Umweltschutz

Pfand auf Batterien? Jede zweite landet im Restmüll

Batterien dürfen nicht in einfach in den Müll geworfen werden. Viele landen trotzdem dort. Die Umwelthilfe fordert jetzt ein Pfandsystem.

Batterien dürfen nicht in einfach in den Müll geworfen werden. Viele landen trotzdem dort. Die Umwelthilfe fordert jetzt ein Pfandsystem.

Foto: Jens Kalaene / dpa

Weil so viele Batterien falsch entsorgt werden, fordert die Deutsche Umwelthilfe ein bundesweites Pfandsystem für die Energiespeicher.

Berlin. Sie werden oft falsch entsorgt – und werden damit zu einer Gefahr: Deswegen fordert die Deutsche Umwelthilfe (DUH) ein bundesweites Pfandsystem für Gerätebatterien. Außerdem müssten die gesetzlichen Sammelquoten stark steigen, die Batterien müssten leichter austauschbar sein und Verbraucher müssten besser informiert werden, teilte die Umweltschutz-Organisation am Dienstag mit.

„Mehr als jede zweite Altbatterie – ob lose oder fest verbaut – in Smartphones, Spielzeug und anderen Elektrogeräten wird illegal, zum Beispiel über den Restmüll, entsorgt“, sagte DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch. „Die sich in letzter Zeit häufenden Brandfälle durch Lithium-Ionen-Batterien zeigen, dass deren korrekte Sammlung dringend verbessert werden muss.“

Umwelthilfe fordert mehr Fokus auf Ökologie

Das Bundesumweltministerium plant bereits eine Novelle des Batteriegesetzes. Aus Sicht der Umwelthilfe sollte sie mehr Wert auf Ökologie legen. Es geht vor allem um das gemeinsame Rücknahmesystem GRS, das viele von kleinen Sammelkästen für alte Batterien etwa in Supermärkten kennen.

Daneben gibt es auch sogenannte herstellereigene Rücknahmesysteme. Ähnlich wie bei Verpackungsmüll müssen die Hersteller sich finanziell an der Entsorgung beteiligen.

Umwelthilfe: Sammelquote für Batterien muss steigen

Die Umwelthilfe verlangt nun, im Zuge der Novelle die gesetzliche Sammelquote für Batterien – also denjenigen Anteil, den die Systeme einsammeln müssen – von 45 Prozent auf 65 Prozent im Jahr 2020 und sogar 85 Prozent ab 2022 zu erhöhen. An einem Pfandsystem führe außerdem kein Weg vorbei.

Geplante Anreize, Batterien ökologischer zu machen, hält die DUH für unzureichend. Die Rücknahmesysteme sollen Stand jetzt ihre Gebühren so staffeln, dass es sich für Hersteller lohnt, Schadstoffe zu minimieren und Recycling-Material zu verwenden. Auch Lebensdauer und Recyclingfähigkeit sollen demnach eine Rolle spielen. (dpa)