Corona-Infektionsrisiko

Bahn-App soll bald Buchungen für volle Züge verhindern

Corona-Infektionen weltweit: Schwelle von fünf Millionen überschritten

Die Zahl der weltweit registrierten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus hat die Schwelle von fünf Millionen überschritten. Laut einer auf amtlichen Daten basierenden Zählung der Nachrichtenagentur AFP stieg die Zahl bis Donnerstagmorgen auf 5.006.730 Fälle.

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Die Sorge vor einer zweiten Coronavirus-Welle bleibt. Um Ansteckungen in den Zügen zu verhindern, plant die Bahn nun ein App-Update.

Berlin. Die App der Deutschen Bahn soll in der Corona-Krise bald vor zu vollen Zügen warnen. Unter Berufung auf Konzernkreise berichtet der „Spiegel“ am Montag von einem neuen Update der App „Bahn-Navigator“. Demnach seien der „Bahn-Navigator“ und der Online-Auftritt der Bahn so umprogrammiert worden, dass Nutzer Züge mit einer Auslastung von 50 Prozent und mehr angezeigt bekämen.

Mit der Darstellung sollten die Kunden damit die Möglichkeit erhalten, sich in weniger stark besuchte Züge zu setzen. Die Bahn will laut dem Bericht mit der Maßnahme den Passagierfluss besser steuern, um in den kommenden Wochen gefährlich enge Situationen in den Zügen zu vermeiden.

Nehmen die Reservierungen trotz des Warnhinweises auf einer bestimmten Strecke weiter zu, sollen App und Buchungsseite künftig verhindern, dass dieser Zug noch gebucht und reserviert werden kann. Diese Funktion soll laut dem Bericht in den kommenden Tagen freigeschaltet werden.

Zurück zum Normalfahrplan: Bahn will am Montag neue Pläne vorstellen

Der für den Personenverkehr verantwortliche Bahnvorstand Berthold Huber will an diesem Montag um 11.00 Uhr erklären, wie sein Unternehmen die Kapazitäten sowohl im Fern- als auch im Regionalverkehr allmählich wieder hochfahren und sich dem Normalfahrplan weiter annähern will. Die Bahn hatte ihr Angebot wegen massiver Einbrüche bei den Fahrgastzahlen in der Corona-Krise heruntergefahren.

Laut „Spiegel“-Bericht kann trotz App jeder, der zum Bahnhof geht, auch weiterhin in einen vollen Zug einsteigen, für den die App keine Fahrkarte mehr verkauft oder keine Reservierung vornimmt. Verkehrsminister Andreas Scheuer hatte Ende April eine Reservierungspflicht ins Gespräch gebracht, allerdings deutlich gemacht, in dieser Frage nicht festgelegt zu sein.

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Scheuer hatte erklärt, dass zu den offenen Fragen zählen würde, wie Passagierströme vor allen Dingen an großen Bahnhöfen organisiert würden. Ein geschlossenes System würde bedeuten, dass Kunden einen Platz in einem bestimmten Zug buchen müssen – so wie im Flugzeug.

In Frankreich hatte die Staatsbahn SNCF bereits Anfang Mai angekündigt, dass Bahnreisende sich bereits vor der Fahrt über die Auslastung der Züge informieren können. Für jeden Zug sollte es etwa in der App einen Tag vor der Abfahrt ein entsprechendes Symbol geben. Das gelte besonders für Regionalzüge. Bei Fernverkehrszügen wie dem TGV gilt in Frankreich sowieso Reservierungspflicht. Dort sollte die Buchung blockiert werden, wenn eine Auslastung von 50 Prozent erreicht ist.

(dpa/phb)

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