich davon im Landesinneren liegenden Regionen Aragón und Navarra, nicht aber Mallorca und auch nicht die Kanaren.
  • Nach einer Hochzeitsfeier sind im Kreis Kleve mehr als 50 Gäste positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte die Kreisverwaltung am Freitag mit. Bei der Veranstaltung habe es sich um eine Feier im benachbarten Kreis Wesel gehandelt, sagte eine Sprecherin. Bis auf wenige Ausnahmen seien allerdings alle Gäste im Ort Geldern im Kreis Kleve beheimatet. „Das Gesundheitsamt nimmt direkt Kontakt mit den positiv getesteten Personen auf, um weitere Informationen zu erhalten“, sagte Landrat Wolfgang Spreen. Die Kontaktpersonenermittlung laufe.
  • Mit ihrem Programm „Ausbildungsplätze sichern“ will die Bundesregierung Unternehmen Anreize bieten, Azubis zu halten oder gar neue Ausbildungsstellen zu schaffen . Ab kommender Woche können kleine und mittlere Betriebe daher die sogenannte Azubi-Prämie beantragen. Dafür stellt die Bundesregierung insgesamt 500 Millionen Euro bereit.
  • Erstmals seit der Wiedereröffnung der Balearen-Inseln mit Mallorca für den internationalen Tourismus sind Urlauber nach Behördenangaben positiv auf das Coronavirus getestet und in Quarantäne geschickt worden. Über die Herkunft oder die Nationalität der Betroffenen teilte die regionale Gesundheitsbehörde am Freitag auf Anfrage zunächst nichts weiter mit. Die Zeitung „Diario de Mallorca“ schrieb, es handele sich insgesamt um zehn Urlauber mit nur leichten oder gar keinen Krankheitssymptomen. Bereits zuvor hatte eine Familie aus Cottbus offenbar das Coronavirus mit nach Hause gebracht. Lesen Sie hier: Corona: Familie muss nach Mallorca-Urlaub in Quarantäne Wegen illegaler Partys hat die Regierung der Balearen vergangene Woche die Lokale am Ballermann und auch im bei Briten beliebten Vergnügungsareal Punta Ballena in Magaluf geschlossen. Lesen Sie dazu: Partys am Strand von Magaluf sorgen für Ärger auf Mallorca

Corona-News: Bisherige Meldungen im alten Live-Ticker

Wir starten unseren neuen News-Ticker. Alle bisherigen Nachrichten finden Sie in unserem bisherigen Corona-News-Ticker.

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