Unglück

Mallorca: Münchener Familie stirbt bei Helikopter-Absturz

Medienberichten zufolge soll es sich bei vier Insassen des Helikopters um ein deutsches Paar mit zwei Kindern gehandelt haben.

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Auf Mallorca sind ein Flugzeug und ein Hubschrauber kollidiert. Bei dem Absturz starb auch eine bekannte Münchener Unternehmer-Familie.

Palma. Tragödie auf der beliebten Ferieninsel Mallorca – der Helikopter-Rundflug hätte einer der Höhepunkte des 43. Geburtstages eines deutschen Unternehmers werden sollen. Bei der Kollision eines Leichtflugzeugs mit dem Hubschrauber starben er, seine Familie und weitere Menschen. Insgesamt kamen sieben Personen ums Leben.

Anwohner berichten von einem lauten Knall, eine Frau sagte gegenüber der Zeitung „Diario de Mallorca“: „Das Flugzeug flog in einer sehr geringen Höhe, sie fliegen in diesem Bereich immer sehr niedrig.“ Sie hatte bereits befürchtet, dass es irgendwann zu einem Unfall wie am Sonntag kommen werde.

Das Flugzeug stürzte nach dem Zusammenprall auf das Gelände einer Finca, brannte aus. Anwohner benutzten Gartenschläuche, um das Feuer zu löschen.

Bei den toten Deutschen handelt es sich um die Familie des Münchener Unternehmers August Inselkammer jr., dem unter anderem eine Brauerei und Firma zur Produktion von Fertighäusern gehört.

Der 43-jährige Inselkammer war Chef der Firma Isartaler Holzhaus. Eine Sprecherin des Unternehmens bestätigte den Tod gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“. Die Familie habe wie schon mehrmals zuvor in einer luxuriösen Hotelfinca nahe Manacor im Osten der Baleareninsel Urlaub gemacht, berichtete die „Mallorca Zeitung“.

Für die Inselkammers ist es nicht der erste Schicksalsschlag. Erst im April dieses Jahres starb August Inselkammer sen. im Alter von 81 Jahren. Bereits 2014 verunglückte der einstige Augustiner-Chef Jannik Inselkammer tödlich, Cousin zweiten Grades des nun getöteten August Inselkammer jr.. Er starb im Alter von 45 Jahren beim Heli-Skiing in Kanada, weil ihn eine Lawine verschüttete.

Mallorca: Hubschrauber-Absturz – das Wichtigste in Kürze:

  • Auf Mallorca sind ein Hubschrauber und ein Flugzeug kollidiert
  • Bei dem Absturz starben sieben Menschen, darunter auch vier Deutsche
  • Bei den deutschen Opfern handelt es sich um Unternehmerfamilie Inselkammer aus München
  • Die Ursache des Unglücks ist noch unklar
  • Der Helikopter soll ohne Co-Pilot geflogen sein

Der Hubschrauber mit den Deutschen war vom Flugplatz Son Bonet in der Nähe der Hauptstadt Palma gestartet, wo die bei Touristen beliebten Inselrundflüge üblicherweise beginnen. Das Ultraleichtflugzeug ging in Binissalem nordöstlich davon in die Luft.

Besonders schrecklich: Die Ehefrau des erfahrenen Flugzeugpiloten, der aus Valencia stammt, musste den Zusammenstoß vom Boden aus mitansehen, wie mallorquinische Medien übereinstimmend schrieben. Der Zusammenstoß passierte in einer ländlichen Region.

Hubschrauber offenbar ohne Co-Pilot unterwegs

Wie kam es zu dem Unfall? Die Kollision ereignete sich den Angaben der Balearen-Regierung zufolge am Sonntagmittag über einer Finca zwischen Inca und Costitx. Wie die Zeitung „Ultima Hora“ berichtet, sei der Hubschrauber ohne Co-Pilot unterwegs gewesen, damit die komplette Familie darin Platz hatte.

Die anderen Opfern waren Berichten zufolge der italienische Helikopterpilot und zwei Spanier, die in dem Ultraleichtflugzeug unterwegs waren. Der Italiener, der mit einer Deutschen verheiratet gewesen sein soll, arbeitete für die Firma Rotorflug Helicopters aus Friedrichsdorf bei Frankfurt/Main, die den tödlichen Absturz eines ihrer Hubschrauber bestätigte.

Eine Google-Maps-Karte zeigt, wo der Hubschrauber und das Ultraleichtflugzeug abstürzten.

Die Ursache für die Kollision zwischen den Orten Inca und Costitx im Inselinneren war am Tag nach der Tragödie weiter unklar. Die Behörden haben die Ermittlungen aufgenommen.

Fotos vom Absturzort zeigen das heftige Ausmaß der Kollision:

Unterdessen werden weitere Details zum Absturz bekannt. Die „Diario de Mallorca“ zitiert einen Anwohner, der den Absturz nur wenige Meter von seinem Haus beobachtet hatte. „Ich habe einen Hubschrauber über meinem Haus fliegen gesehen, wenige Sekunden später ist ein Flugzeug aufgetaucht und die beiden sind zusammengestoßen“, sagte er. Direkt hinter seinem Haus sei das Flugzeug abgestürzt.

Ein anderer Augenzeuge erzählte, dass der Hubschrauber mit einem Rotorblatt den Flügel des Flugzeugs berührt habe. Beide Maschinen seien dabei so stark beschädigt worden, dass sie in Richtung Erde stürzten. In einem Radius von mehr als einem Kilometer seien noch Trümmerteile gefunden worden.

Mallorcas Behörden nehmen Ermittlungen auf

Unter den Bewohnern der Region herrsche Bestürzung, berichtete „Diario de Mallorca“ weiter. Ein Mann berichtete von einem „schrecklichen Knall“. Augenzeugen seien mit eigenem Gerät zur Unglücksstelle gelaufen und hätten begonnen, die Flammen zu löschen, bevor die Rettungsdienste eintrafen. Zur Unfallstelle geeilte Ärzteteams hätten aber nichts mehr für die Verunglückten tun können.

Die Unfallursache sei noch völlig unklar, erklärte die Firma mit Hauptsitz in Friedrichsdorf bei Frankfurt/Main in einer Pressemitteilung am Abend. „Das Luftfahrt-Bundesamt sowie das Bundesamt für Flugunfalluntersuchung wurden bereits durch die Rotorflug informiert. Die Behörden nehmen die Ermittlungen auf.“

Karte zeigt Absturzort auf Mallorca

Das deutsche Unternehmen Rotorflug Helicopters hatte den Absturz eines ihrer Hubschrauber auf Mallorca am Sonntag bestätigt. „Heute Mittag gegen 13:30 Uhr ist ein Hubschrauber der Rotorflug in der Nähe von Inca (Mallorca) nach einer Kollision mit einem Kleinflugzeug abgestürzt.“

Erneuter Schicksalsschlag für Münchener Familie

In der Familie hatte es vor wenigen Jahren schon einmal einen tragischen Unfall gegeben. Der Mitinhaber der bekannten Augustiner-Brauerei aus München starb vor fünf Jahren beim Heli-Skiing in Kanada, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ weiter.

Im Juli war in Bruchsal ein Kleinflugzeug gegen einen Baumarkt geflogen: Drei Menschen starben. Nur kurz zuvor war ein weiteres deutsches Kleinflugzeug in den Tiroler Alpen abgestürzt; auch bei dem Unglück starben drei Menschen. Zehn Tote waren ebenfalls im Juli zu beklagen, als im US-Bundesstaat Texas ein Kleinflugzeug abstürzte. (dpa/bekö/moi)