Corona-Krise

Schutz vor Coronavirus: Limit für kontaktloses Zahlen erhöht

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Wegen des Coronavirus bleiben Millionen Deutsche zu Hause. Rewe, Amazon und viele andere Anbieter liefern Lebensmittel – aber längst nicht überall hin.

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Um sich vor dem Coronavirus zu schützen, zahlen immer weniger Verbraucher mit Scheinen. Das Zahlen mit Karte soll sich deshalb ändern.

Frankfurt/Berlin. Wer mit Karte zahlt, kommt aus dem Supermarkt künftig wohl etwas schneller nach Hause und hat weniger Kontakt mit dem Kassenpersonal. Denn in der Corona-Krise wollen die deutschen Banken und Sparkassen das Limit für kontaktloses Bezahlen ohne Pin-Eingabe erhöhen. Schon bald sollen Beträge von bis zu 50 Euro in Geschäften so bezahlt werden können. Das teilte die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) am Montag mit.

Beim kontaktlosen Bezahlen müssen die Käufer ihre Plastikkarten nicht in ein Lesegerät stecken und an dem Terminal eine Pin eingeben, sondern brauchen die Karte nur an das Terminal zu halten. Bisher war bei Einkäufen ab 25,01 Euro eine Unterschrift oder eine Pin nötig. Eine solche Bestätigung wird nun erst ab 50,01 Euro erforderlich.

Der schnellere Bezahlvorgang wird in der Corona-Krise immer beliebter: In den vergangenen Tagen sei mehr als die Hälfte aller Girocard-Zahlungen kontaktlos durchgeführt wurden – im Dezember lag der Anteil der Pin-losen Bezahler noch bei bei 35 Prozent, erklärte eine DK-Sprecherin. Gerade in der „aktuellen Situation“ sei das Anheben des Girokarten-Limits sinnvoll, hieß es weiter.

Erst im Februar hatte eine Studie gezeigt, dass sich bei den Deutschen eine langsame Abkehr vom Bargeld abzeichnet. 23 Prozent gaben damals an, mit Karte zu zahlen.

Bezahlen mit Karte: Neuerung bei Banken in der Corona-Krise

Mit der Maßnahme wollen die Banken das Bezahlen für ihre Kunden und auch die Händler selbst einfacher und hygienischer machen. Geschäfte, die den kontaktlosen Geldtransfer ermöglichen, erkennt man an einem Funk-Symbol aus gebogenen Linien – es erinnert an eine Wellen-Form.

Die genaue Umsetzung werde von den Instituten selbst erarbeitet. Wann die Kunden tatsächlich mit dem höheren Limit kontaktlos bezahlen dürfen, dürfte sich je nach Bank unterscheiden. Nach wie vor sollen Inhaber einer Girokarte nach fünf Transaktionen oder nach einer Bezahlsumme von insgesamt 150 Euro ihre Geheimnummer eingeben – unabhängig von der Höhe einzelner Beträge.

Aldi und Lidl fordern Kunden zum kontaktlosen Bezahlen auf

In der Corona-Krise hatten zuletzt auch große Supermarktketten wie Aldi oder Lidl ihre Kunden dazu aufgefordert, kontaktlos zu bezahlen. Die Hoffnung der Betreiber: eine potenzielle Übertragung des Covid-19-Virus über Bargeld oder die Bankkarte zu vermeiden. Auch Kreditkartenanbieter wie Mastercard hatten das Limit für das kontaktlose Bezahlen vor Kurzem heraufgesetzt.

Nach Angaben der Kreditwirtschaft sind gut 75 Millionen von insgesamt über 100 Millionen Girokarten in Deutschland für das kontaktlose Bezahlen freigeschaltet. Wer komplett ohne Pin auskommen möchte, kann sich von seiner Bank über die Möglichkeit des Bezahlens mit dem Smartphone beraten lassen.

Im Handel gibt es teilweise noch Vorbehalte gegen digitales Bezahlen, weil die Ladenbesitzer die Gebühren der Zahlungsdienstleister umgehen wollen. Allerdings sind in der EU die Transfergebühren beim Einsatz von Kreditkarten und anderen Bankkarten seit 2015 stark gedeckelt worden. Seitdem akzeptieren auch Supermarktketten wie Aldi und Lidl sowie die meisten Tankstellenbetreiber das kontaktlose Bezahlen.

(dpa/afp/pb)