Shitstorm

ZDF-Moderatorin: Helene Fischer sieht aus wie Prostituierte

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ZDF-Moderatorin Maja Weber wettert gegen Helene Fischer. Sie zeige sich wie eine Prostituierte. Fans und Feministen sind sauer.

Berlin. Sie rückt Helene Fischer in die Nähe einer Prostituierten – und bekommt dafür nicht nur von den Fans der Schlager-Ikone ordentlich Kritik. Maja Weber, Moderatorin von „ZDF Heute“, wird auch von Leuten, die mit Fischer gar nichts am Hut haben, bei Twitter angegangen.

Tenor: Ihre Aussage ist vor allem antifeministisch und degradiere Fischer. Auch beim gemeinsamen Haussender, dem ZDF in Mainz, ist man offenbar nicht glücklich über die Ausschweifungen der Moderatorin – man distanziert sich dort ganz deutlich von Webers Posts.

Darum geht es beim Rotlicht-Shitstorm: Am Samstag lief der Konzertfilm „Spürst du das?“ von Fischer im ZDF. Weber sah zu – und fühlte sich aufgrund eines knappen Outfits bemüßigt, auf Twitter zu schreiben. Gebe es für einen Superstar wie sie keine andere „Bildsprache für die vielen Frauen auf der Bühne als die der Latex-Leder-Mesh-Mode der Reeperbahn? Oder inspirierte das Rotlichtviertel in Amsterdam?“

In den Antworten legt Weber nach. Sexy Outfits sollen einem „stark begrenzten männlichen Geschmack“ entgegenkommen, stellten die „Käuflichkeit von Frauen“ in den Vordergrund. Dann setzt sie nach: „Und es suggeriert jungen Frauen, dass es „wow“ ist. #Prostitution ist nicht „wow“.“

Helene Fischer ins Rotlicht gerückt – Shitstorm für ZDF-Moderatorin

Viele reagierten darauf vor allem mit Entsetzen. Nicht unbedingt über Fischers Inszenierung. Sondern den Kontext Frau – knappe Kleidung – Prostitution.

  • Feminismus könnte so toll sein, wenn er bedeuten würde, dass jede Frau sich so ausleben kann, wie sie möchte“, schreibt @JB_Sincera
  • @LionMartinus sieht „Übelstes Slutshaming! Soviel zur Emanzipation!“ – „Slutshaming“ bezeichnet das Verhalten von Frauen, die Frauen dafür kritisieren, freizügig und/oder sexuell promiskuitiv zu sein. Der Gedanke dahinter ist: Wie viel man anzieht, wie man lebt, geht keinen etwas an.
  • @RheaFeline findet, nachdem jemand anmerkt, es gebe viele Sängerinnen, über die man fairerweise auch diskutieren müsse: „fairerweise sollte es gar nix zu diskutieren geben, sondern einfach alle das tragen lassen, was ihnen gefällt, ohne sie in eine Schublade zu stecken und dann noch ein „bäh“-Etikett draufzukleben.“
  • Fischer verteidigt auch @TTakerton: „Also außer einem verbalen Totalausfall und Fundamentalismus erkenne ich in keinster Weise eine Logik in Ihrem Post. Bin Frau, hochgebildet, absolut emanzipiert trotz Heirat und Kinder und finde ihre Outfits auch super bei gleichzeitiger Abneigung ihrer Musik.“
  • „Progressive Spießer und Moralapostel. Erst was von „Mein Körper, meine Entscheidung“ schwallen und sich dann über andere beschweren, die das ausleben.“, bilanziert @DaRaginga

Die Kritikwelle veranlasste Weber, einen umfangreichen zweiten Post abzusetzen, in der sie sich unter anderem dafür entschuldigt, Latex-Fans verärgert zu haben.

Sie schreibt auch: „Ich halte es durchaus für #Feminismus über das öffentliche Frauenbild machtvoller Frauen zu sprechen & es zu kritisieren.“ Dass es auch Sexarbeiterinnen gibt, die den Beruf freiwillig ausüben beachtet sie nicht.

Nebenbei wirkt es in ihren Tweets auch so, als spreche sie der Branche ihr Existenzrecht ab – so thematisiert sie auch: „Und zu #Prostitution positioniere ich mich gern nochmal: ich erkenne ihre Legitimität erst dann an, wenn sich gleich viele Frauen UND Männer prostituieren.“

ZDF erklärt, man sei stolz auf Präsenz und Erfolg von Fischer

Beim Haussender beider Frauen ist man offenbar nicht wirklich begeistert von den Kommentaren der „Heute“-Moderatorin. „Das ZDF teilt in keiner Weise die Meinung von Frau Weber“, lässt ein Sprecher wissen. „Wir sind stolz darauf, dass Helene Fischer mit ihren Auftritten und Konzerten im ZDF präsent und erfolgreich ist“, sagt er.

Helene Fischer lässt es derzeit etwas ruhiger angehen, absolviert in ihrer Pause nur wenige Auftritte (und die offenbar für Firmen und viel Geld).

Es wurde jedoch ein seltenes Interview mit der Sängerin veröffentlicht. Beim Interview mit Frank Elstner spricht Helene Fischer über ihren Partner.

Passend dazu tauchte ihre neue Single gar nicht erst in den Charts auf.

Wird ihr aber egal sein, angesichts ihres Einkommens – sie steht auf der „Forbes“-Liste der Topverdienerinnen – und des neuen Liebesglücks. Ihr Partner Thomas Seitel sprach kürzlich in einem Interview über die Beziehung – und was ihn daran stört. (ses)