Familie

Greta Thunbergs Schwester macht jetzt in Schweden Karriere

Greta Thunbergs Schwester: Beata Ernman.

Greta Thunbergs Schwester: Beata Ernman.

Foto: imago stock / imago images/TT

Beata Ernman Thunberg (14) stand lange in Gretas Schatten. Nun sorgt sie als Sängerin für Aufsehen – sie spielt eine Chansonsängerin.

Stockholm. Im Hause Thunberg schlummern viele Talente. Da ist natürlich die weltberühmte Klimaschützerin Greta Ernman Thunberg (17), wie sie offiziell nach dem Nachnamen beider Eltern heißt.

Sie hat ihre Schulstreiks vor dem schwedischen Parlament wieder aufgenommen und darf auf den Friedensnobelpreis hoffen. Gleichzeitig erobert aber auch ihre kleine Schwester Beata Ernman Thunberg (14) die Herzen der Schweden: als Sängerin und mit viel gesellschaftlichem Engagement.

Ihren ersten großen Auftritt hatte sie, damals noch ganz im Schatten der Schwester, im letzten Jahr. Dem wichtigsten schwedischen Privatfernsehsender TV4 gab sie damals ein Interview und sang auch.

In Anlehnung an eine verfilmte schwedische Anti-Mobbing-Kinderbuchreihe namens „Ein Handbuch für Superhelden“ trat sie da im roten Heldinnenkostüm auf und sang das Serienlied „Bara du vill“ (Wenn du nur willst).

Greta Thunbergs Schwester: Beata spielt Chanson-Legende Edith Piaf

Für die Jugendliche mit dem absoluten Gehör eine Herzensangelegenheit: Beata will Kindern, die gehänselt werden, Mut und Trost spenden. „Auch ich wurde gemobbt“, bekannte sie mutig. Das Publikum war begeistert: „Du hast eine fantastische Stimme“, befand Moderatorin Malou von Sivers und sprach ganz Schweden aus der Seele. Beata ist drauf und dran, aus dem Schatten ihrer großen Schwester zu treten.

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Ihre Kindheit war nicht einfach. Greta hatte früher ernste psychische Probleme, um die sich die ganze Familie sorgte, wie die Mutter freimütig erzählt. Greta selbst sagte einmal: „Ich bekam damals eine Depression, saß nur noch zu Hause rum, ging nicht mehr in die Schule. Ich hörte auf zu essen, hörte auf zu reden. Ich sah keinen Grund mehr weiterzuleben. Ich wurde sehr krank, war ziemlich unterernährt, verlor rund zehn Kilo in zwei Monaten.“ Dann entdeckte sie den Klimaschutz als ihren Lebenssinn.

Für Beata hatten die Eltern wegen Gretas Problemen kaum Zeit. Wie fühlte sich das an für die jüngere Schwester? „Einsam“, sagt sie. „Ich konnte nichts tun. Ich hielt mich abseits.“ Dann wurde auch Beata untersucht.

GOLDENE KAMERA 2019- Greta Thunberg im Interview

Mutter der beiden ist bekannte Opernsängerin

Die Diagnose: Beata hat ADHS, Asperger und eine ex­treme Geräuschüberempfindlichkeit. Beata erzählt das ganz offen. Auch dass sie von Mitschülern oft gemobbt wurde. Es falle ihr auch heute noch schwer, im Unterricht an ihrer musikfördernden Schule still auf dem Stuhl zu sitzen, sagt sie. Die Diagnose war ein Wendepunkt in ihrem Leben. „Das war eine Erleichterung“, sagt Beata.

„Ich habe es schwer, mich zu konzentrieren, bin überempfindlich. Wenn man sich für etwas engagiert, tut man es total. Und wenn man etwas hasst, hasst man es total. Man kann es nicht kontrollieren“, beschreibt sie den Einfluss ihrer psychischen Eigenheiten, die sie bewusst nicht als Krankheiten bezeichnet.

Wie ihre Schwester im Klimaschutz hat Beata dann in der Musik, aber auch im Kampf gegen Mobbing, für Feminismus und gegen die Diskriminierung von psychisch anders tickenden Menschen neuen Lebensmut gefunden. Erst kürzlich wurde bekannt, dass Greta gemeinsam mit ihrer Schwester Beata eine Stiftung gegründet hat, um Gretas Preisgelder und die vielen Spenden sinnvoll zu nutzen.

Jetzt nimmt ihre Karriere Fahrt auf. Denn im Herbst wird Beata erstmals in einem Musical auf einer Stockholmer Bühne in der Hauptrolle auftreten. Dort wird sie die französische Chanson-Legende Edith Piaf in jungen Jahren spielen – und singen.

Ihre Mutter Malena Ernman (49), eine bekannte Opernsängerin, die Schweden gar beim Eurovision Song Contest 2009 vertreten hat, spielt die ältere Piaf. „So lange wie ich mich erinnern kann, habe ich schon gesungen und getanzt“, erinnert sich Beata. Mit dem Musical gehe für sie ein Traum in Erfüllung.

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Der Entertainer Jürgen Lippe kritisierte in einem Interview mit unsere Redaktion Klimaaktivistin Greta Thunberg. Die Klimaaktivistin selbst kündigte an, „Fridays for Future“ zur Marken machen zu wollen. Im Interview mit unsrer Redaktion verriet Greta Thunberg im vergangenen Jahr, was sie Bundeskanzlerin Angela Merkel sagen würde. Die verteidigte die Anliegen von Greta Thunberg hingegen zuletzt beim Weltwirtschaftsforum in Davos.