Königshaus

Harrys und Meghans Rückzug: Für das Paar wird es teuer

Nach "Megxit": Harry und Meghan nicht mehr "Königliche Hoheit"

Nach ihrem angekündigten Rückzug von ihren royalen Verpflichtungen verzichten Prinz Harry und seine Frau Meghan künftig auf den Titel "Ihre Königliche Hoheit". Zudem wird das Paar keine öffentlichen Gelder mehr erhalten. of Prince Harry, his wife Meghan and their baby Archie

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Harry und Meghan ziehen sich aus dem Königshaus zurück. Das kostet sie einen Titel – und mehrere Millionen, die sie nun zurückzahlen.

Berlin. 

  • Prinz Harry und seine Frau Meghan traten aus der ersten Reihe des englischen Königshauses zurück: mit herben Konsequenzen
  • Es wird ein harter: „Megxit“: Harry und Meghan verlieren einen wichtigen Titel
  • Steuergelder, die sie erhalten haben, wollen sie zurückzahlen
  • Wie sie nun ihr Leben organisieren, was ihnen künftig zusteht und was nicht
  • Die Queen, so wurde berichtet, schien nicht vom Rückzug begeistert zu sein – sie hat ein Machtwort gesprochen

Prinz Harry und seine Frau, Herzogin Meghan, brauchen wohl neue Visitenkarten und E-Mail Signaturen. Zumindest dann, wenn darauf ihr bisheriger Titel stand: „Königliche Hoheit“. Denn diesen Titel sind sie nun los. Nach dem Rückzug aus den royalen Verpflichtungen müssen sie sich von der feierlichen Bezeichnung trennen. Das teilte der Buckingham-Palast am Samstag mit.

Am Sonntag titelte der „Sunday Mirror“: „Queen ordnet harten Megxit an“, beim „Sunday Telegraph“ lautete die Schlagzeile „Harry und Meghan verstoßen“. Die beiden hatten angekündigt, von ihrer Rolle als Mitglieder des engeren Königshauses zurückzutreten, zumindest teilweise. Jetzt hat sich die Königsfamilie beraten und eine Vereinbarung erzielt: Harry und Meghan werden keine „arbeitenden Mitglieder“ des Königshauses mehr sein und daher auf ihre Titel „Königliche Hoheit“ verzichten.

Auch seine Funktion im Militär muss Harry aufgeben. Und es wird keine finanziellen Zuwendungen mehr für royale Aufgaben geben. Das alles soll im Frühling in Kraft treten.

Harry und Meghan wollen 2,8 Millionen Euro zurückzahlen

Das Paar will demnach auch rund 2,8 Millionen Euro Steuergelder zurückzahlen. So teuer war die Renovierung ihres Wohnsitzes in Windsor, Frogmore Cottage. Das Anwesen auf dem Gelände von Schloss Windsor soll aber weiterhin das Zuhause der beiden in Großbritannien bleiben.

Harry und Meghan hatten angekündigt, ihre Zeit künftig zwischen dem Vereinigten Königreich und Nordamerika aufzuteilen. Sie dürften damit vor allem Kanada gemeint haben. Dort nahmen die beiden über Weihnachten und den Jahreswechsel eine sechswöchige Auszeit mit ihrem im Mai 2019 zur Welt gekommenen Söhnchen Archie.

Harry plant Besuch in Deutschland

Die 93-jährige Königin Elizabeth II., Harrys Großmutter, ließ mitteilen: „Harry, Meghan und Archie werden immer sehr geliebte Mitglieder meiner Familie sein.“ Sie erkenne die Schwierigkeiten an, denen Harrys kleine Familie in den vergangenen zwei Jahren durch die Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit ausgesetzt gewesen sei. Sie unterstütze Harrys und Meghans Wunsch nach einem unabhängigeren Leben und sei „besonders stolz, wie Meghan so schnell ein Mitglied der Familie geworden ist“. Die ganze Königsfamilie hoffe, dass die Entscheidung dem Paar ein „glückliches und friedliches neues Leben“ ermögliche.

Beibehalten wollen Meghan und Harry ihre Schirmherrschaften. Herzensangelegenheit ist Harry besonders das Thema psychische Gesundheit. Meghan machte sich vor allem für Frauenrechte stark. Harry hat zudem eine Organisation für die Unterstützung von Aids-Waisen in Botsuana und den Sportwettbewerb „Invictus Games“ für kriegsversehrte Veteranen ins Leben gerufen. Im Jahr 2022 soll Düsseldorf die „Invictus Games“ austragen .harrys und meghans rückzug ist ein lukrativer egotrip

Bei dem Vorhaben von Harry und Meghan geht es auch um die Sympathien des britischen Volkes – bei Twitter und in anderen sozialen Medien hatten sich die Anhänger positioniert – im #teammeghan oder #teamqueen.

Trotz Rückzug: Harry und Meghan wollen Queen unterstützen

Am 8. Januar hatten Harry und Meghan mit einem einzigen Instagram-Post das Königshaus in eine der größten Krisen der vergangenen Jahrzehnte gestürzt – und mit ihm die gesamte Brexit-gebeutelte Nation. „Wir wollen als ranghohe Mitglieder der Königsfamilie zurücktreten und arbeiten, um finanziell unabhängig zu werden“, erklärte das Paar. Sie würden Queen Elizabeth II. (93), die Großmutter Harrys, aber weiterhin voll unterstützen.

Die royale Hochzeit in zehn Bildern

Das Paar hatte zudem bekannt gegeben, dass es in Zukunft zur Hälfte in Nordamerika und Großbritannien leben wolle. Dieser Schritt ermögliche es ihnen, „unseren Sohn mit Wertschätzung für die royalen Traditionen großzuziehen, während wir gleichzeitig den nötigen Raum erhalten, um uns auf das nächste Kapitel zu konzentrieren, wie den Aufbau unserer neuen gemeinnützigen Stiftung“, heißt es weiter.

Harry und Meghan: Heftige Kritik an der Herzogin

Die Royal-Expertin und Buchautorin Penny Junor nannte das Vorhaben des Paares in den britischen Medien „außergewöhnlich und nicht durchdacht“. Der frühere BBC-Royals-Korrespondent Peter Hunt sagte dem Fernsehsender Channel 4, Versuche der Royals, mit einer Karriere abseits der Verpflichtungen im Königshaus ihr eigenes Geld zu verdienen, hätten „immer mit Tränen geendet“. Bislang wurden die Ausgaben von Harry und Meghan weitgehend aus dem privaten Einkommen von Prinz Charles gedeckt.

Der frühere Pressesprecher der Queen, Dickie Arbiter, sagte dem Fernsehsender Sky News, das Vorgehen des Paares sei „eine Abfolge, Dinge auf ihre eigene Weise zu tun – was der falsche Weg ist“.

Harry und Meghan: „Komplizierte Fragen“ zu lösen

Das britische Königshaus hatte nach Bekanntwerden zunächst zurückhaltend auf den Wunsch von Prinz Harry und seiner Frau Meghan nach einem weitgehenden Rückzug von ihren königlichen Pflichten reagiert.

Harry (35) und Meghan (38) hatten im Vorfeld offenbar nicht alle Royals über ihren Plan unterrichtet.

Einen vergleichbaren Fall hatte es das letzte Mal 1936 gegeben, als König Eduard VIII. sich in eine zwei Mal geschiedene Frau verliebte – Wallis Simpson. Aufgrund der Beziehung musste er abdanken. Wallis wurde zur Frau, „die den Briten den König stahl“. Als die Beziehung zu Meghan Markle und Prinz Harry 2016 bekannt wurde, verwiesen schon Medien wie der „Telegraph“ auf die Ähnlichkeiten zu Wallis Simpson.

Harry und Meghan haben turbulentes Jahr hinter sich

Prinz Harry, der 35 Jahre alte Herzog von Sussex und seine 38-jährige Frau, haben ein turbulentes Jahr hinter sich. In einem Interview sprachen sie 2019 über die Schattenseiten eines Lebens in der Öffentlichkeit. Die britische Boulevardpresse hatte die US-Schauspielerin zunächst begeistert in der britischen Königsfamilie willkommen geheißen.

Die Weihnachtsfeiertage verbrachten Harry und Meghan in Kanada, statt mit den anderen Mitgliedern des britischen Königshauses zu feiern. In Kanada hatte Meghan mehrere Jahre lang als Schauspielerin für die US-Serie „Suits“ gearbeitet. Der Herzog und die US-Schauspielerin hatten im Mai 2018 in Windsor geheiratet. Ein Jahr später kam ihr erstes Kind, Sohn Archie, zur Welt.

Besonders übel wurde dem Paar genommen, dass es bei der Taufe von Archie auf Privatsphäre beharrt hatte. Vor der mehrwöchigen Auszeit von den royalen Verpflichtungen wirkten Harry und Meghan angeschlagen. In einem Fernsehinterview während einer Afrika-Reise hatte Harry eingeräumt, dass er sich mit seinem Bruder William (37) auseinandergelebt habe. „Wir sind derzeit sicherlich auf unterschiedlichen Pfaden.“ Zugleich betonte er, er werde immer für William da sein – und umgekehrt.

Harry und Meghan sorgen für Ärger

In den vergangenen Monaten war immer wieder über die Zukunft Harrys und Meghans im Königshaus spekuliert worden. So hatte Prinz William im Juni bekanntgegeben, dass sein Bruder und dessen Ehefrau in Zukunft nicht mehr Teil der Royal Foundation sein werden. Die Stiftung ist eine Institution, die die verschiedenen Charity-Projekte der Prinzen und ihrer Gattinnen unter einem Dach vereinen sollte. Auch das Verhältnis zwischen Herzogin Kate und Herzogin Meghan soll sich stark verschlechtert haben.

Interessant wird nun zu sehen sei, wie unabhängig Harry und Meghan werden und wie sie eigenes Geld verdienen wollen. (ses/mbr/afp)