Deutsche Bahn

Keine Hilfe für Schwangere? Bahn erneut im Twitter-Feuer

Wie unpünktlich ist die Deutsche Bahn wirklich?

Die Deutsche Bahn gilt als chronisch unpünktlich. Wir zeigen vier Fakten rund um die Pünktlichkeit auf den deutschen Schienen.

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Bahn-Mitarbeiter dürfen Schwangeren nicht beim Einstieg in einen Zug helfen? Ein Tweet der Bahn hat jetzt eine Menge Ärger ausgelöst.

Berlin. Dürfen Bahn-Mitarbeiter Zugreisenden mit Kinderwagen oder Rollstuhl nicht helfen? Mit dieser Aussage hat die Bahn jetzt jede Menge Kritik auf Twitter auf sich gezogen. Knackpunkt war nach Aussage der Bahn, dass DB-Mitarbeiter im Falle eines Arbeitsunfalls dann nicht versichert seien. Am Montag ruderte das Unternehmen zurück: Bahn-Mitarbeiter sollen Kunden helfen.

Ursprung war die Beschwerde einer schwangeren Mutter aus Bayern. Sie beschwerte sich via Twitter über eine DB-Schaffnerin, die ihr nicht beim Einsteigen in einen Regionalexpress geholfen hatte.

Die Bahn teilte der Reisenden später mit: „Die Kollegen sind nicht versichert, wenn sie Ihnen den Kinderwagen in den Zug tragen. Deshalb konnte sie auch nicht helfen“.

Keine Hilfe für Schwangere: Deutsche Bahn muss sich korrigieren

Doch das stimmt so nicht, korrigierte am Montag ein Bahnsprecher auf Nachfrage: „Wenn DB-Mitarbeiter unseren Reisenden helfen, dann sind sie auch versichert“. Kundenbetreuer der DB Regio seien zudem „dahingehend geschult und angehalten, unseren Reisenden – sei es mit Rollstuhl oder Kinderwagen – beim Ein- und Ausstieg aktiv behilflich zu sein“.

Bei der Unfallversicherung Bund und Bahn, der für das Personal der Deutschen Bahn zuständige Unfallversicherer, erklärte ein Sprecher, dass es im Falle eines Unfalles bei einer solchen Hilfeleistung allerdings eine Einschränkung gibt – und zwar dann, wenn ein Reisender dabei zu Schaden komme: „Die Unfallversicherung deckt nicht den zivilrechtlichen Schaden ab, den zum Beispiel ein Schaffner einem Dritten zufügt“.

Deutsche Bahn will den Vorfall aufarbeiten

Inwieweit Kundenbetreuer der DB bei einem Arbeitsunfall durch die Unfallversicherung abgesichert sind, hänge letztlich davon ab, wie die Deutsche Bahn deren Aufgabenspektrum definiere: „Sofern Hilfeleistungen zu den originären Aufgaben des DB-Beschäftigten gehören, sind diese der versicherten Tätigkeit zuzuordnen“, sagte ein Sprecher auf Anfrage.

Die Deutsche Bahn will den Vorfall nun nach eigenen Angaben „aufarbeiten“ und sich bei der Kundin entschuldigen. Erst jüngst hatte die Bahn auf Twitter einen Shitstorm geerntet, nachdem Klima-Aktivistin Greta Thunberg von der Rückreise vom UN-Gipfel in Madrid in einem überfüllten ICE der Deutsche Bahn gelandet war und auf dem Boden sitzend reisen musste.

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