Quallenplage

Ostsee: Mehr Quallen gesichtet – droht jetzt eine Plage?

So gefährlich sind die fleischfressenden Bakterien in der Ostsee

Berlin. Besonders während wärmerer Sommer häuften sich die Fälle, einige Betroffene starben gar daran: Wer sich beim Baden in Ost- und Nordsee mit so genannten Vibrionen infiziert, kann schwer erkranken. Durch die Klimaerwärmung könnte die Gefahr laut Forscherinnen und Forschern in

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Ein Taucher hat in der Nord- und Ostsee ungewöhnlich viele und große Quallen gesichtet. Droht den heimischen Meeren jetzt eine Plage?

Flensburg. 

  • In der Nord- und Ostsee beobachten Menschen momentan auffällig viele Quallen
  • Hierbei handelt es sich um teils sehr große Feuer- und Ohrenquallen
  • Vermehren sich die Tiere wirklich stark – oder sind sie lediglich sichtbarer?
  • Die Vielzahl an gesichteten Quallen müsse nicht unbedingt mit einer überdurchschnittlichen Vermehrung zusammenhänge, so ein Behördensprecher

Erst Corona, dann Vibrionen und jetzt auch noch eine Quallenplage – beim Tourismus an der Nord- und Ostsee gibt’s in diesem Jahr einige Herausforderungen. Zurzeit gibt es offenbar in den heimischen Meeren besonders viele Feuer- und Ohrenquallen.

Diese Beobachtung hat zumindest ein Taucher gemacht und dem „Nordschleswiger“ geschildert. Stephan Thomsen, der nach eigenen Angaben seit Jahren das Geschehen in der Nord- und Ostsee verfolgt, sagte dem Bericht zufolge, dass er bereits im März bemerkt habe, dass die Quallen schon im Frühjahr sehr groß gewesen seien – obwohl sie sich zu diesem Zeitpunkt eigentlich noch im Entwicklungsstadium befänden.

Mehr Quallen in Nord- und Ostsee – Ist der warme Winter Schuld?

Auch Strandspaziergängern in der Eckernförder Bucht war Mitte Juni aufgefallen, dass viele Quallen an den Strand gespült worden waren, berichtet der „Nordschleswiger“. Lesen Sie hier: Vibrionen vermehren sich in Ostsee – durch Klimawandel

Taucher Thomsen hat dem Bericht zufolge eine Theorie auf: Die stetigen Westwinde des vergangenen Winters könnten zu der Invasion geführt haben. Die Quallen könnten durch die Strömungen vermehrt in die Küstenregionen geschwemmt worden sein. Lesen Sie auch: Massenhaft tote Fische an Nordsee-Stränden – Experten rätseln

Sind die Quallen lediglich sichtbarer als sonst?

Die Vielzahl an gesichteten Quallen müsse nicht unbedingt mit einer überdurchschnittlichen Vermehrung zusammenhängen, erklärte Martin Schmidt vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) in Schleswig-Holstein dem „Nordschleswiger“: Das Oberflächenwasser könne durch ablandige Winde verdrängt und die Tiefenwasser mitsamt Quallen an die Oberfläche gedrückt werden. Auch interessant: Andrang an Nord- und Ostsee zu groß – Strände gesperrt

Setzten anschließend auflandige Winde ein, kämen die Tiere vor allem an den Stränden zu Tage. Somit gebe es womöglich gar nicht überdurchschnittlich viele Quallen – sie seien vielleicht einfach nur sichtbarer.

(lhel)