Kriminalität

Schwesta Ewa: Rapperin hat Haft angetreten – ohne ihr Kind

Rapperin Schwesta Ewa geht ohne Tochter ins Gefängnis

Knapp zwei Jahre lang wird die Musikerin ihr Kind nicht sehen. Ewa Mandala, wie sie mit bürgerlichem Namen heißt, bekam keinen Platz in einem Mutter-Kind-Gefängnis.

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Rapperin Schwesta Ewa hat im Gefängnis Willich II ihre Haft angetreten. Ihre Tochter wird sie fast zwei Jahre lang nur selten sehen.

Berlin/Willich.  Schwesta Ewa (35) hat am Sonntagabend ihre Haft in Nordrhein-Westfalen angetreten – ohne ihre Tochter Aaliyah. Das bestätigte die Justizvollzugsanstalt Willich II am Montag. Die Frankfurter Rapperin mit dem bürgerlichen Namen Ewa Malanda war im Februar 2019 rechtskräftig zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden – wegen mehrfacher Körperverletzung und Steuerhinterziehung.

Wie die Rapperin am Sonntagvormittag noch auf Instagram mitteilte, machte sie ihre Wohnung vor ihrem Haftantritt extra kindersicher – denn die einjährige Aaliyah muss in Düsseldorf, wo Schwesta Ewa seit Kurzem lebt, in der Obhut von Verwandten bleiben. Einen Mutter-Kind-Platz in einer anderen JVA hatte die Musikerin nicht bekommen.

Schwester Ewa – Haftantritt ohne Kind

Schwesta Ewa hatte auf einen Platz in der JVA Fröndenberg gehofft, dem einzigen Gefängnis in Nordrhein-Westfalen, wo Mütter mit ihren Kindern untergebracht werden können. Das hatte die JVA nach Angaben der Sängerin abgelehnt – angeblich weil sie als zu manipulierbar und gewaltbereit eingestuft wurde.

Laut Medienberichten betrat Schwesta Ewa die Haftanstalt am Sonntag um 20.59 Uhr. Wie ein Sprecher der JVA sagte, gibt es für die inhaftierten Frauen „Regelbesuche“ in einem Sammelraum, zu denen gegebenenfalls auch Kinder mitgebracht werden können.

Schwesta Ewa kritisiert Werbung für neues Album

Die Zahl der Besuche sei begrenzt. Nach einer Prüfung könnten dann auch „Langzeitbesuche“ arrangiert werden, bei denen Mütter und ihre Kinder sich in einem gesonderten Raum für bis zu zwei Stunden oder länger treffen.

Schon vor einigen Tagen teilte Schwesta Ewa ihren Haftantrittstermin mit ihren Instagram-Followern und schrieb auch darüber, dass sie ihre einjährige Tochter nicht mitnehmen darf. Dazwischen findet sich auch Werbung für ihr neues Album, das am 31. Januar erscheint – mit der Aussage, dass sie jetzt dafür werben müsse, sei „ekelhaft“.

Verurteilt wegen Körperverletzung und Steuerbetrug

Die Sängerin, die früher selbst als Prostituierte gearbeitet hat, war bereits 2017 in Frankfurt/Main zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof hatte das Urteil später bestätigt. Sie hatte laut Anklage mit jungen Fans mehrere „Prostitutionsreisen“ unternommen.

Verurteilt wurde sie wegen mehrfacher Körperverletzung und Steuerhinterziehung. Acht Monate, die sie bereits in Untersuchungshaft saß, werden auf ihre Haftstrafe angerechnet. Sie wird also keine zwei Jahre absitzen müssen, meldet die „Frankfurter Neue Presse“.

Schwesta Ewa war vor einem Jahr Mutter geworden. Wer aus ihrer Verwandtschaft in ihrer Haftzeit auf Aaliyah aufpassen wird, ist nicht bekannt.

Angst um die Bindung zu ihrer Tochter

„Ich habe eine super Sozialprognose vom Jugendamt und doch wird mein Säugling einfach von mir getrennt, in der wichtigsten Phase des Lebens, wo in den ersten zwei Jahren das Urvertrauen aufgebaut wird“, schreibt die Rapperin bei Instagram. „Aaliyah wird die Bindung zu mir verlieren, es zerfrisst mich innerlich. Es tötet mich einfach. Diesen Schmerz kann ich kaum ertragen.“

„Meine Tochter wird für meine Fehler aus der Vergangenheit bestraft. Und einzig allein nur ich bin daran schuld. Als hätte ich sie unschuldig angeklagt.“ Sie habe den Eindruck, an ihr werde durch ihren Promistatus ein Exempel statuiert. (max/dpa)