Unglück

Surfer-Drama in den Niederlanden: 23-Jähriger wird vermisst

Menschen am Strand von Scheveningen. In den Wellen starben fünf junge Surfer.

Menschen am Strand von Scheveningen. In den Wellen starben fünf junge Surfer.

Foto: Sem van der Wal / dpaDeutsche Presse-Agentur! Honorarfrei für FMG-Tageszeitungen!

Eine Gruppe von Surfern geriet am Montag vor der Küste von Scheveningen in Not. Vier starben, ein 23-Jähriger wird weiter vermisst.

Den Haag. Scheveningen trauert um fünf Surfer. Sie kamen in der Nordsee ums Leben. Ihre Namen: Joost, Sander, Pim, Mathijs und Max, wie die niederländische Zeitung „AD“ schreibt.

Am späten Montagnachmittag hatte das Drama begonnen: Die Surfer hatten mit ihren Bodyboards den Sprung in die Nordsee gewagt. Doch der Wind nahm zu – und das Unheil seinen Lauf. Das Wasser war bedeckt von einer dicken Lage Schaum – verursacht durch eine Algenart, und durch die Meeresturbulenzen nun besonders hoch.

Möglicherweise, so vermuten erfahrene Wassersportler, konnten sich die Surfer durch die dicke Schaumlage auf den Wellen nicht mehr orientieren. Oder sie wurden von einer heftigen Strömung auf die mit schweren Gesteinsbrocken befestigte Kade geworfen. „Wir wissen es noch nicht“, sagt der Sprecher der Küstenwache Edwin Granneman im Radio, „das muss noch untersucht werden.“

Boote und Helikopter suchte nach den Männern. Die niederländische Küstenwache teilte Fotos von dem Einsatz auf ihrem Twitter-Account.

Tote Surfer in Scheveningen: Schwierige Wetterverhältnisse erschwerten Rettung

Die Surfergruppe war am Montagabend bei den schwierigen Wetterverhältnissen auf das Meer hinausgetrieben worden. Nach Angaben der Küstenwache konnten mindestens sieben Personen das Ufer nicht mehr aus eigener Kraft erreichen.

Laut „AD“ wurden zuerst ein 30-Jähriger und 38-Jähriger tot aus dem Wasser geborgen. Ein 40-Jähriger habe gerettet werden können und sei ins Krankenhaus gekommen. Das habe er inzwischen wieder verlassen.

Am Dienstagmorgen mussten die Rettungskräfte der Zeitung zufolge einen 22-Jährigen und 24-Jährigen tot bergen. Ein 23-jähriger Mann gilt weiterhin als vermisst.

Die Suche nach ihm wurde am Mittwoch wieder aufgenommen. Auch die Marine helfe mit, wie die Polizei in Den Haag mitteilte. Die Marine setze unter anderem einen Unterwasser-Roboter ein, berichtet die niederländische Agentur ANP. Zunächst war am frühen Morgen ein Einsatz von Polizei und Küstenwache ergebnislos geblieben.

Scheveningen trauert um die jungen Männer

Wie der Bürgermeister Johan Remkes sagte, waren die Surfer sehr erfahren und kannten das Meer „wie ihre Westentasche“. Die Trauer in der Gemeinschaft sei „unvorstellbar“ groß, so Remkes. „Die Art und Weise, auf die nun so viele junge Leben abgebrochen und so viele Familien und Freundesgruppen getroffen wurden, ist unvorstellbar grausam.“

Vor dem Surf-Club The Shore liegen Blumen. Einige der Opfer sollen hier Surf-Lehrer gewesen sein. „Zwei von ihnen waren sogar Rettungsschwimmer“, sagt ein junger Mann Reportern. „Das waren echt keine Idioten“, sagt ein anderer im Radio.

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Scheveningen gilt als Hotpot für Wassersportler: Vor dem Den Haager Stadtbezirk gibt es in der Regel viele Wellen, weshalb er zu jeder Jahreszeit bei Surfern beliebt ist. In der Region haben sich zahlreiche Surfschulen niedergelassen.

(jha/raer/dpa)

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