Kreuzer

Gesunken im Ersten Weltkrieg: Wrack der Scharnhorst entdeckt

Das undatierte Bild zeigt den Panzerkreuzer SMS „Scharnhorst“ unter Dampf.

Das undatierte Bild zeigt den Panzerkreuzer SMS „Scharnhorst“ unter Dampf.

Foto: --- / dpa

Das deutsche Kriegsschiff wurde zu Beginn des Ersten Weltkrieges vor den Falklandinseln versenkt. Es war 105 Jahre lang verschollen.

Berlin. Sie war das Flaggschiff des deutschen Kreuzergeschwaders in Ostasien und galt als der Stolz der kaiserlichen Marine: Die SMS „Scharnhorst“, benannt nach dem preußischen Generalleutnant und Militärreformer Gerhard von Scharnhorst (1755–1813). Bei Blohm & Voss 1905 in Hamburg auf Kiel gelegt, sollte sie die kolonialen Ambitionen Deutschlands in Ostasien und im Pazifik absichern.

Nur neun Jahre später, am 8. Dezember 1914, fanden der Kreuzer und seine 860 Mann Besatzung unter dem Kommando von Admiral Maximilian Graf von Spee bei einem Gefecht mit der Royal Navy ihr Ende vor den Falklandinseln im Südatlantik. 105 Jahre lang galt das Wrack als verschollen. Britische Forscher haben es nun entdeckt.

Tausende Matrosen verloren damals ihr Leben. Auch der Kommandant des Geschwaders, Admiral Maximilian Graf von Spee, und seine zwei Söhne wurden bei der Schlacht getötet.

SMS „Scharnhorst“-Wrack entdeckt – Das Wichtigste in Kürze:

  • Vor den Falklandinseln im Südatlantik kam es 1914 zu einem Gefecht mit der Royal Navy, in dem die SMS „Scharnhorst“ verwickelt war
  • Das Schiff galt mehr als 100 Jahre als verschollen
  • Nun wurde es mit Tauchrobotern entdeckt – in einer Tiefe von fast zwei Kilometern

Das Wrack sei mithilfe von Unterwasserrobotern in 1610 Meter Tiefe gefunden worden, teilte der Falk­lands Maritime Heritage Trust mit. „Wir jagen oft Schatten auf dem Meeresboden, aber als die ,Scharnhorst‘ zum ersten Mal auftauchte, gab es keinen Zweifel daran, dass es sich um eines der deutschen Schiffe handelte“, so Expeditionsleiter Mensun Bound. „Plötzlich tauchte sie aus der Dunkelheit auf, mit großen Kanonen, die in alle Richtungen zeigten.“

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Bei dem Gefecht starben 2200 Matrosen – nur ein Schiff entkam

Insgesamt kamen bei dem Gefecht vor den Falklandinseln, bei denen auch das Schwesterschiff „Gneisenau“, die Kleinen Kreuzer „Leipzig“ und „Nürnberg“ sowie die beiden Versorger „Santa Isabel“ und „Baden“ versenkt wurden, rund 2200 Matrosen ums Leben.

Der Kleine Kreuzer „Dresden“ konnte als einziges Schiff des Verbandes in die chilenischen Küstengewässer entkommen.

„Scharnhorst“-Wrack: Entdeckung sorgt für Freude

„Als eine der vielen Familien, die von den schweren Verlusten in der Schlacht vor den Falklandinseln betroffen waren, ist die Entdeckung der SMS ,Scharnhorst‘ für uns bittersüß“, sagte der Nachfahre des Admirals, Wilhelm Graf von Spee. „Wir trösten uns mit dem Wissen, dass die letzte Ruhestätte von so vielen gefunden wurde und jetzt erhalten werden kann, während wir gleichzeitig an den unsagbaren Verlust von Menschenleben erinnert werden.“

SMS „Scharnhorst“: Mehrfach mussten Kohlevorräte ergänzt werden

Ursprünglich hatte das Geschwader den Befehl, seinen Standort aus dem ostasiatisch-pazifischen Raum in das erwartete Hauptkriegsgebiet in den Nordatlantik zu verlegen. Mehrfach mussten Kohlevorräte ergänzt werden. Vor der chilenischen Küste traf Graf von Spee mit seinem Geschwader dann am 1. November 1914 auf eine britische Kampfgruppe unter Vizeadmiral Christopher Cradock.

Es kam zum Seegefecht bei Coronel. In relativ kurzer Zeit wurden die britischen Panzerkreuzer „Good Hope“ und „Monmouth“ versenkt. Die Deutschen verließen das Gefecht zwar fast unbeschädigt, hatten jedoch teilweise die Hälfte ihrer Munition verschossen.

Briten wollten deutsches Kriegsschiff abfangen

Nachdem das Geschwader am 4. November in Valparaíso erneut Vorräte gebunkert hatte, erreichte es Anfang Dezember das Kap Hoorn. Nach einer letzten Kohlenübernahme wollte Graf von Spee am Morgen des 8. Dezember 1914 die Funkanlagen der Falklandinseln zerstören und sich der dortigen Kohlevorräte bemächtigen.

Die Briten hatten jedoch mittlerweile zwei Schlachtkreuzer in den Südatlantik geschickt, um das deutsche Geschwader abzufangen – was ihnen dann am 8. Dezember gelang. Die kaiserliche Marine, hochgerüstet, um Großbritannien auf den Weltmeeren Paroli bieten zu können, erwies sich schon zu Beginn des Ersten Weltkrieges als unterlegen .