Tatmotiv

Junge vor ICE gestoßen: Mann stand nicht unter Drogen

Mahnwache am Hauptbahnhof Frankfurt

Einem Eritreer wird vorgeworfen am Montag einen achtjährigen Jungen vor einen einfahrenden ICE gestoßen zu haben. Der Junge kam dabei ums Leben.

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Vor vier Wochen wurde ein Junge vor einen ICE gestoßen. Die Tat sorgte für Entsetzen. Die neuen Erkenntnisse über den Verdächtigen.

Frankfurt/Main. Im Fall um den vor vier Wochen in Frankfurt vor einen ICE gestoßenen Jungen gibt es neue Erkenntnisse.

Der Tatverdächtige stand nicht unter Drogeneinfluss, so die Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft am Dienstag. Auch Alkohol sei bei der Blutuntersuchung des tatverdächtigen Eritreers nicht nachgewiesen worden.

Tatverdächtiger könnte Medikamente genommen haben

Unklar sei noch, ob der Mann womöglich zum Tatzeitpunkt Medikamente genommen hatte. Hierzu stünden noch Untersuchungsergebnisse aus, hieß es. Der Achtjährige war bei der Tat ums Leben gekommen, seine Mutter konnte sich im letzten Moment retten.

Achtjähriger in Heimatort beigesetzt

Knapp drei Wochen nach dem Drama am Frankfurter Bahnhof war der getöteter Junge in seinem Heimatort beigesetzt worden.

Die Trauerfeier für den Achtjährigen fand im Kreise der Angehörigen, Freunden, Bekannten unter Ausschluss der weiteren Öffentlichkeit in dem Heimatort des Jungen – dem hessischen Glashütten – statt. Einzig der Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und die Glashüttener Bürgermeisterin Brigitte Bannenberg (Unabhängige) nahmen teil.

Der Vorfall hatte bundesweit Entsetzen ausgelöst. Augenzeugen hatten im Internet emotionale Posts veröffentlicht. Der Tatverdächtige, der seit 2006 in der Schweiz lebte, ist wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. Ein Sachverständiger soll seine psychische Verfassung überprüfen. (dpa/msb)