Erdstoß

Erdbeben in Zagreb: Mindestens ein Toter und schwere Schäden

Erdbeben in Zagreb: Zwei mittelschwere Erdstöße haben die kroatische Hauptstadt am Sonntagmorgen erschüttert und schwerer Schäden verursacht.

Erdbeben in Zagreb: Zwei mittelschwere Erdstöße haben die kroatische Hauptstadt am Sonntagmorgen erschüttert und schwerer Schäden verursacht.

Foto: Darko Bandic / dpa

Zwei Erdbeben haben am Sonntag die kroatische Hauptstadt Zagreb erschüttert. Es gibt Berichte über schwere Schäden und ein Todesopfer.

Zagreb. Die kroatische Hauptstadt Zagreb ist am Sonntagmorgen von zwei Erdbeben erschüttert worden. Dabei kam einem Medienbericht zufolge mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. In den Trümmern eines Hauses hätten Rettungskräfte die Leiche eines 15-jährigen Jungen gefunden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Hina unter Berufung auf den Rettungsdienstleiter Zarko Rasic.

Ein Beben hatte die Stärke 5,3, sein Zentrum lag nach Angaben des Seismologischen Zentrums Europa-Mittelmeer rund sieben Kilometer nördlich von Zagreb. Der Erdstoß schreckte am Sonntagmorgen um 6.24 Uhr viele aus dem Schlaf. Menschen rannten in Panik auf die Straße, wie eine Korrespondentin der Nachrichtenagentur AFP berichtete.

Erdbeben in Zagreb – Kathedrale beschädigt

Wie Hina unter Berufung auf die Feuerwehr berichtete, wurden mehrere Menschen verschüttet. In der Altstadt verursachte das Beben schwere Schäden an Gebäuden. Medien zufolge fielen Ziegel von den Dächern, Fassaden bekamen Risse, Mauern stürzten ein und Trümmer beschädigten parkende Autos. Fassadenteile von mehreren Häusern stürzten auf die Straße.

Auch ein Turm der Kathedrale von Zagreb wurde beschädigt, wie Bürgermeister Milan Bandic bekanntgab, offenbar stürzte eine Turmspitze nieder. In großen Teilen der Stadt fiel zudem der Strom aus.

Um 7.01 Uhr gab es noch ein schweres Nachbeben der Stärke 5,0. Das Innenministerium forderte die Menschen auf, zunächst draußen zu bleiben, aber keine Gruppen zu bilden, um eine Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus zu verhindern. „Halten Sie Distanz. Stellen Sie sich nicht zusammen. Wir sind mit zwei schweren Krisen konfrontiert, dem Erdbeben und der Epidemie“, erklärte Innenminister Davor Bozinovic.

Die Balkan-Region ist stark erdbebengefährdet, weil sich dort die afrikanische Platte unter die eurasische schiebt.

Im Januar hatte ein schweres Erdbeben in der Türkei Dutzende Todesopfer gefordert. Wochen zuvor hatte die Erde im Iran gebebt, ein Erdbeben in Puerto Rico hatte zudem zum Notstand in dem US-Außengebiet geführt.

(apf/dpa/fmg)