Unglück

Vier Tote nach schwerer Explosion im Zentrum von Paris

Paris am Samstagvormittag: In einer Bäckerei im Zentrum hat es eine heftige Explosion gegeben.

Paris am Samstagvormittag: In einer Bäckerei im Zentrum hat es eine heftige Explosion gegeben.

Foto: SOCIAL MEDIA / REUTERS

Im Zentrum von Paris ist es am Samstag in einer Bäckerei zu einer Explosion gekommen. Vier Menschen starben, viele wurden verletzt.

Paris.  Einen Tag nach der schweren Explosion im Zentrum von Paris ist in den Trümmern ein weiteres Todesopfer gefunden worden. Die Zahl der Toten stieg damit auf vier, wie die Pariser Staatsanwaltschaft am Sonntagmittag mitteilte. Ob es sich bei der nun gefundenen Leiche um eine vorher als vermisst gemeldete junge Frau handelte, blieb zunächst unklar.

Die Explosion hatte sich am Samstag gegen 9 Uhr in einer Bäckerei in der Rue de Trévise, etwa einen Kilometer Luftlinie entfernt von der Pariser Oper, ereignet. Die Behörden gehen davon aus, dass das Unglück durch ein Gasleck ausgelöst worden war.

Unter den Toten sind offiziellen Angaben zufolge zwei Feuerwehrleute und eine spanische Touristin. Nach Angaben des französischen Innenministers sind zehn Menschen schwer, 37 leichter verletzt worden.

Gasleck wahrscheinlich Ursache für Explosion

Vieles spricht für einen Unfall. Ursprünglich war die Feuerwehr wegen des Verdachts auf austretendes Gas an den Ort der späteren Explosion gerufen worden, wie eine Polizei-Sprecherin am Samstagmorgen sagte.

Ein Anwohner aus einem nahe gelegenen Haus sagte dem Sender BFMTV: „Ich habe gespürt, wie mein Haus für eine oder zwei Sekunden in seinen Grundfesten schwankte. Ich habe mich gefragt, ob es ein Attentat gab, ich hatte ein bisschen Angst.“

Rund 100 Polizisten und 200 Feuerwehrleute im Einsatz

Rund 100 Polizisten und knapp 200 Feuerwehrleute waren laut Innenminister im Einsatz. Mehrere Gebäude seien zerstört worden. Die Sicherheitsbehörden prüften, ob benachbarte Gebäude beschädigt seien und daraus eine Gefährdung entstehen könne.

Die Behörden in Paris sind wegen angekündigter Demonstrationen der „Gelbwesten“ ohnehin in Alarmbereitschaft. Rund 5000 Sicherheitskräfte sind in der Hauptstadt im Einsatz, um die Proteste abzusichern.

Bei den Demonstrationen war es in den vergangenen Wochen immer wieder zu Gewalt und Ausschreitungen gekommen. Besonders Paris war betroffen.

Auch wegen des Terroranschlags von Straßburg vor einem Monat herrscht in Frankreich hohe Anspannung. Am 11. Dezember hatte ein Attentäter in der Innenstadt der elsässischen Stadt das Feuer eröffnet. Fünf Menschen starben, viele weitere wurden verletzt.

(hip/dpa)

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