Ermittlungen

Er entlarvte Fußball-Größen: Journalist in Ghana erschossen

Das Accra Accra Sports Stadium bei einem Spiel des Afrika-Cups. Ein Journalist, der für Enthüllung von Korruptionsfällen im ghanaischen Fußball gesorgt hat, ist nun in der Hauptstadt Ghanas erschossen worden.

Das Accra Accra Sports Stadium bei einem Spiel des Afrika-Cups. Ein Journalist, der für Enthüllung von Korruptionsfällen im ghanaischen Fußball gesorgt hat, ist nun in der Hauptstadt Ghanas erschossen worden.

Foto: imago / F rank Sorge / imago

In Ghana ist ein Investigativ-Reporter erschossen worden. Er hatte 2018 mit einem Dokumentarfilm einen Fußball-Funktionär gestürzt.

Accra.  Sie fingen ihn auf seinem Heimweg ab, rasten auf einem Motorrad heran und töteten ihn mit drei Kugeln in die Brust und ins Genick: Ghana ist geschockt über den Mord an dem investigativen Journalisten Ahmed Hussein-Suale (34).

Ghanas Präsident Nana Addo Dankwa Akufo-Addo schrieb auf Twitter: „Ich erwarte von der Polizei, dass sie so schnell wie möglich die Täter dieser abscheulichen Tat findet.“

Der Reporter war bekannt geworden, weil er im vergangenen Jahr an der Aufdeckung eines großen Korruptionsskandals im ghanaischen Fußballverband beteiligt gewesen war.

Fußball-Funktionär wurde nach TV-Doku suspendiert

Die TV-Doku, die er und sein Team Mitte des letzten Jahres veröffentlichten, führte unter anderem zur Suspendierung und zum späteren Rücktritt des Ghanaers Kwesi Nyantakyi als Präsident des Fußballverbandes GFA und als Mitglied des Fifa-Councils. Er wurde außerdem von der Fifa lebenslang gesperrt und zur Zahlung von 500.000 US-Dollar Strafe verurteilt.

Der Verband GFA wurde wegen der Affäre von der Regierung aufgelöst. In Folge der Recherchen sind außerdem mehr als 50 Schiedsrichter suspendiert worden, acht von ihnen lebenslang.

In dem Dokumentarfilm war Funktionär Nyantakyi unter anderem zu sehen, wie er versprach, gegen hohe Zahlungen Einfluss auf Politiker nehmen zu können. Eine andere Szene zeigt ihn bei der Annahme einer Bargeldzahlung von umgerechnet 60.000 Euro.

Sein Arbeitgeber, der Chef des investigativen Rechercheteams Tiger Eye PI, Anas Aremeyaw Anas, machte indirekt einen Parlamentsabgeordneten für die Tat verantwortlich.

Reporter-Kollege macht Abgeordneten für Mord verantwortlich

Der Abgeordnete Kennedy Agyapong hatte Fotos und das Wohnviertel von Hussein-Suale im Fernsehen veröffentlicht und dazu aufgerufen, ihn anzugreifen. „Wenn ihr ihn seht, brecht ihm die Ohren“, sagte Agyapong mit aggressiver Stimme. „Was immer geschieht, ich werde dafür zahlen.“

Anas erklärte, er und seine Kollegen ließen sich durch den Mord nicht einschüchtern. Das Journalistennetzwerk IPI forderte eine lückenlose Aufklärung des Vorfalls und die Verhaftung der Täter.

(ba/dpa/epd/rtr)