Verbrechen

Amoklauf von Soldat in Thailand: Die Bilanz des Grauens

Mehr als 25 Tote bei Amoklauf in Thailand

Thailändische Spezialeinheiten haben einen Soldaten in einem Einkaufszentrum erschossen, der zuvor mehr als 25 Menschen bei einem Amoklauf getötet hatte.

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Ein Soldat hat in Thailand mehrere Menschen getötet. Um ihn zur Aufgabe zu bewegen, bedient sich die Polizei ungewöhnlicher Methoden.

Berlin. Ein Soldat hat bei einem Amoklauf in einem Einkaufszentrum in Thailand viele Menschen getötet. Nachdem die Lage am Samstagabend deutscher Zeit noch unübersichtlich war, herrschte Sonntagmorgen Gewissheit über das Unheil, das der 32-Jährige verursacht hat.

Bei einer Pressekonferenz bezifferte der thailändische Premierminister Prayut Chan-o-cha die Zahl der Toten auf 26. Zudem seien 57 Menschen verletzt worden – es ist möglich, dass die Zahl der Todesopfer noch steigt.

Der Premier war nach der Tat zum Tatort in Nakhon Ratchasima, rund 260 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Bangkok, gereist. Eine solche Situation habe das Land noch nicht erlebt, sagte der Regierungschef. Es sei zu hoffen, dass dies auch das letzte Mal sei.

Amoklauf in Thailand – Täter hverschanzte sich stundenlang in Einkaufzentrum

Sicherheitskräfte riegelten das Einkaufszentrum schnellstmöglich nach den ersten Meldungen über den Angriff ab. Der Täter hatte sich dort stundenlang verschanzt, bevor er von Einsatzkräften erschossen wurde.

Polizisten retteten dutzende Menschen aus dem Gebäudekomplex. Der Premierminister sagte, Auslöser der Tat sei ein persönliche Streit zwischen dem Bewaffneten und der Schwiegermutter seines Kommandeurs.

Die meisten Menschen wurden im Einkaufszentrum Terminal 21 getötet. Laut Medienberichten soll der Amoklauf aber in einer Kaserne auf dem nahe gelegenen Militärstützpunkt Surathampithak begonnen haben.

Thailand in Trauer – Auch der Chef des Soldaten soll unter den Toten sein

Thailändischen Medien zufolge stahl der Soldat dort Waffen und Munition und tötete zunächst seinen Vorgesetzten und weitere Militärangehörige, bevor er in einem gestohlenen Militärfahrzeug zu dem Einkaufszentrum fuhr. Dort habe er sich mit 16 Geiseln verschanzt. Videos in thailändischen Medien zeigten, wie Menschen am Abend aus der Ladenpassage flohen.

Hier sehen Sie Nakhon Rachasima auf einer Google-Karte.

Tat offenbar ins Internet übertragen

Im Internet kursierende Fotos und Videos zeigten Szenen mit panisch fliehenden Menschen. Zu hören waren mutmaßliche Schüsse aus Automatikwaffen.

Der mutmaßliche Täter hat Berichten zufolge seinen Amoklauf gefilmt und live auf Facebook gestreamt, wie es etwa auch der Täter beim Anschlag in Halle über Twitch getan hatte. Das Video wurde kurze Zeit später von der Plattform entfernt. Das Facebook-Konto des Soldaten wurde offensichtlich gesperrt.

Mutter des Soldaten soll ihren Sohn zur Aufgabe bewegen

Soldaten einer militärischen Spezialeinheit befanden sich laut einem Bericht der thailändischen Tageszeitung „Khao Sod“ am Abend noch in dem Einkaufszentrum, um den Schützen zu fassen. Polizisten begleiteten zudem die Mutter des Soldaten zum Ort des Vorfalls. Man hoffe, dass sie ihren Sohn zur Aufgabe bewegen könne, hieß es weiter.

Die örtliche Polizei wies die Anwohner an, ihre Häuser und Wohnungen nicht zu verlassen und sich von den Tatorten fernzuhalten. Die Straßen um das Einkaufszentrum herum wurden zunächst abgesperrt.

(dpa/afp/ses)