Covid-19

Corona-Epidemie: Großbritannien in Sorge um die Queen

Die Queen reist aus London ab – mit einem ihrer Hunde, einer Dackel-Corgi-Mischling.

Die Queen reist aus London ab – mit einem ihrer Hunde, einer Dackel-Corgi-Mischling.

Foto: dpa Picture-Alliance / Aaron Chown / picture alliance / empics

Die 93 Jahre alte Monarchin muss sich vor dem Coronavirus schützen. Ihr Enkel Harry und seine Meghan machen sich derweil unbeliebt.

London. Die letzten Monate beutelten Queen Elisabeth II. wie kaum eine andere Zeit in ihrem 93-jährigen Leben. Nach dem Brexit kam der Megxit: Enkel Prinz Harry (35) und dessen Gattin, Herzogin Me­ghan, sagten sich von ihren königlichen Pflichten los. Ihren Sohn Prinz Andrew (60) musste sie dagegen selbst von jenen Aufgaben entbinden: Er war durch seine Verwicklung in einen Missbrauchsskandal untragbar geworden.

Jetzt erlebt die Queen, wie ihr Reich durch die Corona-Krise lahmgelegt wird – mehr als 130 Briten sind bereits an den Folgen der Infektion gestorben. Umso höher rechnet man ihr an, dass sie sich jetzt in einer Mitteilung an ihr Volk wandte, mit der die krisenfeste Monarchin nach einhelliger Meinung von Presse und sozialen Medien den Ton traf. Darin ruft sie ihre Landsleute zu Zusammenhalt im Kampf gegen die Pandemie auf.

Coronavirus: Queen und Prinz Philip besonders von Covid-19 gefährdet

„In Zeiten wie diesen erinnere ich mich daran, dass die Geschichte unseres Landes von Menschen und Gemeinschaften geprägt wurde, die zu einer Einheit geworden sind“, sagte sie. Die vereinten Bemühungen müssten nun auf das gemeinsame Ziel gelenkt werden. „Mehr denn je in unserer jüngeren Vergangenheit“ habe nun jeder in den kommenden Tagen, Wochen und Monaten eine bedeutende Rolle zu spielen. „Ich versichere Ihnen, dass meine Familie und ich bereit sind, unseren Teil beizutragen“, so die Königin.

Die Königin und ihr Mann Prinz Philip (98) gelten aufgrund ihres hohen Alters als besonders von der Lungenkrankheit Covid-19 gefährdet, die durch das neuartige Coronavirus hervorgerufen wird. Da London besonders betroffen ist, sind beide am Donnerstag zu einem vorgezogenen Osteraufenthalt auf Schloss Windsor aufgebrochen.

Philip wurde per Hubschrauber von dem Landsitz Sandringham eingeflogen. Die Queen ließ sich mit ihren beiden Hunden, den Dorgis Candy und Vulcan, im Wagen vom Buckingham-Palast nach Windsor bringen. Berichten zufolge wurde die Dienerschaft reduziert: 20 Palastangestellte befänden sich in Selbstisolation. Auch der Wechsel der Garden vor dem Buckingham-Palast wird ausgesetzt.

Die Queen selbst strich ihr Programm zusammen: Im März geplante Reisen in die Umgebung von Manchester und nach London-Camden sagte sie ab, ebenso den Staatsbesuch des japanischen Kaiserpaares. Auch die traditionellen Gartenempfänge im Mai und im Juni anlässlich ihres Geburtstags fallen aus. 94 wird sie am 21. April.

Besonders gefreut hatte die Queen sich auf den Juni: Dann wollten Harry und Meghan sie auf ihrem schottischen Sommersitz Balmoral besuchen. Vor allem hatte sie gehofft, nach Monaten endlich ihren Urenkel Archie (10 Monate) wiederzusehen. Daraus wird nun nichts.

Botschaft des Prinzenpaares „klischeehaft und bedeutungslos“

Stichwort Harry und Me­ghan: Auch das Prinzenpaar wandte sich aus seinem kanadischen Exil an die Öffentlichkeit – und stieß auf wenig Begeisterung. „Bedeutungslos, klischeehaft und 5000 Meilen von der Weisheit der Queen entfernt“, schimpfte etwa Richard Kay, Kolumnist der „Daily Mail“.

„Wir brauchen einander für Wahrheit, Unterstützung und um uns weniger allein zu fühlen in angsteinflößenden Zeiten“, hatten die beiden mitgeteilt. Sie wollten fortan „akkurate Informationen vertrauenswürdiger Experten“ posten und somit helfen, durch die „allgemeine Unsicherheit zu navigieren“.

Als anmaßend empfinden viele Briten solche Äußerungen. Der Tenor: Sollte man sich gerade von Harry und Meghan, die auf der anderen Seite des Ozeans in einer Zehn-Millionen-Euro-Villa sitzen, sagen lassen, was wahr ist und was nicht? „Was glauben diese selbstbezogenen Heuchler, dass sie der Nation predigen können?“, ist noch eine der freundlicheren Kommentare unter der Instagram-Mitteilung.

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