Tiere

Tropische Riesenzecke infiziert Mann in NRW mit Fleckfieber

Der Größenunterschied ist nicht zu übersehen: Ein Gemeiner Holzbock (links), wie er in Deutschland bekannt ist, und eine Hyalomma-Zecke, wie sie nun in NRW für eine Fleckfieber-Infektion verantwortlich war.

Der Größenunterschied ist nicht zu übersehen: Ein Gemeiner Holzbock (links), wie er in Deutschland bekannt ist, und eine Hyalomma-Zecke, wie sie nun in NRW für eine Fleckfieber-Infektion verantwortlich war.

Foto: Lidia Chitimia-Dobler / dpa

In NRW ist ein Mann nach dem Biss einer tropischen Riesenzecke an Fleckfieber erkrankt. Es ist der erste Fall dieser Art in Deutschland.

Stuttgart/Siegen. Erst 2017 war sie erstmals in Deutschland nachgewiesen worden, nun soll die tropische Riesenzecke zum ersten Mal einen Menschen durch einen Biss mit Fleckfieber infiziert haben. Fleckfieber führt beim Menschen zu Hautausschlag und dem Gefühl erhöhter Temperatur, zu Kopf- und Muskelschmerzen und extremen Gelenkschmerzen.

Ein Mann aus dem Raum Siegen war erkrankt, nachdem er Ende Juli von einer Hyalomma-Zecke gebissen worden war. Nun haben Forscher der Universität Hohenheim in Stuttgart bestätigt: Die Zecke trug den Fleckfieber-Erreger in sich.

„Damit wissen wir jetzt nicht nur sicher, dass die Hyalomma-Zecke auch Menschen sticht“, sagte Ute Mackenstedt, Parasitologin an der Universität Hohenheim. „Nun ist auch deutlich, dass eine Übertragung des Zecken-Fleckfiebers durch die Tiere möglich ist“, sagte die Forscherin der Deutschen Presse-Agentur.

Hyalomma-Zecken wohl von Zugvögeln eingeschleppt

Der aktuelle Fall des Pferdehalters aus dem Sauerland gilt offiziell allerdings nur als Verdachtsfall, weil ein Direktnachweis des Erregers am Patienten nach Angaben der Experten nicht möglich war. Dennoch sind sie sich sicher, dass es sich bei dem Fall um Zecken-Fleckfieber handelt. Der Mann konnte erfolgreich mit Antibiotika behandelt werden.

Die Hyalomma-Zecken stammen aus den Trocken- und Halbtrockengebieten von Afrika, Asien und Südeuropa – von Spanien über Italien bis zur Türkei. Forscher gehen davon aus, dass sie von Zugvögeln nach Deutschland gebracht wurden.

2018 wurden insgesamt 19 Exemplare in acht Bundesländern (Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Brandenburg, Berlin und Schleswig-Holstein) gefunden. Im vergangenen Winter, meinen Wissenschaftler, haben erstmals Tiere der Art in Deutschland überwintern können.

Von den in Deutschland bekannten Zecken wie etwa dem Gemeinen Holzbock unterscheiden sie sich vor allem durch ihre Größe: Sie sind mit bis zu zwei Zentimeter Länge wesentlich größer und haben auffällig gestreifte Beine.