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Altmaier nennt Anstieg bei Corona-Infektionen „alarmierend“

Spahn: Testpflicht für Reiserückkehrer ab Sonnabend

Menschen, die aus Corona-Risikogebieten nach Deutschland kommen, müssen sich künftig bei der Einreise auf das Virus testen lassen. Dies sei ein "zumutbarer Eingriff in die Freiheitsrechte", erklärte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

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Wegen der zuletzt gestiegenen Infektions-Zahl fordert Minister Altmaier, die Corona-Politik zu überprüfen. Alle Infos im Newsblog.

Berlin. Die wichtigsten Nachrichten im Newsblog zur Corona-Krise:

  • Angesichts der zuletzt deutlich gestiegenen Corona-Infektionszahlen fordert Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), die Corona-Politik in Deutschland zu überprüfen
  • Paris verschärft die Maskenpflicht: Eine Mund-Nasen-Bedeckung muss an einigen Touristne-Hotspots auch im Freien getragen werden
  • In Israel haben Tausende Menschen vor dem Haus von Ministerpräsident Netanyahu protestiert und seinen Rücktritt gefordert
  • Die USA melden mehr als 60.000 Neuinfektionen binnen eines Tages
  • In Brasilien sind mehr als 100.000 Corona-Tote gezählt wordenin Brasilien gemeldet
  • In Ludwigslust wurden zwei weitere Lehrer positiv auf getestet. Mehr als 200 Schüler sind in Quarantäne
  • Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in Teile Bulgariens und Rumäniens. Betroffen ist auch der beliebte Goldstrand
  • Die Testpflicht für Einreisende aus Corona-Risikogebieten ist gestartet
  • In Deutschland gibt es unseren Recherchen zufolge bislang mehr als 216.900 registrierte Corona-Infektionen und mehr als 9200 Todesfälle
  • Weltweit wurden mehr als 19,6 Millionen Corona-Infektionen registriert, mehr als 726.000 Menschen starben an der Lungenerkrankung Covid-19 – davon allein mehr als 162.000 in den USA

Bundeswirtschaftminister Peter Altmaier (CDU) nennt den Anstieg der Zahl der Corona-Neuinfektionen „alarmierend“ – und fordert, Deutschlands Corona-Politik zu überprüfen.

Die Testpflicht für Einreisende aus Corona-Risikogebieten ist in Kraft: Seit Samstag müssen sich Menschen testen lassen, die aus Risikogebieten nach Deutschland kommen. An den Autobahnteststationen in Bayern war der Andrang sehr groß.

In der CDU regt sich Kritik daran, dass die Pflichttests kostenlos sind. Wer sich selbst Risiken aussetze, könne die Kosten nicht auf die Gesellschaft abwälzen, sagte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff dem „Spiegel“.

Corona-News-Ticker: Wieder mehr als 1100 Neuinfektionen in Deutschland

Nach mehreren Tagen mit mehr als 1000 Corona-Neuinfektionen in Deutschland ging die vom Robert Koch-Institut gemeldete Zahl am Sonntag um etwa die Hälfte auf 555 zurück. Das könnte daran liegen, dass nicht alle Gesundheitsämter in Deutschland am Wochenende ihre Corona-Zahlen ans RKI übermitteln.

Alle aktuellen RKI-Fallzahlen lesen Sie hier: RKI meldet neue Fallzahlen – Reproduktionszahl steigt

Sonntag, 9. August: Altmaier fordert, Deutschlands Corona-Politik zu überprüfen

10.27 Uhr: In Dänemark ist ein Schlachtbetrieb vorübergehend geschlossen worden, weil es einen Corona-Ausbruch gab. Wie der Fleischverarbeiter Danish Crown mitteilte, bleibe der Betrieb in Ringsted ab Montag zunächst für eine Woche geschlossen. Fast 150 Mitarbeiter sind dort bislang positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Mit der Schließung solle versucht werden, die Infektionsketten innerhalb des Personals zu durchbrechen. Beim deutschen Fleischverarbeiter Tönnies in Nordrhein-Westfalen hatte es nach einem Corona-Massenausbruch eine fast vierwöchige Zwangspause am Stammsitz in Rheda-Wiedenbrück gegeben. Mitte Juli war ein Anlaufen der Produktion wieder erlaubt worden. Der Vorfall hatte eine Debatte über die Arbeits- und Lebensbedingungen der dort angestellten Arbeiter ausgelöst.

7.55 Uhr: Angesichts steigender Infektionszahlen hat sich Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) dafür ausgesprochen, die Corona-Politik auf den Prüfstand zu stellen. „Nach einem halben Jahr Erfahrung mit dem Virus brauchen wir eine medizinische Einordnung dessen, was falsch gelaufen ist und geändert werden muss“, sagte Altmaier unserer Redaktion. „Wir müssen einen zweiten Lockdown mit aller Macht verhindern. Deshalb brauchen wir zielgenauere Maßnahmen und Korrekturen statt flächendeckender Rundumschläge.“

Der Minister bezeichnete den Anstieg der Neuinfektionen als „alarmierend“. Altmaier appellierte: „Wir müssen diesen Trend abflachen und umkehren, denn es geht um die Gesundheit aller, die Rückkehr der Kinder in die Schulen und den Aufschwung unserer Wirtschaft.“

7.31 Uhr: Nach dem massiven Rückgang von geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen in den ersten Monaten der Corona-Krise zeichnet sich eine Trendwende ab. Bis Ende Juni ist die Zahl der Minijobs in der gewerblichen Wirtschaft erstmals seit März wieder angestiegen, Das geht aus der jüngsten Statistik der Minijob-Zentrale der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See (KBS) hervor.

Demnach wurden zum Abschluss des zweiten Quartals bundesweit 5,9 Millionen Minijobs gezählt. Das waren rund 200.000 mehr als noch Ende Mai und entspricht einem Zuwachs von 3,5 Prozent. Allerdings gab es zu Beginn der Corona-Krise Anfang März noch rund 6,4 Millionen Minijobs und damit etwa 476.000 mehr als zuletzt.

Den Angaben zufolge waren zwischen März und Mai wegen der Corona-Krise vor allem in Gaststätten und Hotels sowie in den Bereichen Kunst, Unterhaltung und Erholung zahlreiche geringfügige Arbeitsstellen weggefallen. Nicht betroffen waren dagegen Erntehelfer sowie Tätigkeiten am Bau.

Trump erlässt per Dekret neue Corona-Hilfen

5.37 Uhr: Nach dem Scheitern von Verhandlungen zu einem neuen Konjunkturpaket im US-Kongress hat Präsident Donald Trump Verfügungen unterzeichnet, um mehrere Maßnahmen auch ohne eine Zustimmung des Parlaments durchzusetzen.

  • Arbeitslose sollen demnach bis zum Jahresende zusätzlich jeweils 400 Dollar pro Woche erhalten,
  • Bestimmte Zwangsräumungen sollen zeitweise verboten werden
  • Eine Sozialversicherungsabgabe soll ausgesetzt werden

Das erklärte Trump bei einer Pressekonferenz in seinem Golfclub im Bundesstaat New Jersey. Es gehe darum, dass Familien angesichts der Corona-Pandemie, die nicht ihre Schuld sei, wieder mehr Geld zur Verfügung hätten, sagte Trump vor den Journalisten. Zudem versprach er weitere Steuersenkungen für den Fall, dass er die Wahl am 3. November gewinnen sollte.

Nach Meinung von Kritikern stehen Teile seiner Verfügungen auf dünnem Eis, denn alle Maßnahmen, die neue Finanzmittel erfordern, bedürfen der Zustimmung des US-Kongresses. Dort wären Trumps Republikaner aber auf einen Kompromiss mit den Demokraten angewiesen. Die Verhandlungen der beiden Parteien waren am Freitag aber vorerst gescheitert. Trump zeigte sich auch zuversichtlich, dass seine Verfügungen trotz wahrscheinlich bevorstehender Klagen umgesetzt werden könnten.

Samstag, 8. August 2020: Spahn will 20.000 Zusatzstellen für Pflegehelfer finanzieren

21.39 Uhr: In Jerusalem haben sich Tausende Menschen vor der Residenz von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu versammelt und seinen Rücktritt gefordert. Die Demonstranten warfen ihm unter anderem vor, in der Pandemie nicht genug zum Schutz von Arbeitsplätzen und Geschäften unternommen zu haben. Die Proteste nahmen in den vergangenen Wochen zu.

Israel hatte im Mai einen begrenzten Lockdown aufgehoben, nachdem die Zahl der neuen Fälle gesunken war. Eine neuer Anstieg und neue Einschränkungen haben Netanyahus Zustimmungswerte jedoch auf unter 30 Prozent fallen lassen. Die Arbeitslosigkeit in Israel liegt bei 21,5 Prozent, die Wirtschaft dürfte 2020 um sechs Prozent schrumpfen.

21.01 Uhr: Gegner der Corona-Schutzmaßnahmen haben sich am Samstag in Stuttgart zu einer „Querdenken“-Demo versammelt. Organisiert wurde die Demonstration von der Initiative „Querdenken 711“. Bei der Kundgebung trat auch der Fußballweltmeister von 1990, Thomas Berthold, auf.

Berthold sagte der „Bild am Sonntag“: „Ich mache mich weder mit Verschwörungstheoretikern noch mit Rechtspopulisten gemein, habe nur meine Meinung über die Maßnahmen der Regierung gesagt.“ Der 55 Jahre alte Berthold spielte in seiner aktiven Karriere unter anderem für Eintracht Frankfurt, den FC Bayern München und den VfB Stuttgart. Als Verteidiger absolvierte er 62 Länderspiele, 1990 wurde er mit der deutschen Nationalmannschaft Weltmeister in Italien

Nach einer Umfrage lehnt eine große Mehrheit der Bevölkerung Demonstrationen gegen die Maßnahmen zum Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus ab. In einer am Samstag veröffentlichten Befragung des Forsa-Instituts im Auftrag der Mediengruppe RTL gaben 91 Prozent an, kein Verständnis für die Proteste zu haben.

20.59 Uhr: Brasilien hat als weltweit zweites Land nach den USA die Marke von 100.000 Corona-Toten überschritten. Das geht aus Zahlen hervor, die die größten Medienunternehmen des Landes ermittelten. Die Zahl der Infizierten nähert sich demnach der Marke von drei Millionen.

Präsident Jair Messias Bolsonaro hatte Covid-19 von Anfang an als „Hysterie“ und „kleine Grippe“ bezeichnet. Die von Bürgermeistern und Gouverneuren erlassenen Distanzregeln kritisierte Bolsonaro nicht nur, sondern sabotierte sie, indem er auf Demonstrationen seiner Anhänger bewusst ohne Maske auftrat und Bäder in der Menschenmenge nahm.

20.46 Uhr: Die US-Seuchenzentren CDC geben 62.042 bekannte Neuinfektionen und 1340 weitere Todesfälle bekannt. Damit sind in den USA insgesamt mehr als 4,9 Millionen Infektionen und 160.220 Tote verzeichnet.

Mecklenburg-Vorpommern: Weitere Lehrer in Ludwigslust infiziert

20.05 Uhr: Am Goethe-Gymnasium im westmecklenburgischen Ludwigslust sind zwei weitere Pädagogen positiv getestet worden. Die Schule war am Freitag geschlossen worden, nachdem die Infektion einer Lehrerin bekannt geworden war. Landrat Stefan Sternberg erklärte, 205 Schüler würden als Kontaktpersonen ersten Grades in Quarantäne geschickt. Sternberg zufolge werden am Montag nochmals das Schulpersonal und die 205 Schüler getestet. Der Unterricht werde aber für alle Schüler gewährleistet: Die Schule stelle auf das Lernen zu Hause am Computer um.

An der Grundschule in Graal-Müritz bei Rostock, die ebenfalls am Freitag wegen der Corona-Infektion eines Schülers vorsorglich geschlossen worden war, ist bislang kein weiterer Fall bekannt geworden. Mehr als die Hälfte der 137 zu testenden Schüler und Lehrer habe sich einem Abstrich unterzogen. Die noch ausstehenden Tests würden über das Wochenende erfolgen.

18.59 Uhr: Angesichts steigender Infektionszahlen verschärft Paris die Maskenpflicht. Ab Montag müssten Mund und Nase in gewissen Teilen der französischen Hauptstadt auch im Freien bedeckt sein, teilen die Behörden mit. Die genauen Orte sollen noch bekanntgegeben und eine entsprechende Liste regelmäßig aktualisiert werden.

17.05 Uhr: Nach der Ankündigung eines Großkonzerts vor 13.000 Menschen im September und der Kritik an dem Vorhaben hat sich am Samstag Sarah Connor an ihre Fans gewandt. Die Sängerin soll bei der Veranstaltung auftreten. „Ich höre euch“, schrieb Connor bei Facebook an die Kritiker und Kritikerinnen. „Und ich verstehe alle Bedenken und Einwände zu dem ersten großen Konzert in der ‘neuen Zeit’.“

Sie habe selber vier Kinder, davon eins, das in der Corona-Pandemie als besonders gefährdet eingestuft werden könne, schrieb Connor. Allerdings wünsche sie sich auch Verständnis für jene, deren Branche und Existenz bedroht sei. Für die Sängerin gehe es bei dem Konzert nicht um Party, sondern um das Retten der Jobs, „für die niemand kämpft“.

17.00 Uhr: In einem Heim für Menschen mit Behinderung in Bernstadt (Landkreis Görlitz) gab es mehrere Coronavirus-Infektionen. Wie das Landratsamt Görlitz am Samstag mitteilte, gab es drei neue Fälle in der Unterkunft. Die Zahl der bestätigten Infektionen stieg damit auf 41, wobei nun 31 Bewohnende und zehn Mitarbeitende betroffen seien. Bereits am Mittwoch hatte das Gesundheitsamt eine Quarantäne verhängt.

Das Landratsamt sucht für diese und eine weitere besonders vom Coronavirus betroffene stationäre Einrichtung im Landkreis nun dringend freiwillige Pflegerinnen und Betreuer, die aushelfen können.

Einige Hundert Menschen bei Corona-Demos in Stuttgart

15.56 Uhr: Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) sieht in dem neuen Schuljahr unter Corona-Bedingungen eine Herausforderung für alle Beteiligten, wie es sie in den Schulen „vielleicht noch nie“ gab. Das sagte Karliczek der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Sie appellierte, in der Schule Mund- und Nasenbedeckungen zu tragen, wenn die Abstandsregeln nicht eingehalten werden können.

Sie verstehe aber den Wunsch nach einer Rückkehr zum Präsenzunterricht, so Karliczek. Besonders benachteiligte Schülerinnen und Schüler hätten unter den Schulschließungen gelitten. „Denn sie erreichen wir mit digitalen Lernformaten noch nicht gut genug.“ Bund und Länder hätten auch deshalb ein 500-Millionen-Sofortprogramm vereinbart, „damit sich benachteiligte Schülerinnen und Schüler zum Beispiel Laptops bei ihren Schulen ausleihen können“.

14.28 Uhr: In Stuttgart haben sich nach Angaben der Polizei einige Hundert Menschen zu einer Demonstration gegen die Corona-Einschränkungen versammelt. Organisiert wurde der Protest von der Initiative „Querdenken 711“. Ein ähnlicher Protest war vergangene Woche in Berlin aufgelöst worden, nachdem viele Demonstrierende weder Masken trugen noch Abstandsregeln einhielten.

13.44 Uhr: Die italienische Regierung hat die Anti-Corona-Maßnahmen des Landes bis zum 7. September verlängert. Das Kabinett von Ministerpräsident Giuseppe Conte verabschiedete ein Dekret, in dem unter anderem die Maskenpflicht in geschlossenen, öffentlichen Räumen und die Abstandsregeln weiter vorgeschrieben werden. Auch größere Menschenansammlungen bleiben in Italien verboten.

12.24 Uhr: Die Bundesregierung warnt nach einem deutlichen Anstieg der Neuinfektionen in Rumänien und Bulgarien vor touristischen Reisen in mehrere Regionen der beiden Länder. Dazu zählt auch die bulgarische Urlaubshochburg Warna mit dem auch bei deutschen Reisenden beliebten Ort Goldstrand.

In Bulgarien sind nach den Reisehinweisen des Auswärtigen Amts außerdem Blagoewgrad und Dobritsch betroffen, in Rumänien die Kreise Argeș, Bihor, Buzău, Neamt, Ialomita, Mehedinti und Timiş. Die rumänischen Urlaubsregionen in Siebenbürgen und am Schwarzen Meer sind von der Warnung ausgenommen.

Die betroffenen Regionen in den beiden Ländern wurden gleichzeitig vom RKI als Risikogebiete ausgewiesen.

Corona: Zwei Spieler des 1. FC Köln positiv getestet

11.42 Uhr: Beim 1. FC Köln sind zwei Spieler positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das bestätigte der Verein am Samstag auf Twitter. „Beide begaben sich in Absprache mit dem Gesundheitsamt direkt in häusliche Quarantäne“, hieß es dort. „In den beiden Testrunden fielen alle anderen Tests negativ aus.“

Am Samstag trainierte das Team von Markus Gisdol drei Tage nach dem offiziellen Trainingsstart erstmals erstmals gemeinsam auf dem Platz. Unabhängig davon sei zudem der Spiel- und Trainingsbetrieb der U16- bis U19-Kader unterbrochen worden – „da Nachwuchsspieler in ihrem Umfeld Kontakt zu infizierten Personen hatten“, wie der Verein auf Twitter mitteilte.

10.27 Uhr: Nachdem in der ersten Woche nach den Sommerferien bereits zwei Schulen in Mecklenburg-Vorpommern wieder geschlossen wurden, kritisiert der Vorsitzende des Bundeselternrats die fehlende Vorbereitung in den Sommerferien. „Es ist ärgerlich, dass die Kultusminister das so lässig angegangen sind und die Sommerferien nicht dafür genutzt haben, einen verlässlichen Unterricht auch in Corona-Zeiten vernünftig vorzubereiten“, sagte Stephan Wassmuth gegenüber der „Welt“. Die Schulen seien zu schnell und unvorsichtig geöffnet worden.

10.24 Uhr: Jochen Stephani ist an Covid-19 gestorben, wie Tausende in Deutschland. Seine Familie erzählt davon – und ist enttäuscht von den Behörden. Lesen Sie: Tod durch Corona: Der einsame Leidensweg einer Familie

8.49 Uhr: Mehrere CDU-Politiker kritisieren die kostenlosen Pflichttests für Einreisende aus Corona-Risikogebieten: „Der Aufwand für selbst gewählte Risiken kann nicht ständig auf die Gesellschaft abgewälzt werden“, sagte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff dem „Spiegel“.

Vorübergehend sei die Regelung richtig, „um die sofortige Inanspruchnahme durch die Reisenden zu sichern.“ Für eine dauerhafte Lösung müsse aber über Alternativen nachgedacht werden, „zum Beispiel, ob die Kosten für die Tests auf die entsprechenden Flugtickets umgelegt werden“.

Noch deutlicher als Haseloff wurde der designierte Hamburger CDU-Landeschef Christoph Ploß. „Es ist nicht akzeptabel, dass die Kosten für die Tests allen Deutschen gleichermaßen aufgedrückt werden“, sagte Ploß dem „Spiegel“. Auch er begrüßte die Testpflicht, forderte aber: „Wer einen Test benötigt, sollte auch für ihn bezahlen.“ Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte die Kostenfreiheit zuletzt noch einmal verteidigt.

Corona: Erneut über 1000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden

6.30 Uhr: Auch am Samstag ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland vierstellig: 1122 neue Covid-19-Fälle innerhalb von 24 Stunden meldet das RKI. Am Donnerstag hat die Zahl zum ersten Mal seit Mai wieder über 1000 gelegen.

5.04 Uhr: In Deutschland gilt nun eine Testpflicht für Einreisende aus Corona-Risikogebieten. Wer aus solchen Regionen nach Deutschland kommt, muss sich seit diesem Samstag bei der Einreise auf das Coronavirus testen lassen. Der Test ist für die Betroffenen bis zu drei Tage nach der Ankunft kostenlos.

2.01 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will die Personalausstattung in Altenpflege und Geburtshilfe durch staatliche Zuschüsse verbessern. Ein Gesetzentwurf des Ministeriums, der unserer Redaktion vorliegt, sieht vor, 20.000 zusätzliche Stellen für Pflegehilfskräfte in der Altenpflege vollständig über einen Vergütungszuschlag zu finanzieren. Finanzielle Mehrbelastungen für die versorgten Pflegebedürftigen sollen ausgeschlossen sein.

Ferner sollen Pflegebedürftige künftig auch ohne ärztliche Verordnung Hilfsmittel genehmigt bekommen. Spahn sagte unserer Redaktion: „Eine gute Versorgung bedeutet Zuwendung. Die benötigt Zeit und damit genügend Personal.“ Die Neuerungen dienten dazu, „Pflegekräfte, Pflegebedürftige und ihre Angehörige gleichermaßen“ zu entlasten.

Freitag, 7. August 2020: Überschuldete Unternehmen sollen länger geschützt werden

22.20 Uhr: Vorerst wird es kein weiteres riesiges Corona-Konjunkturpaket in den USA geben. Die zugehörigen Verhandlungen zwischen Republikanern und Demokraten sind bis auf Weiteres gescheitert. Das erklärten die Verhandlungsführer der Demokraten, der Republikaner und der Regierung am im Kongress. Zunächst wurde keine weitere Gesprächsrunde anberaumt – nur Stunden bevor sich der Senat planmäßig für einen Monat in die Sommerpause verabschieden wollte.

Die Demokraten legten einen Kompromissvorschlag in Höhe von rund zwei Billionen Dollar (1,7 Billionen Euro) vor, die Republikaner wollten aber offenbar nicht über das von ihnen vorgeschlagene Paket von rund einer Billion Dollar hinausgehen.

21.53 Uhr: Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) will überschuldete Unternehmen noch länger von der Pflicht zum Insolvenzantrag befreien. „Um pandemiebedingt überschuldeten Unternehmen Zeit zu geben, sich durch das in vielen Branchen wieder anziehende Wirtschaftsgeschehen oder staatliche Hilfsangebote zu sanieren, werde ich vorschlagen, die Insolvenzantragspflicht für diese Unternehmen weiterhin bis Ende März 2021 auszusetzen“, sagte Lambrecht in der Samstagsausgabe der „Bild“-Zeitung . Die Regelung solle aber nur für Unternehmen gelten, die pandemiebedingt überschuldet, aber nicht zahlungsunfähig sind.

21.19 Uhr: Wegen der Corona-Krise droht Wissenschaftlern zufolge zwischen 30 und 40 Millionen Mietern in den USA in den kommenden Monaten eine Zwangsräumung. Damit könnten bis zu 43 Prozent aller Miethaushalte betroffen sein, hieß es in einer veröffentlichten Studie. Es drohe die „womöglich schwerwiegendste Unterkunftskrise in der Geschichte“ des Landes, warnten die Experten renommierter Einrichtungen wie dem Massachusetts Institute of Technology und der Universität Princeton.

Grundlage für die Analyse sind demnach vor allem Befragungen von Mietern und deren Angaben zu ihrer finanziellen Situation. Besonders stark gefährdet sind demnach Angehörige von Minderheiten, darunter Schwarze und Latinos.

Ein vorübergehendes Verbot von Zwangsräumungen auf Bundesebene für bestimmte Immobilien lief Ende Juli aus. Ähnliche Regelungen in mehreren Bundesstaaten sind ebenfalls ausgelaufen

Verfassungsschutz sieht Extremisten bei Corona-Demos nicht am Ruder

20.44 Uhr: Der US-Bundesstaat New York will trotz der Coronavirus-Pandemie im September wieder mit dem Schulunterricht im Klassenzimmer beginnen. Gouverneur Andrew Cuomo gab am Freitag grundsätzlich grünes Licht für eine Wiederaufnahme des Unterrichts. Bedingung ist aber, dass der Anteil positiver Corona-Tests in dem jeweiligen Schulbezirk unter fünf Prozent liegt. In den meisten Gebieten des Bundesstaats lag die Quote zuletzt bei rund einem Prozent.

Letztlich müssten die örtlichen Behörden und die Schulen die Entscheidung treffen, ob und wie sie wieder öffnen, betonte Gouverneur Cuomo. „Wenn die Lehrer nicht zurückkehren, dann können die Schulen nicht wirklich geöffnet werden. Wenn die Eltern die Schüler nicht schicken, dann werden die Schulen nicht wirklich geöffnet.“ Pläne für eine Wiedereröffnung der Schulen müssen von den Behörden des Bundesstaates abgesegnet werden.

19.52 Uhr: Das Bundesamt für Verfassungsschutz sieht Extremisten nicht als die treibenden Kräfte auf den Corona-Demonstrationen. „Rechts-, aber auch einige Linksextremisten haben versucht, die Corona-Proteste zu instrumentalisieren“, sagte Präsident Thomas Haldenwang in der Samstagsausgabe der „Süddeutschen Zeitung“. „Sie haben geglaubt, im Protest gegen die Corona-Politik würden sich die Leute hinter sie scharen. Aber das hat nicht funktioniert.“

Es wäre korrekt, dass bei den Demonstrationen seit einigen Wochen „einige Rechtsextreme“ mitmischen, sagte Haldenlang weiter. Diese hätten sich bewusst inszeniert und vor die Kameras gestellt. „So entsteht aber ein falsches Bild“, führte der Verfassungsschutzchef aus. „Sie prägen das Demonstrationsgeschehen oder die inhaltliche Debatte derzeit nicht“, sagte Haldenwang mit Blick auf die Extremisten. Eine Analyse der Reden auf den Demonstrationen habe vielmehr ergeben, dass dort „alle Verschwörungstheorien dieser Welt“ vertreten sind.

Neue Probleme bei der Corona-Warn-App

19.19 Uhr: Eine der Institutionen des deutschen Trash-TV könnte coronabedingt seine Kulisse verlieren. Findet das Dschungelcamp „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus?“ dieses Mal nicht im Dschungel statt? Für die Dreharbeiten, die eigentlich im kommenden Januar stattfinden sollen, überlegt RTL wegen der Corona-Krise eine Verlegung des Camps. Der britische Sender ITV gab bereits bekannt, dass die englischsprachige Version der Sendung in einer Schlossruine in Großbritannien stattfinden soll.

18.53 Uhr: Wer seine Corona-Infektion bei der Corona-Warn-App melden will, bleibt wohl nicht immer anonym. Wie der „Spiegel“ berichtet, müssten viele positiv getestete Menschen ihre Infektion über eine Telefonhotline mitteilen. Dabei würden ihre Namen und Rufnummern auf Papier notiert. Ein Telekom-Sprecher versicherte gegenüber dem „Spiegel“, dass die Notizen spätestens nach 60 Minuten wieder vernichtet werden würden.

Grund für dieses Vorgehen sei, dass die eigentlich vorgesehene automatisierte QR-Code-Lösung bisher nur bei der Hälfte aller Testeinrichtungen technisch funktioniere. Ein Viertel sei noch gar nicht dafür angebunden. Lesen Sie hier: Virologe Drosten: Jeder Bürger sollte ein Kontakt-Tagebuch führen

Japan verzeichnet neuen Rekord bei den Infektionszahlen

18.25 Uhr: Wieder gerät ein Schlachthof wegen eines Corona-Ausbruchs in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Nachdem in einem Schlachtbetrieb im niedersächsischen Großenkneten 28 Personen positiv auf das Virus getestet worden waren, haben die Behörden nun die komplette Spätschicht des Betriebs in eine zweiwöchige Quarantäne geschickt. Betroffen sind 270 Mitarbeiter.

Es deute alles darauf hin, dass die Ursache der Ansteckung im privaten Bereich liege und in den Betrieb getragen worden sei, sagte der Erste Kreisrat Christian Wolf. „Das engmaschige Testkonzept bewährt sich, wir können das Geschehen lokalisieren. Jetzt ist es wichtig, die Infektionskette zu durchbrechen.“

17.35 Uhr: Japan hat so viele Corona-Neuinfektionen registriert wie noch nie an einem Tag seit Beginn der Pandemie: Am Freitag registrierten die Behörden 1597 Neuansteckungen, wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo News unter Berufung auf die Präfekturen des Landes meldete. Am schwersten betroffen waren demnach die Präfekturen Osaka und Okinawa.

Der bisherige Rekordwert vom 31. Juli lag bei 1578 Neuinfektionen. Landesweit haben sich bislang 46.540 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. 1056 Menschen starben in Verbindung mit dem Virus. Japan hat rund 127 Millionen Einwohner.

Corona-Reisebeschränkungen für unverheiratete Paare aufgehoben

17.31 Uhr: Die Bundesregierung hebt die Reisebeschränkungen für Paare ohne Trauschein auf. Ab kommender Woche können auch unverheiratete Partner aus Nicht-EU-Staaten wieder nach Deutschland einreisen. Das teilte das Innenministerium in Berlin mit. Ressortchef Horst Seehofer war zuletzt zunehmend unter Druck geraten, weil betroffene Paare bereits wochenlang eine Aufhebung der Reisebeschränkungen gefordert hatten. Viele von ihnen konnten sich aufgrund der Corona-Maßnahmen seit Monaten nicht mehr persönlich treffen.

Voraussetzung für die jetzt beschlossenen Einreiseerleichterungen ist nach Angaben des Ministeriums allerdings eine auf Dauer angelegte Partnerschaft. Diese soll etwa durch einen vorherigen gemeinsamen Wohnsitz im Ausland oder durch ein vorheriges persönliches Treffen in Deutschland nachgewiesen werden.

16.40 Uhr: Schon einen Tag vor Einführung der Testpflicht für Reiserückkehrer herrscht an den Autobahn-Teststationen im bayerischen Grenzgebiet großer Andrang. Allein zur Station bei Passau an der A3 seien am Morgen bereits 700 Menschen gekommen, um sich testen zu lassen, teilte ein Mitarbeiter des Malteser Hilfsdiensts laut „Tagesschau“ mit. Der Betrieb läuft dort rund um die Uhr.

Die Teststation bei Passau ist eine von drei an bayerischen Autobahn-Rastanlagen. Die anderen beiden befinden sich auf der A93 bei Inntal-Ost und auf der A8 bei Hochfelln-Nord.

Schleswig Holstein führt Bußgelder für Maskenverweigerer ein

16.01 Uhr: Auch Schleswig-Holstein führt Bußgelder für Maskenverweigerer ein. Wer sich weigert in Bussen und Bahnen einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, muss künftig 150 Euro zahlen. Die Regelung gilt auch für Kunden in Geschäften und Besucher von Pflegeheimen.

15.47 Uhr: NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann(CDU) hat „begründete Zweifel an der rechtlichen Grundlage“ eines in Düsseldorf geplanten Konzerts mit 13.000 Zuschauern. Das Konzept sei nicht mit dem Land abgestimmt worden, erklärte er am Freitag gegenüber der dpa.

15.33 Uhr: Die Zahl der Arbeitslosen in den Vereinigten Staaten geht inmitten der Corona-Krise weiter zurück. Wie das US-Arbeitsministerium mitteilte, lag die Arbeitslosenquote im Juli im Vergleich zum Vormonat bei 10,2 Prozent. Das ist ein Prozentpunkt weniger als noch im Juni. Die Verbesserungen seien auf die zunehmende wirtschaftliche Aktivität nach den Corona-Beschränkungen zurückzuführen, sagte die Behörde.

Die Arbeitslosenquote in den USA war wegen der Corona-Pandemie im April auf 14,7 Prozent angestiegen. Im März lag sie noch bei 4,4 Prozent.

15.23 Uhr: Die Norweger sollten Auslandsreisen vermeiden, rät der Gesundheitsminister des Landes, Bent Hoie. Das gelte auch, wenn dort die Corona-Infektionen niedrig seien. Zur Zeit sei der Anstieg in Norwegen gering, sagte Hoie, aber man sehe, dass es sich auch in Ländern, die alles unter Kontrolle hatten, ändern könne.

Saarland erlaubt größere Teilnehmerzahlen bei Veranstaltungen

13.54 Uhr: Die Polizei in Dortmund rüstet sich für eine größere Demonstration gegen die staatlichen Einschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Die Organisation „Querdenken-231“ habe die Veranstaltung unter dem Motto „Festival für Frieden & Freiheit – Wahrung unserer Grundrechte“ für Sonntag angemeldet, berichtete die Polizei am Freitag. Es würden rund 1500 Teilnehmer in der Innenstadt erwartet. Es sei noch nicht ganz klar, „was für ein Publikum da zusammenkommt“, sagte eine Sprecherin.

Für den Polizeieinsatz werde der Infektionsschutz gerade in Zeiten der aktuell bundesweit steigenden Ansteckungszahlen „eine herausragende Rolle spielen“, betonte Einsatzleiter Udo Tönjann. Wenn Hygiene- oder Abstandsregelungen missachtet würden, „werden wir entschlossen und konsequent einschreiten“.

13.38 Uhr: Viele deutsche Süßwarenhersteller leiden unter der Corona-Krise. Bei einer am Freitag veröffentlichten Umfrage des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) klagten 56 Prozent der Unternehmen über Umsatzrückgänge im ersten Halbjahr, 62 Prozent über eine verschlechterte Auftragslage und sogar 65 Prozent über sinkende Gewinne.

Besonders schlecht liefen die Geschäfte der Umfrage zufolge im Export. Rund zwei Drittel (67 Prozent) der meist mittelständischen Süßwarenhersteller berichteten von Umsatzrückgängen im Auslandsgeschäft.

Angesichts der anhaltenden Probleme in wichtigen Vertriebskanälen wie den Kauf- und Warenhäusern, an Bahnhöfen, auf Flughäfen, in Süßwarenfachgeschäften sowie in Freizeiteinrichtungen, Kinos und auf Volksfesten sind auch die Geschäftsaussichten im zweiten Halbjahr nach Einschätzung von fast zwei Drittel (64 Prozent) der befragten Unternehmen schlechter als im Vorjahr.

13.07 Uhr: Das Saarland erlaubt von kommendem Montag, 10. August, an wieder größere Teilnehmerzahlen bei Veranstaltungen drinnen und draußen. Unter Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln dürfen sich dann bis zu 450 Menschen in geschlossenen Räumen versammeln, wie die Staatskanzlei am Freitag mitteilte. Bislang liegt die Obergrenze bei 350 Personen. Für Veranstaltungen unter freiem Himmel wird die erlaubte Höchstzahl von 700 auf 900 erhöht. Die Begrenzungen waren verhängt worden, um eine Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen.

Fünf Tage nach den Ferien: Mecklenburg-Vorpommern schließt zwei Schulen

11.24 Uhr: Noch in der ersten Schulwoche mussten in Mecklenburg-Vorpommern zwei Schulen wegen Corona wieder geschlossen werden. Betroffen sind das Goethe-Gymnasium in Ludwigslust (Landkreis Ludwigslust-Parchim), wo eine Lehrerin positiv getestet worden ist, und die Ostsee-Grundschule in Graal-Müritz (Landkreis Rostock), an der sich ein Schüler infiziert hat. Das geht aus Mitteilungen der beiden Landkreise hervor.

Das Gymnasium in Ludwigslust mit rund 800 Schülern und Schülerinnen bleibt bis einschließlich Mittwoch nächster Woche geschlossen. Die Grundschule wird ab Montag für zwei Wochen geschlossen. Mecklenburg-Vorpommern war das erste Bundesland, das nach den Sommerferien wieder den Schulbetrieb aufgenommen hatte.

9.48 Uhr: In Indien sind die Zahlen der Neuinfektionen erneut dramatisch in die Höhe geschossen. Innerhalb eines Tages waren zuletzt über 60.000 neue Fälle gemeldet worden, die Gesamtzahl stieg damit auf über zwei Millionen. Das teilten die Behörden am Freitag mit. Erst vor drei Wochen war die Marke von einer Million überschritten worden.

Zuletzt stiegen die Infektionszahlen vor allem in kleineren Städten und ländlichen Gegenden. Dort leben rund 70 Prozent aller Inder und Inderinnen. Indien ist das am drittstärksten von der Pandemie betroffene land weltweit.

9.41 Uhr: Am 4. September soll in Düsseldorf ein Konzert vor 13.000 Zuschauern und Zuschauerinnen stattfinden. Der Veranstalter Marek Lieberberg plant das Konzert laut einer Mitteilung mit Sarah Connor, „The Boss Hoss“ und Bryan Adams. Es wäre das erste Großkonzert in Deutschland seit Mitte März.

Das Konzert im Düsseldorfer Fußballstadion werde in Abstimmung mit den Behörden geplant, der Infektionsschutz solle streng eingehalten werden. Fans müssten Schutzmasken tragen, zwischen den Sitzplätzen würde der Sicherheitsabstand gewahrt. „Das ist das Zeichen, auf das Fans, Künstler und Crews sowie die gesamte Musikindustrie sehnsüchtigst gewartet haben“, so Lieberberg.

8.39 Uhr: Die Moderatorin Dunja Hayali musste am Wochenende einen Dreh bei der Corona-Demo in Berlin abbrechen, weil die Situation für das Team zu gefährlich war. In ihrer Sendung zeigte sie die Ausschnitte. Mehr dazu: „Dunja Hayali“: Wie umgehen mit den Corona-Leugnern?

Corona: Australien will Grenzen geschlossen halten – Einreiseverbot seit März

8.34 Uhr: Australien will seine Grenzen vorläufig weiter geschlossen halten. Es werde noch „einige Monate“ dauern, bis wieder Ausländer und Ausländerinnen einreisen dürften, sagte Premierminister Scott Morrison am Freitag. Das Einreiseverbot für Australien gilt seit März, zudem gibt es ein Ausreiseverbot für Australierinnen und Australier. Das Land hat insgesamt mehr als 20.000 registrierte Infektionen mit dem Coronavirus, 266 sind in dem Zusammenhang gestorben.

8.00 Uhr: Israels Regierung lockert die Corona-Beschränkungen an den Wochenenden, nachdem die Zahlen der Neuinfektion zuletzt wieder leicht zurückgegangen waren. Das Kabinett teilte am Donnerstagabend mit, dass die Geschäfte an den Wochenenden wieder normal öffnen dürften und öffentliche Spielplätze besuchbar seien. Zuvor hatten bestimmte Geschäfte vom Freitagnachmittag bis zum Sonntagmorgen schließen müssen.

7.38 Uhr: Auf dem afrikanischen Kontinent wurden inzwischen über eine Million Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Bis Donnerstagabend gab es in Afrika 1.000.054 offiziell gemeldete Fälle. Die am schlimmsten betroffenen Länder sind Südafrika, Ägypten und Nigeria. In Südafrika gab es bisher rund 538.000 Infektionen und etwa 9600 Tote. Das Land liegt weltweit an fünfter Stelle hinter den USA, Brasilien, Indien und Russland.

Die am stärksten betroffenen Weltregionen sind allerdings Lateinamerika und die Karibik mit knapp 5,3 Millionen verzeichneten Infektionen und fast 212.000 gezählten Verstorbenen.

Bis Dezember: Forschende rechnen mit 300.000 Corona-Toten in den USA

7.20 Uhr: Experten und Expertinnen befürchten bis Dezember insgesamt rund 300.000 Corona-Tote in den USA. Diese Schätzung basiert auf einem wissenschaftlichen Modell und dem aktuellen Infektionsgeschehen. Wenn 95 Prozent der Menschen in der Öffentlichkeit stets Masken trügen, könnte die Zahl der Opfer bis mit rund 228.000 deutlich geringer ausfallen, erklärten die Forschenden des Instituts IHME der Universität Washington in Seattle.

7.15 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor einem Verteilkampf des möglichen Corona-Impfstoffes gewarnt. „Impfstoff-Nationalismus ist nicht gut, er wird uns nicht helfen“, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. In der globalisierten Welt seien alle Länder miteinander verflochten. Die reichen Länder könnten das Virus nicht alleine besiegen, solange es in ärmeren Ländern weiterhin auf dem Vormarsch sei, so Tedros.

Um sich den Zugang zum Impfstoff zu sichern, haben einige Länder bereits vorab Kaufverträge für Millionen von Impfdosen mit Pharmafirmen abgeschlossen.

6.39 Uhr: Der CDU-Wirtschaftsrat fordert ein Reiseverbot für Corona-Risikogebiete. Das sagte der Generalsekretär des parteinahen Verbands, Wolfgang Steiger, der „Bild“-Zeitung: „Das Reiserecht kann nicht höher bewertet werden, als die Rechte von Millionen Deutschen, denen ansonsten ein erneuter Lockdown droht.“ Steiger erwarte zudem vorausschauendes Handeln von der Politik. Deutschland könne es sich „nur unter erheblichsten Schwierigkeiten nochmal leisten“, das Arbeits- und Schulleben ein zweites Mal herunterzufahren, so Steiger.

Donnerstag, 6. August 2020: Spahn beschwichtigt: Kritische Schwelle ist nicht überschritten

Mittwoch, 5. August 2020: Italien droht Ryanair wegen Corona-Verstößen mit Flugverbot

  • Auf einem Gemüsehof im niederbayerischen Mamming gab es 17 weitere Corona-Infektionen. Zuvor waren bereits rund 230 Erntehelfer positiv getestet worden
  • In Frankreich erreicht die Pandemie mit 1695 Neuinfektionen ein Zwei-Monats-Hoch. Damit haben sich insgesamt 194.029 Menschen angesteckt
  • Wegen des Anstiegs von Corona-Fällen warnt das Auswärtige Amt vor touristischen Reisen in die belgische Provinz Antwerpen
  • Die Kanaren versichern als erste Region Spaniens alle Besucher gegen zusätzliche Kosten im Falle einer Infektion mit dem Coronavirus während des Urlaubs auf den Inseln.
  • In Afghanistan hat sich einer Studie zufolge bereits fast ein Drittel der Bevölkerung mit dem Coronavirus angesteckt, das entspricht etwa zehn Millionen Menschen
  • Die italienischen Behörden drohen Ryanair wegen Verstößen gegen die Sicherheitsregeln zum Schutz vor dem Coronavirus mit einem Flugverbot im italienischen Luftraum
  • Der Corona-Ausbruch im österreichischen Touristenort St. Wolfgang ist nach Einschätzung der Behörden unter Kontrolle
  • Weil die Geschäfte während des Lockdowns geschlossen waren, haben die Leute vermehrt im Internet eingekauft. Davon hat auch die deutsche Post profitiert. Der Umsatz zwischen April und Juni stieg um rund drei Prozent auf knapp 16 Milliarden Euro
  • Mitten in der Corona-Krise durften sich die Rentner in Deutschland im vergangenen Juli über eine deutliche Erhöhung ihrer Rentenbezüge freuen. Das bedeutet aber nicht, dass die Rentner die Folgen der Corona-Krise nicht zu spüren bekommen. Der Bund Deutsche Rentenversicherung geht von einer Nullrunde für 2021 aus.
  • Trotz Corona gibt es in Deutschland weniger Bewerber als Ausbildungsplätze. Jugendliche schauen sich vermehrt nach Alternativen zur klassischen Ausbildung um, erklärte das Institut der deutschen Wirtschaft. Das Studium gelte als „krisensicher, der kleine Ausbildungsbetrieb um die Ecke eher nicht“
  • Brandenburgs Landesbildungsministerin Britta Ernst (SPD) hat für ihr Bundesland die Einführung einer Maskenpflicht an Schulen angekündigt
  • Nach Nordrhein-Westfalen wollen auch Schleswig-Holstein und Niedersachsen Bußgelder für „Masken-Muffel“ in Bussen und Bahnen verhängen
  • Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina empfiehlt, dass an Deutschlands Schulen von der fünften Klasse an auch im Unterricht Maske getragen wird. Lesen Sie hier: Namhafte Corona-Berater: Was ist eigentlich die Leopoldina?
  • IT-Sicherheitsexperten und das Bundesamt für IT-Sicherheit schlagen Alarm, weil es in der Corona-Krise zu einem dramatischen Anstieg von Hacker-Angriffen kommt. Lesen Sie hier: Homeoffice bietet Angriffsfläche – so oft schlagen Hacker zu
  • Die Corona-Krise hat einen US-Schuldirektor in kurzer Zeit zum Internet-Star gemacht. Quentin Lee aus Alabama sammelte in wenigen Tagen mehr als 4,5 Millionen YouTube-Klicks. Das Video sehen Sie hier: Schuldirektor landet viralen YouTube-Hit mit Corona-Rap
  • Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter hat der Bundesregierung schwere Versäumnisse bei der Pandemiebekämpfung an Schulen vorgeworfen. Das ganze Interview lesen Sie hier: Hofreiter: Regierung bei Corona-Schutz an Schulen fahrlässig

Dienstag, 4. August 2020: Berlin erlaubt wieder Prostitution

  • Angesichts steigender Infektionszahlen hat die Türkei die Maßnahmen gegen das Coronavirus verschärft. Beschlossen wurden unter anderem tägliche Quarantäne-Kontrollen und strengere Auflagen für Hochzeiten und Trauerfeiern
  • Nach monatelangem Verbot wegen der Corona-Pandemie wird Sexarbeit in Berlin schrittweise wieder erlaubt. Lesen Sie hier: Berlin erlaubt Prostitution wieder – ohne Geschlechtsverkehr
  • Als erste niederländische Städte führen Amsterdam und Rotterdam eine Maskenpflicht ein. An belebten Straßen, auf Plätzen und Märkten muss ab Mittwoch eine Gesichtsmaske getragen werden.
  • Die Bundesregierung hat die Reisewarnung für die Türkei teilweise aufgehoben. Das Auswärtige Amt teilte mit, dass die formelle Warnung vor touristischen Reisen in die Provinzen Antalya, Izmir, Aydin und Mugla entfällt.
  • In Mecklenburg-Vorpommern müssen Schüler und Lehrer künftig auf dem Schulgelände eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Die Maskenpflicht gelte ab Klasse fünf, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD).
  • Nach den massenhaften Verstößen gegen die Corona-Auflagen bei den Demos in Berlin am vergangenen Wochenende hat sich eine Debatte über die Grenzen der Versammlungsfreiheit entfacht. Bundeswirtschaftsminister Altmaier forderte härtere Strafen für Verstöße gegen Corona-Regeln. Lesen Sie mehr dazu: Anti-Corona-Demo befeuert Debatte über Versammlungsrecht.
  • Die Sharing Economy ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Für Unternehmen wie die Wohnungs-Vermietungs-Plattform Airbnb, der Taxidienst Uber oder der Büroflächenvermieter WeWork ist die Corona-Krise eine Zäsur. Wie hart die Sharing Economy von der Pandemie getroffen wird, lesen Sie hier: Airbnb, Uber und Co.: Beendet Corona die Idee des Teilens?
  • Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 879 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet.
  • In den USA ist die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus den zweiten Tag in Folge zurückgegangen. Innerhalb von 24 Stunden seien 46.321 neue Ansteckungen registriert worden.

Montag, 3. August 2020: Neue Corona-Regeln an den Schulen – Sommerfest in Wiesbaden sorgt für Anstieg der Infektionszahlen

  • In einigen Bundesländern gehen die Sommerferien zu Ende und Hamburg sowie Nordrhein-Westfalen haben für die Schüler bereits eine Maskenpflicht angekündigt. Dennoch gibt es Unterschiede bei der genauen Ausgestaltung der neuen Corona-Regel. In Sachsen zum Beispiel sieht Kultusminister Christian Piwarz aktuell keine Notwendigkeit für eine Maskenpflicht an Schulen. Entscheiden dürfen es dort aber am Ende die einzelnen Schulleitungen. In Hessen verhält es sich genauso. Droht den Schülern dank des Föderalismus nun ein Corona-Regelchaos an den Schulen? Lesen Sie hier den Überblick, was in welchem Bundesland für Schüler gilt.
  • Bei einem privaten Sommerfest in Wiesbaden haben sich nach Angaben der Stadt bisher 18 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Ein großer Teil der Gäste sei bereits ermittelt, getestet und einige unter Quarantäne gestellt worden. Einige Testergebnisse würden noch ausstehen. „An diesem Beispiel sieht man wieder, dass ein Einhalten der Hygiene- und Abstandsregeln auch bei Feierlichkeiten enorm wichtig ist“, sagte Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) der Mitteilung zufolge.
  • Die Berliner Polizei hat den Veranstaltern der Anti-Corona-Demo in Berlin in Bezug auf die Teilnehmerzahlen deutlich widersprochen. Die Organisatoren von „Querdenken 711“ behaupten, an der Demo hätten 1,3 Millionen Menschen teilgenommen. Die Berliner Polizei will hingegen nur 17.000 Menschen in der Spitze gezählt haben. Bei dem vorherigen Protestzug auf der Straße des 17. Juli seien laut Polizei 20.000 Menschen mitmarschiert.
  • Die Infektionsgefahr an Schulen in Sachsen ist laut einer Studie „extrem niedrig“. Das gab Professor Wieland Kiess vom Leipziger Universitätsklinikum bei der Vorstellung der Studienergebnisse in Dresden bekannt. Während der Corona-Studie im Mai und Juni sind bei 2600 Schülern und Lehrern keine Infektionen festgestellt worden. „Die akute Ansteckung lag bei Null“, sagte Kiess. Zudem fanden die Forscher in nur 14 von 2300 Blutproben Antikörper, die auf eine bereits überstandene Corona-Erkrankung hinweisen.
  • Die Bahn hat auf die Forderungen der Bundesregierung und der Grünen reagiert, die Maskenpflicht in den Zügen und Bussen des Unternehmens durchzusetzen. „Wenn eine Minderheit geltende Regeln missachtet, ist dies für uns nicht hinnehmbar“, teilte der Konzern der Deutschen Presse-Agentur mit. Bestehende Länder-Verordnungen erlaubten bei renitenten Maskenverweigerern einen Ausschluss von der Beförderung.
  • Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich in einer Videobotschaft an die Bevölkerung gewandt und vor Leichtsinnigkeit in der Corona-Pandemie gewarnt. „Die Verantwortungslosigkeit einiger weniger ist ein Risiko für uns alle“, sagte Steinmeier. Wer jetzt nicht besonders vorsichtig sei, gefährde die Freiheit vieler. Um einen zweiten Lockdown zu verhindern, müsse die Zeit bis zur Verfügbarkeit wirksamer Medikamente mit Disziplin und Vernunft überbrückt werden. „Der Weg zur Normalität, die wir uns doch alle wünschen, geht nicht über Leichtsinn, Sorglosigkeit und Ignoranz“, mahnte Steinmeier.
  • In weiteren französischen Gemeinden gilt jetzt eine Maskenpflicht im Freien. In 69 zusätzlichen Gemeinden des Départements Mayenne müssen seit Montag die Schutzmasken auch auf der Straße getragen werden. In der Küstenmetropole Nizza muss Medienberichten zufolge jetzt auf bei Touristen beliebten Plätzen eine Maske im Freien getragen werden. Bei Nichteinhaltung drohe ein Bußgeld von 35 Euro, berichtete France 3. Die Präfektur von Lille hatte zuvor für die Stadt eine Maskenpflicht etwa in der Fußgängerzone angekündigt. Auch auf Parkplätzen an Einkaufszentren oder in Parks ist die Maske verpflichtend.
  • Bei Corona-Tests von Reiserückkehrern aus Risikogebieten an den nordrhein-westfälischen Flughäfen werden rund 2,5 Prozent der Urlauber Corona-positiv getestet. Dies sei eine „relativ hohe“ Trefferquote, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) im Deutschlandfunk. 40 bis 50 Prozent der Rückkehrer machten von dem kostenlosen Angebot Gebrauch.
  • Haustiere wie Hunde und Katzen können von Menschen mit dem Coronavirus infiziert werden. Diese Annahme von Wissenschaftlern hat jetzt eine Studie italienischer Forscher bestätigt. Sie untersuchten in Norditalien, vor allem in der Lombardei, 540 Hunde und 277 Katzen. Die Tiere lebten in Haushalten mit Corona-Patienten oder in besonders stark von Corona betroffenen Gebieten. 3,4 Prozent der Hunde und 3,9 Prozent der Katzen hatten Antikörper gegen das Virus gebildet.

Sonntag, 2. August 2020: Hohe Bußgelder bei Verstößen gegen Corona-Regeln gefordert

  • Das für die Zulassung von Impfstoffen in Deutschland zuständige Paul-Ehrlich-Institut macht Hoffnung auf eine vergleichsweise schnelle Verfügbarkeit einer Corona-Impfung. „Die Zuversicht ist groß, denn wir haben gerade in den letzten Wochen erlebt, dass wir aus den ersten klinischen Prüfungen Ergebnisse erhalten haben, die zeigen, dass einige Impfstoffe tatsächlich eine spezifische Immunreaktion beim Menschen gegen Coronavirus 2 induzieren können“, sagte Präsident Klaus Cichutek am Sonntagabend im ZDF. Weltweit gebe es 140 bis 150 Impfstoffprojekte in diesem Bereich.
  • Zwei Maskenverweigerer haben auf einem Flug von Amsterdam nach Ibiza randaliert und sind nach der Landung von spanischen Sicherheitskräften festgenommen worden. Die beiden Männer hätten sich auf dem Flug am Freitag geweigert, Masken zu tragen, und andere Passagiere verbal und körperlich angegriffen, sagte ein Sprecher der Fluglinie der niederländischen Nachrichtenagentur ANP. Lesen Sie hier: Maskenverweigerer randalieren auf KLM-Flug – Festnahme
  • Der Corona-Ausbruch im niederbayerischen Mamming weitet sich aus. In einem weiteren Betrieb haben sich 43 Saisonarbeiter mit dem Virus angesteckt. „Diese und auch deren Kontaktpersonen befinden sich in Quarantäne“, sagte Landrat Werner Bumeder (CSU) am Sonntag. Am Vortag hatten die Behörden noch von 27 Fällen gesprochen. Die Tests in weiteren Betrieben und bei Bürgern im Landkreis Dingolfing-Landau seien negativ gewesen. „Nach jetzigem Stand liegt also nur ein Infektionsherd in Mamming vor.“
  • Nach der Massendemonstration gegen Corona-Vorschriften in Berlin hat der Vizevorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Thorsten Frei, ein härteres Vorgehen des Staates gegen Regelbrecher gefordert. Diese Demonstranten seien „eine Gefahr für unser Land“, sagte Frei unserer Redaktion. Daher sollten die Ordnungsbehörden „stärker auf schlüssige und detaillierte Hygienekonzepte bei Demonstrationsgenehmigungen drängen“. Die Umsetzung müsse mit empfindlichen Geldbußen für die Organisatoren verbunden werden. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach forderte „dreistellige Bußgelder“ bei Verstößen gegen Maskenpflicht und Abstandsgebot. Dafür solle eine bundeseinheitliche Regelung getroffen werden.
  • Die Kreuzfahrtreederei Aida Cruises hat ihren Neustart nach der Corona-Zwangspause kurzfristig verschoben. Die geplanten Mini-Kreuzfahrten auf der Ostsee für die erste Augusthälfte wurden am Sonntag abgesagt. Entgegen den Erwartungen des Unternehmens stehe eine letzte formale Freigabe für den Start der Kurzreisen ab 5. August durch den Flaggenstaat Italien noch aus, teilte Aida an seinem Sitz in Rostock mit. Betroffen sind mehrere Fahrten zwischen Anfang und Mitte August. Bei den geplanten Fahrten ab dem 16. August geht Aida davon aus, dass sie stattfinden können, wie ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur sagte.
  • Mindestens 40 Crew-Mitglieder eines in Norwegen vor Anker liegenden Passagierschiffs haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Unter ihnen sei auch ein deutscher Staatsbürger, teilte die norwegische Reederei Hurtigruten mit. 33 andere Betroffene kämen aus den Philippinen, je einer aus Frankreich und aus Norwegen. Keiner von ihnen zeige Anzeichen einer Krankheit. Insgesamt sind derzeit noch 154 Crew-Mitglieder an Bord der „Roald Amundsen“.
  • Im Nachbarland Polen steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen, das Land registrierte so viele neue Fälle wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Am Samstag verzeichneten die Behörden nach eigenen Angaben 658 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Seit drei Tagen registriert das EU-Land täglich neue Rekordwerte. Die Regierung in Warschau erwägt deshalb schärfere Maßnahmen gegen eine weitere Ausbreitung des Virus.
  • Die ZDF-Journalistin Dunja Hayali musste ihre Dreharbeiten auf der Demonstration gegen Corona-Maßnahmen in Berlin abbrechen. Hayali und ihr Team waren zuvor mehrfach beschimpft worden, offenbar gab es zu große Sicherheitsbedenken. In einem rund 37 Minuten langen Video, das Hayali auf Instagram postete, ist zu sehen, wie Demo-Teilnehmer ihr und ihrem Team am Samstag „Lügenpresse“ und „Schämt euch“ entgegenrufen. Hayali berichtet selbst von Beleidigungen und Bedrohungen, ohne konkrete Beispiele zu nennen.

Samstag, 1. August 2020: Altmaier fordert härtere Strafen vor Verstöße gegen Corona-Regeln

  • Tausende Israelis haben an mehreren Orten des Landes gegen Korruption und das Krisenmanagement von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in der Corona-Pandemie protestiert. Nach Angaben der Polizei nahmen an einer Demonstration in Jerusalem mehr als 7000 Menschen teil. Sie forderten den Rücktritt des Regierungschefs
  • 135 Bewohner einer Gemeinschaftsunterkunft in Nürnberg sind unter Quarantäne gestellt worden, weil einer der Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden ist
  • Polen hat so viele neue Corona-Fälle registriert wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Am Samstag verzeichneten die Behörden nach eigenen Angaben 658 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden
  • Bei der Auflösung der Kundgebung von Gegnern staatlicher Corona-Auflagen in Berlin hat die Polizei die Veranstaltungsbühne besetzt. Lesen Sie mehr: Demo gegen Corona-Maßnahmen: Polizei besetzt Bühne
  • Im Kampf gegen das Coronavirus will Russland im Herbst mit den ersten Impfungen beginnen. Dies sei für Oktober geplant, sagte Gesundheitsminister Michail Muraschko der Staatsagentur Tass zufolge. Zunächst sollten Ärzte und Lehrer geimpft werden, dann schrittweise der Rest der Bevölkerung
  • Angesichts steigender Corona-Zahlen verschärft Helgoland die Maskenpflicht. Am kommendem Montag müsse zunächst für zwei Wochen auf der Einkaufsstraße Lung Wai und auf der Promenade vom Hafen bis zum Dorfkern eine Mund-Nase-Bedeckung getragen werden
  • Mit einem Demonstrationszug haben Tausende Menschen in Berlin gegen die Corona-Maßnahmen protestiert. Die Polizei ging am Nachmittag von rund 15.000 Teilnehmern aus. Nach Polizeiangaben wurden dabei die Hygienevorgaben wie Abstand und Mund-Nasen-Schutz nicht eingehalten
  • Angesichts der Zunahme der Corona-Fälle erweitert Griechenland die Maskenpflicht. Wie der Zivilschutz mitteilte, müssen alle Menschen fortan in geschlossenen Räumen eine Maske tragen. Zudem sind Besuche in Krankenhäusern und Altersheimen nur im Ausnahmefällen erlaubt
  • Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat sich für härtere Strafen bei Verstößen gegen Corona-Regeln ausgesprochen. Ein Vorschlag Altmaiers: Man soll nur in Busse und Bahnen einsteigen dürfen, wenn man Schutzmaske trägt oder eine beim Einstieg erwirbt.
  • Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 955 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet
  • Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro spielt auch nach seiner Coronavirus-Infektion die Gefahren der Pandemie weiter herunter. Es gebe nichts zu befürchten, sagte er vor Reportern. „Ich bedauere die Todesfälle. Aber Menschen sterben jeden Tag, an vielen Dingen. So ist das Leben“
  • Angesichts der rasanten steigende Zahl von Coronainfektionen in Deutschland haben führende Politiker und Ökonomen vor einem weiteren Lockdown gewarnt. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sagte unserer Redaktion: „Einen zweiten Lockdown können wir uns nicht leisten. Das würde unsere Wirtschaft kaum verkraften und sich letztendlich auch negativ auf den Sozialstaat und seine Stabilität auswirken. Hilfsmaßnahmen wie im jetzigen finanziellen Rahmen ließen sich wohl nicht wiederholen“
  • Die Soforthilfe für in finanzielle Nöte geratene Studenten wird stark nachgefragt. Von den seit Juni zur Verfügung gestellten 100 Millionen Euro an Überbrückungshilfe sind laut Bundesbildungsministerium bereits über 28 Millionen Euro abgerufen worden

Freitag, 31. Juli 2020: Mallorca-Urlauber nach Corona-Infektion in Quarantäne

  • Nach dem Corona-Ausbruch auf einem Gemüsehof im niederbayerischen Mamming hat sich die Zahl der infizierten Erntehelfer auf 232 erhöht. Das Landratsamt leitete am Freitagabend nach eigenen Angaben „umgehend eine Trennung der nun positiv getesteten Saisonarbeitskräfte von den negativ Getesteten in die Wege“.
  • Nachdem das Auswärtige Amt einige Gebiete Spaniens zu Risikogebieten erklärt hat, fragen sich viele Deutsche, was nun mit ihren gebuchten Flügen nach Barcelona & Co. geschieht. Der Verbraucherzentrale Bundesverband macht gegenüber unserer Redaktion deutlich, dass kein rechtlicher Anspruch auf eine Rückerstattung besteht – egal, ob es eine Reisewarnung gibt oder nicht. Dennoch können Betroffene zumindest einen Teil des Ticketpreises wiederbekommen.
  • Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat aus seiner eigenen Corona-Infektion offensichtlich nichts gelernt. Bei einem Besucht in Bagé im Süden Brasiliens trug er zwar eine Maske, schüttelte aber Hände, wie das Portal „G1“ am Freitag berichtete. Daraufhin hätten sich Menschenansammlungen gebildet. Bolsonaro zeigte bei dem Auftritt demnach das umstrittene Malariamittel Hydroxychloroquin, das er zur Covid-19-Behandlung propagiert. Bolsonaro hatte vor mehr als drei Wochen bekanntgegeben, dass er sich mit dem Coronavirus infiziert habe . Mehrere Tests fielen positiv aus, am Samstag twitterte er dann, ein neuer Test bei ihm sei negativ ausgefallen.
  • Donald Trump hat in Bezug auf die Verschiebung der US-Wahlen eine Rolle rückwärts gemacht . „Ich will keine Verschiebung“, sagte Trump bei einer Pressekonferenz im weißen Haus. Nur einen Tag zuvor hatte Trump einen gänzlich anders lautenden Beitrag auf dem Kurznachrichtendienst Twitter abgesetzt. Auch wenn Trump jetzt nichts mehr von einer Verschiebung der Wahl wissen will, erneuerte er auf der Pressekonferenz ausführlich seine Befürchtungen zum Wahlbetrug.
  • Die Corona-Apps verschiedener europäischer Staaten sollen vernetzt werden. Die EU-Kommission soll den entsprechenden Auftrag bald den deutschen Unternehmen SAP und Telekom erteilen. Diese hatten bereits die deutsche Corona-Warn-App entwickelt – bei der zuletzt bekannt wurde, dass sie mehrere Wochen bei manchen Android- und iPhone-Benutzern nicht richtig funktioniert hatte .
  • Wegen der stark steigenden Zahl von Corona-Infektionen in Spanien warnt das Auswärtige Amt nun vor touristischen Reisen in drei Regionen des beliebtesten Urlaubslands der Deutschen. Betroffen von der formellen Reisewarnung sind nach einer Mitteilung des Auswärtigen Amts vom Freitag Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona und den Stränden der Costa Brava sowie die westlich davon im Landesinneren liegenden Regionen Aragón und Navarra, nicht aber Mallorca und auch nicht die Kanaren.
  • Nach einer Hochzeitsfeier sind im Kreis Kleve mehr als 50 Gäste positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte die Kreisverwaltung am Freitag mit. Bei der Veranstaltung habe es sich um eine Feier im benachbarten Kreis Wesel gehandelt, sagte eine Sprecherin. Bis auf wenige Ausnahmen seien allerdings alle Gäste im Ort Geldern im Kreis Kleve beheimatet. „Das Gesundheitsamt nimmt direkt Kontakt mit den positiv getesteten Personen auf, um weitere Informationen zu erhalten“, sagte Landrat Wolfgang Spreen. Die Kontaktpersonenermittlung laufe.
  • Mit ihrem Programm „Ausbildungsplätze sichern“ will die Bundesregierung Unternehmen Anreize bieten, Azubis zu halten oder gar neue Ausbildungsstellen zu schaffen . Ab kommender Woche können kleine und mittlere Betriebe daher die sogenannte Azubi-Prämie beantragen. Dafür stellt die Bundesregierung insgesamt 500 Millionen Euro bereit.
  • Erstmals seit der Wiedereröffnung der Balearen-Inseln mit Mallorca für den internationalen Tourismus sind Urlauber nach Behördenangaben positiv auf das Coronavirus getestet und in Quarantäne geschickt worden. Über die Herkunft oder die Nationalität der Betroffenen teilte die regionale Gesundheitsbehörde am Freitag auf Anfrage zunächst nichts weiter mit. Die Zeitung „Diario de Mallorca“ schrieb, es handele sich insgesamt um zehn Urlauber mit nur leichten oder gar keinen Krankheitssymptomen. Bereits zuvor hatte eine Familie aus Cottbus offenbar das Coronavirus mit nach Hause gebracht. Lesen Sie hier: Corona: Familie muss nach Mallorca-Urlaub in Quarantäne Wegen illegaler Partys hat die Regierung der Balearen vergangene Woche die Lokale am Ballermann und auch im bei Briten beliebten Vergnügungsareal Punta Ballena in Magaluf geschlossen. Lesen Sie dazu: Partys am Strand von Magaluf sorgen für Ärger auf Mallorca

Corona-News: Bisherige Meldungen im alten Live-Ticker

Wir starten unseren neuen News-Ticker. Alle bisherigen Nachrichten finden Sie in unserem bisherigen Corona-News-Ticker.

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