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Mallorca: Mandelblüte beginnt zu früh – Sorge um Bäume

Mallorca: Drei Dinge, die man über die Lieblingsinsel der Deutschen wissen muss

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Die frühzeitige Mandelblüte auf Mallorca lockt viele Touristen an. Umweltschützer sind aber wenig erfreut. Sie fürchten um den Bestand der Bäume.

Mallorca. 

  • Auf Mallorca sorgt die vorzeitige Mandelblüte für Freude bei den Reiseveranstaltern
  • Sie haben schnell reagiert und Angebote erstellt, um Touristen auf die Ferieninsel zu locken
  • Umweltschützer können sich dagegen gar nicht darüber freuen – sie sorgen sich um den Bestand der Bäume
  • Doch das Spektakel birgt eine große Gefahr: Viele Bäume könnten durch die vorzeitige Blüte schwer beschädigt werden
  • Verantwortlich ist der Klimawandel sowie ein Bakterium, das den Bäumen zu schaffen macht

Mitten im Winter ist auf Mallorca bereits der Frühling ausgebrochen. Bereits seit Jahresbeginn blühen zigtausende Mandelbäume. Die berühmte Mandelblüte auf Europas meistbesuchter Urlaubsinsel setzte mehrere Wochen zu früh ein.

Eine Folge der Wetterkapriolen: „Das zurückliegende Jahr war wärmer und etwas trockener als gewöhnlich“, sagt María José Guerrero, die Chefin des mallorquinischen Wetteramtes. Der milde Winter sorgt dafür, dass die Knospen der Mandelbäume bereits jetzt aufgehen und der spanischen Mittelmeerinsel einen weißen Blütentraum bescheren.

Mandelblüte auf Mallorca beginnt normalerweise erst Ende Januar

Normalerweise entfaltet sich die Pracht erst Ende Januar und hält sich bis Anfang März. Das Naturschauspiel, das ganze Landstriche mit einer weiß-rosa Decke überzieht, lockt jedes Jahr hunderttausende Touristen an – vor allem aus Deutschland. Besonders eindrucksvoll zeigt sich die Blütenschönheit auf dem Weg von Palma in das Bergdorf Valldemossa im Tramuntana-Gebirge.

Die Reiseveranstalter reagierten schnell und schnürten in diesen Tagen Pauschalpakete mit Tagesausflügen ins Mandelblütenmeer. Zu Niedrigstpreisen: Weil jetzt auf Mallorca Nebensaison ist, sind Hotelzimmer und Flüge günstiger als im Sommer. Schon ab 300 Euro kann derzeit eine Woche Urlaub auf der Baleareninsel gebucht werden – Flug, Übernachtung im Doppelzimmer und Frühstück inbegriffen. Manche verbringen gerne den Urlaub auf Mallorca im Winter .

Frühe Blüte könnte Millionen Bäumen schweren Schaden zufügen

Doch was des einen Freud’ ist, ist des anderen Leid: Mallorcas Mandelbauern sind besorgt. Wenn der Winter mit Nachtfrost und manchmal sogar mit Schneefall zurückkehre, könne das den Bäumen schweren Schaden zufügen, sagen sie. Dies gefährde nicht nur die Mandelernte. Es könne auch das Ende für viele Mandelbäume bedeuten, welche durch die Klimakapriolen geschwächt würden und absterben könnten.

Mallorcas rund vier Millionen Mandelbäume sind ohnehin schon massiv bedroht. Durch Regenmangel, aber vor allem durch Krankheiten. Dadurch wird der Bestand jedes Jahr weiter dezimiert. Das in der Mittelmeerregion sich verbreitende Feuerbakterium „Xylella Fastidiosa“, das auf Mallorca übersprang, ist der gefährlichste Feind. Rund 150.000 Bäume sollen dieser Plage bereits zum Opfer gefallen sein.

Bakterien bedrohen Mandelbäume auf der beliebten Urlaubsinsel Mallorca

„Es gibt keine Heilung gegen diese Infektion“, heißt es im regionalen Landwirtschaftsministerium, das seit Jahren gegen das Vorrücken der „Xylella Fastidiosa“ auf der Insel kämpft. Die Bakterien befallen auch Olivenbäume und Weinrebstöcke. Nur ein radikales Rezept hilft derzeit gegen die Ausbreitung: den erkrankten Baum mit Stamm und Stumpf ausreißen und verbrennen.

Jedes Jahr schrumpft wegen des großen Sterbens die Zahl der Mandelbäume. Und auch der Ernteertrag. 2019 wurden nur noch rund 1000 Tonnen Mandeln geerntet, 20 Prozent weniger als im Vorjahr. Das schadet der Inselwirtschaft, welche die Mandeln für die Herstellung zahlreiche Spezialitäten benötigt. Etwa für den Turrón, eine nougatähnlich Köstlichkeit. Auch Honig, Likör, Milch, Käse und sogar ein Parfüm werden aus den Mandeln und ihren Blüten produziert.

Bauern pflanzen bereits widerstandsfähigere Baumarten

Als Gegenmaßnahme haben die Bauern begonnen, krankheits- und klimaresistentere Mandelbaumarten zu pflanzen. Die Regionalregierung finanziert mit der mallorquinischen Touristensteuer ein entsprechendes Forschungs- und Rettungsprogramm. In der Hoffnung, dass auf diese Weise das massenhafte Mandelbaumsterben auf Mallorca aufgehalten werden kann.

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