TV-Koch

Steffen Henssler nervt in neuer RTL-Show – mit Absicht

Steffen Henssler ist zurück bei RTL – mit seiner neuen Show „Hensslers Countdown – Kochen am Limit“.ge

Steffen Henssler ist zurück bei RTL – mit seiner neuen Show „Hensslers Countdown – Kochen am Limit“.ge

Foto: Jens Krick via www.imago-images.de / imago images/Future Image

Steffen Henssler ist mit „Hensslers Countdown – Kochen am Limit“ zurück bei RTL. Darin ist er weniger Koch als vielmehr Nervensäge.

Köln. „Moin, Moin“, sagt Steffen Henssler und kommt wie immer sofort zum Thema, kommt zu seiner neuen Show. „Hensslers Countdown – Kochen am Limit“ (RTL 17 Uhr) heißt sie, und der 47-Jährige macht dort künftig an jedem Werktag zwei Hobby-Köchen in 25 Minuten das Leben so schwer wie möglich.

Kein „Hell’s Kitchen“, aber ein Devil’s Cook, ein Küchenmeister aus der Hölle. „Für die Kandidaten wird das hart“, kündigt er seine Rückkehr zur RTL-Sendegruppe an und lacht. Alles andere wäre auch eine Überraschung gewesen.

Schließlich ist Henssler kein Biolek. Langsam geht nicht und leise ist schwierig. Ruhe scheint Stillstand. Immer unter Dampf, hart gegen sich und andere. Auch in diesem Fall.

Henssler will noch nicht zu viel verraten, ein wenig erzählt er dann aber doch. „Es geht darum, in nur 25 Minuten ein bestimmtes vorgegebenes Gericht zu kochen.“ Ja, sagt er, „das ist kurz. Aber die Kürze ist die Stärke der Sendung.“ Denn sie erhöht den Druck.

Steffen Henssler gibt in neuer RTL-Koch-Show die Nervensäge

Gleiche Zutaten bekommen die Kandidaten dafür und ein Startgeld von je 2500 Euro. Durch Fragen rund ums Thema Kochen können die Hobbyköche weiteres Geld (v)erspielen. Soweit so harmlos. Dann aber kommt Henssler ins Spiel.

Er greift dieses Mal zwar nicht selbst zum Kochlöffel, hat aber als Spielleiter neben Tipps auch jede Menge Gemeinheiten im Gepäck. Mal dürfen die Kandidaten nur mit einer Hand auf dem Rücken kochen, mal mit dicken Handschuhen.

„Kann auch sein, dass wir ihnen den Pürierstab wegnehmen oder einfach mal den Strom abschalten“, sagt der RTL-Fernseh-Koch und scheint sich beim Gedanken daran köstlich zu amüsieren.Opinary- Wer ist dir sympathischer- Steffen Henssler oder Nelson Müller?

Und als ob das noch nicht genug wäre, können sich die Hobby-Köche auch noch gegenseitig das Leben schwer machen, wenn sie fürchten, selbst ins Hintertreffen zu geraten. Kostet natürlich auch ordentlich was vom Startgeld, kann aber den Sieg bringen. Über den urteilt am Ende jeder Sendung Spitzenkoch Christian Lohse. Der Gewinner kann dann am nächsten Tag mit neuem Preisgeld wieder antreten.

Bei „Hensslers Countdown“ gehören Pannen zum Konzept

Drei bis vier Sendungen werden pro Tag aufgezeichnet. „Live On Tape“, sagt Henssler. „Wir lassen die Kamera durchlaufen.“ Auch bei Pannen und Hängern, die sich möglicherweise in dem Küchen-Chaos ergeben. „Das ist genau meine Welt.“ Nur echte Live-Auftritte findet er noch besser.

„Wo immer was passieren kann, wo ich spontan sei muss.“ Henssler liebt das. „Das ist bisschen, wie auf Klassenreise gehen.“ Eine klassische Koch-Show ist „Hensslers Countdown“ nicht. Er selbst nennt es „eine launige Unterhaltungs-Show, in der gekocht wird“.

Henssler: Kochen sollte stärker Thema in der Schule sein

Alles andere, glaubt er, sei auch nicht mehr so gefragt. Vorkochen, Rezepte vorstellen – „das will keiner mehr sehen“. Was seiner Meinung nach vor allem am veränderten Lebensstil vieler Menschen liegt. „Wir haben ja ganz andere Familienbilder als noch vor 20 Jahren.“ Als die Familie oft gemeinsam am Tisch saß und die Mutter in der Küche gezaubert hatte – im besten Fall mit Hilfe des Nachwuchses.

„Heute findet die Vermittlung von Kochen kaum noch statt“, hat Henssler festgestellt und wünscht sich, dass das „verstärkt ein Thema in der Schule wird.“

Warum Steffen Henssler kein gerngesehener Gast ist

Denn wenn einen das Kochen erst einmal gepackt hat, dann lässt es einen nicht mehr los. Das kann natürlich auch Nachteile haben, zumindest wenn man so bekannt ist wie Henssler. „Ich werde kaum noch von jemandem zum Essen nach Hause eingeladen“, erzählt er. Das liegt nicht nur daran, dass die Leute fürchten, den Geschmack des prominenten Gastes nicht zu treffen. „Das liegt vor allem an mir“, gesteht Henssler.

Anders als in seiner neuen Show, kann er sich in fremden Wohnungen nämlich nicht zurücknehmen. „Da zieht es mich immer magisch in die Küche.“ Und dort zu Kochlöffel und -topf, obwohl ihn niemand darum bittet. „An Ofen und Herd“, sagt Henssler, „neige ich tatsächlich zu Übergriffen.“

Steffen Henssler – mehr zum Thema:

Der 47-Jährige hat schon so einige Fernsehshows mitgemacht. Angefangen als Nachfolger von Tim Mälzer im Vox-Nachmittagsprogramm über die ZDF-„Küchenschlacht“, „Topfgeldjäger“ und „Grill den Henssler“ bis zur Nachfolge von Stefan Raab bei ProSieben. Letzteres traf allerdings auf nicht allzu viel Gegenliebe.

Im September 2018 machte Steffen Henssler dann Schluss mit „Schlag den Henssler“. Er kehrte zurück zu Vox – mit „Grill den Henssler“. Bei der Neuauflage von „Grill den Henssler“ saß unter anderem der frühere RTL-„Restauranttester“ Christian Rach in der Jury.