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Ostern 2019: Alles über Bedeutung, Ursprung – und Osterfeuer

Endlich erklärt: Darum bringt der Osterhase die Ostereier

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Endlich erklärt- Darum bringt der Osterhase die Ostereier

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Ostern ist in diesem Jahr am 21. April. Doch was genau feiern Christen dann eigentlich? Und warum darf man an Karfreitag nicht tanzen?

Berlin. Ostern wird dieses Jahr erst besonders spät gefeiert: Das Fest fällt 2019 erst auf Sonntag, den 21. April. Warum liegt Ostern so spät? Woher kommt überhaupt noch mal der Name des Fests? Und was genau feiern Christen überhaupt? Und warum darf nicht getanzt werden?

Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Ostern 2019 – gleich vorab: Wie wird eigentlich das Wetter?

Hervorragend! Hoch Katharina sei dank geht es außer im sonnenverwöhnten Südwesten schon überall zumindest tagsüber regelrecht dem Sommer entgegen. Fast überall Sonne satt, dazu bis zu 24 Grad, zumindest in Reinnähe. Ostern selbst dürfte die Freiluft-Eiersuche eigentlich nirgendwo ein Problem werden.

Woher kommt eigentlich der Name Ostern?

Das ist nicht ganz klar, es kursieren verschiedene Theorien. Einige Sprachforscher nehmen eine Verwandtschaft mit dem Substantiv „Osten“ in der ursprünglichen Bedeutung „Morgenröte“ an. Demnach geht der Name zurück auf ein Fest der Germanen, das sie zu Ehren der Göttin der Morgenröte austrugen.

Von dieser Interpretation war auch Jacob Grimm überzeugt, auch wenn er schon zu Lebzeiten dafür Gegenwind bekam. Viele Historiker haben diese Sichtweise von einem „Frühlingsfest“ zu Ehren der Göttin Ostera übernommen. Auch der Wissenschaftler Friedrich Kluge erklärt Ostern zum Beispiel so in seinem bekannten „Etymologischen Wörterbuch der deutschen Sprache“.

In anderen Sprachen ist die Herleitung sehr viel einfacher. Die Niederländer nennen das Fest „Pasen“, die Isländer „Páskar“, die Schweden “Påsk“ – überall wird die Nähe des christlichen Osterfestes mit dem älteren jüdischen Passah- bzw. Pessachfest deutlich.


Was hat Ostern mit Eiern zu tun?

Der Professor für Volkskunde an der Universität Würzburg Christoph Daxelmüller hat die Alltagsgeschichte des Mittelalters untersucht. „Eier“, sagt Daxelmüller, „waren damals ein ganz generelles Symbol für das Leben und die Fruchtbarkeit.“

In der religiösen Bildersprache sei das Ei jedoch auch zum eindeutigen Zeichen der Auferstehung und des ewigen Lebens geworden. Die an Ostern gefeierte Auferstehung Christi erkläre so die Bindung des Eies an das wichtigste christliche Fest.

Woher kommt die Tradition des Osterfeuers?

Während sich der Begriff Ostern nicht eindeutig auf die Germanen zurückzuführen lässt, ist der Ursprung des Osterfeuers einfacher zu bestimmen: Die älteste schriftliche Erwähnung ist ein Briefwechsel aus dem Jahr 751 zwischen dem Missionar Bonifatius und Papst Zacharias. Der Missionar beschreibt einen germanisch-heidnischen Brauch, der als „Ignis Pachalis“ bezeichnet wird.

Viele Jahre später steht der Brauch auf dem Prüfstand: Der Naturschutzbund will Osterfeuer abschaffen – für Umwelt und Tierwohl.

Was feiert man an Ostern überhaupt?

Ostern ist das wichtigste und höchste Fest des Christentums – wichtiger noch als Weihnachten. Nach christlicher Überlieferung ist Jesus an Ostern gekreuzigt worden und danach von den Toten wieder auferstanden.

Gründonnerstag: An diesem Tag gedenken Gläubige des letzten Abendmahls Jesu mit seinen Jüngern. Nach der Messe werden oft Blumen, Schmuck und Kerzen aus Kirchen entfernt. Kirchenglocken bleiben bis in die Nacht auf Ostersonntag still.

Karfreitag: Jesus wurde nach der Bibel in Jerusalem an ein Kreuz genagelt und starb. Um sich darauf zu besinnen, beten und fasten Christen.

Ostersonntag: Ein Engel soll das leere Grab von Jesus gefunden haben. Nach christlicher Vorstellung ist er auferstanden. Darauf gründet sich der Glaube an ein Leben nach dem Tod. Ostersonntag ist jeweils der erste Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling.

Ostermontag: Nach der Bibel trafen zwei Jünger den von den Toten auferstandenen Jesus, erkannten ihn aber zunächst nicht. In Anlehnung daran pilgern dann besonders im Süden Deutschlands einige Menschen. Andere machen einen Osterspaziergang.

Wann feiert man Ostern?

Die Feier zur Auferstehung von Jesus Christus wird nach dem Mondkalender berechnet. Das Fest fällt auf den Sonntag nach dem ersten Vollmond des Frühjahrs. Frühestens wird Ostern damit am 22. März gefeiert – und spätestens am 25. April.

An dem Termin richten sich viele andere christliche Feiertage aus: zum Beispiel Aschermittwoch, Christi Himmelfahrt, Pfingstsonntag. Die Karwoche beginnt am Palmsonntag, eine Woche vor dem Ostersonntag. Wer geschickt und frühzeitig plant, kann mithilfe von Feiertagen effizient Urlaub nehmen: Brückentage 2019: So sichern Sie sich viele freie Tage.

Wann ist Ostern in den nächsten Jahren?

• Jahr 2020: 12. April

• Jahr 2021: 4. April

• Jahr 2022: 17. März

• Jahr 2023: 9. April

In welchen Religionen feiert man Ostern?

Alle Christen feiern die Auferstehung von Jesus Christus: katholische, protestantische und armenische genauso wie griechisch-orthodoxe Christen. Allerdings unterscheiden sich von Land zu Land die Bräuche zum Fest. Die Australier verzichten zum Beispiel wegen einer Kaninchen-Plage auf den Osterhasen – stattdessen stehen kleine Beuteltiere, Bibys, aus Schokolade in den Supermarktregalen.

Wie kam es zum Brauchtum des Osterhasen?

Das erste Mal erwähnt wird der Osterhase wohl in einer Dissertation des Frankfurter Arztes Johannes Richier, der Ende des 17. Jahrhunderts den Brauch schilderte, dass der Hase Eier verstecke. Er nannte das „eine Fabel, die man Einfältigen und Kindern aufbindet“.

Ab dem 19. Jahrhundert hat sich der Osterhase dann eindeutig als österliches Symbol durchgesetzt. Er gilt gemeinhin als Symbol der Fruchtbarkeit – Häsinnen können mit einem Wurf fünf Jungen zur Welt bringen.

Wissen zum Fest:

Herrscht Karfreitag immer noch Tanzverbot?

Ja. Es ist ein stiller Feiertag, In weiten Teilen Deutschlands gilt entsprechend ein mehr oder weniger striktes Tanzverbot. Tanzt man dann beispielsweise in Baden-Württemberg in der Öffentlichkeit, kann es eine Buße von bis zu 1500 Euro geben.

Wird das Tanzverbot wohl irgendwann aufgehoben?

Eher nicht. Aber jedes Jahr gibt es Streit bei dem Thema. In diesem Jahr war es der Juso-Vorsitzende Kevin Kühnert, der erklärte, es solle doch jeder machen, was er will: „Wer an dem Tag in die Disko gehen will, sollte das auch tun können.“ Die Reaktion kam schnell – aus den eigenen SPD-Reihen. Der ehemalige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse kritisiert die Forderung.

„Bisher wusste ich nicht, dass die SPD eine Spaßpartei ist. Ich bin in die SPD eingetreten, weil sie für Gerechtigkeit und Solidarität eintritt und nicht für die Interessen einer im Übrigen höchst erfolgreichen Klubkultur“, sagte Thierse dem „RND“. Er ist Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken.

In Hannover hat das Verwaltungsgericht in der Woche vor Ostern entschieden, dass eine geplante „Tanzdemo“ nicht stattfinden darf. Die Grüne Jugend hatte dies als Protest gegen das Tanzverbot entschieden. Nun soll ein Schweigemarsch stattfinden. Hintergrund war die Ablehnung stiller Feiertage in einem weltlichen Staat. Die Initiatoren wollen dies nun durch „stillen Tanz und pantomimische Darstellungen“ hinreichend wahrnehmbar zum Ausdruck bringen.

(les/cho/dpa)