Naturkatastrophe

Schweres Erdbeben trifft Mexiko – mindestens sechs Tote

"Alles hat gewackelt": Schweres Erdbeben erschüttert Mexiko

Mexiko ist von einem schweren Erdbeben heimgesucht worden. Das Beben der Stärke 7,5 erschütterte den Süden und das Zentrum des Landes. Mindestens sechs Menschen kamen nach Angaben der Behörden ums Leben.

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Ein schweres Erdbeben der Stärke 7,5 hat den Süden von Mexiko erschüttert. Auch im Zentrum des Landes war der Erdstoß noch zu spüren.

Oaxaca. Ein schweres Erdbeben der Stärke 7,5 hat den Süden Mexikos getroffen. Das Zentrum des Bebens lag 23 Kilometer südlich der Ortschaft Crucecita im Bundesstaat Oaxaca in einer Tiefe von fünf Kilometern, wie der seismologische Dienst am Dienstag mitteilte. Die Kleinstadt Crucecita ist ein beliebtes Ziel für Urlauber.

Mindestens sechs Menschen seien ums Leben gekommen so die Behörden. Dutzende weitere wurden verletzt. Die Todesopfer wurden im Umkreis von Crucecita verzeichnet. Die meisten wurden von niedergestürzten Gebäudeteilen erschlagen. Ein Arbeiter der staatlichen Ölfirma Pemex starb, als er in der Raffinerie von Salina Cruz von einer Anlage stürzte. Zudem brach ein Feuer in der Raffinerie aus, dass mittlerweile wieder gelöscht ist. Dennoch ist die Raffinerie vorsorglich geschlossen.

Das Beben schnitt außerdem 15 Arbeitskräfte in einer entlegenen Gegend von Oaxaca ab. Sie hatten dort an einer Straße gearbeitet. Rettungskräfte versuchten sie so schnell wie möglich zu erreichen.

Erdbeben in Mexiko sorgt für Tsunamiwarnung

Auf Fotos war zu sehen, dass in der Provinzhauptstadt Oaxaca de Juárez Steine von Dächern und Häuserfassaden abgebrochen und Mauern eingestürzt waren. Zudem fiel der Strom aus. Auch in Mexiko-Stadt – rund 750 Kilometer vom Zentrum des Bebens entfernt – war der Erdstoß zu spüren.

Zahlreiche Menschen verließen ihre Häuser und brachten sich in Sicherheit. Es wurden Risse in Fassaden und zerbrochene Fensterscheiben gemeldet. Mehr als 500 Gebäude im Bundesstaat Oaxaca wurden nach Angaben der Behörden beschädigt, darunter 15 Gesundheitszentren, vier Schulen und vier archäologische Ausgrabungsstätten. Mehrere Dutzend Menschen wurden in Notunterkünften untergebracht.

Die US-Erdbebenwarte USGS verortete das Beben in einer Tiefe von 23 Kilometern und gab eine Tsunami-Warnung für Teile der mexikanischen Pazifikküste sowie den US-Bundesstaat Hawaii heraus. Die Warnung wurde aber nach wenigen Stunden wieder zurückgenommen.

Erdbeben in mehreren Bundesstaaten Mexikos zu spüren

Auch in den Bundesstaaten Guerrero, Veracruz, Puebla und Chiapas war das Beben zu spüren. Präsident Andrés Manuel López Obrador rief die Bevölkerung dazu auf, Ruhe zu bewahren und sich auf mögliche Nachbeben einzustellen. Der seismologische Dienst meldete insgesamt in den ersten 18 Stunden nach dem Hauptbeben über weitere 1500 Nachbeben mit einer Stärke von bis zu 5,5.

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In Mexiko ereignen sich immer wieder heftige Beben. Die gesamte Westküste des amerikanischen Doppelkontinents liegt am sogenannten Pazifischen Feuerring, der für seine seismische Aktivität bekannt ist. Beim bislang letzten starken Beben in Mexiko im September 2017 kamen 369 Menschen ums Leben.

Das Unglück ereignete sich genau 32 Jahre nach dem stärksten Beben der jüngeren Geschichte, als 1985 in Mexiko-Stadt mindestens 10.000 Menschen starben. (mbr/dpa/afp)