Feiertag

Weihnachten – die wichtigsten Fragen zu Fest und Baum

Weihnachten: Rund 1000 Läufer beim  Michendorfer Nikolauslauf in Brandenburg.

Weihnachten: Rund 1000 Läufer beim Michendorfer Nikolauslauf in Brandenburg.

Foto: Ralf Hirschberger / dpa

Weihnachten kommt jedes Jahr so plötzlich. Macht nichts: Hier sind alle wichtigen Fragen und Antworten, die man zum Fest kennen sollte.

Berlin.  Zu keinem Feiertag geben die Deutschen mehr Geld aus, zu keinem Feiertag gibt es mehr passende Musik, Geschichten und Filme. Weihnachten ist nicht nur für religiöse Menschen jedes Jahr ein großes Thema. Alle Fragen, alle Antworten, alle Informationen zum Fest. Von Christus bis „Christmas Sweater“:

Weihnachten – An welchem Datum ist das Fest überhaupt?

Am 25. Dezember, in diesem Jahr ein Mittwoch. Der 24. Dezember ist Heiligabend – der Abend vor dem Fest. Zumindest wurde das so festgelegt. Aber dazu später mehr.

Warum feiern wir Weihnachten am 25. Dezember?

Weil Jesus Christus geboren wurde – das ist die allgemeine Annahme, die auf verschiedenen Quellen basiert. Konkret feiern fast zwei Milliarden Christen weltweit die Menschwerdung Gottes. Historiker und Theologen werteten verschiedene Quellen aus, im vierten Jahrhundert gab es offenbar eine Festlegung auf diesen Tag.

Schwierig ist: Die Bibel gibt gar keine genauen Anhaltspunkte zum Datum. Zwar gibt es die Volkszählung, deretwegen Maria und Josef – die Eltern von Jesus – überhaupt unterwegs sind. Aber Historiker verweisen darauf, dass die zeitlich nicht zum Jahr Null passe.

Welche Bräuche gibt es zu Weihnachten?

Viele. Der Adventskranz zum Beispiel. Er ist mit vier Kerzen bestückt. Diese symbolisieren die vier Adventssonntage, jede Woche wird eine weitere Kerze angezündet. Das muss man zum Advent wissen.

Adventskalender erfreuen sich vor allem bei Kindern großer Beliebtheit, es gibt aber auch eine ganze Industrie von Erwachsenen-Adventskalendern , wahlweise mit Bierdosen, Make-up, Knabbereien oder anderen Dingen gefüllt. 24 Türen für 24 Tage, vom 1. bis 24. Dezember.

Die Krippe ist eher katholisch, aber auch immer mehr Protestanten stellen sich Variationen der Geburtsszene ins Wohnzimmer. Klassisch aus Holz oder trendbewusst im minimalistischen Bauklotz-Design.

Weitere Bräuche sind natürlich Geschenke für die Lieben. Und bei Gläubigen der Besuch eines Weihnachtsgottesdienstes. In den meisten Gemeinden wird ein Krippenspiel aufgeführt.

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Was ist mit dem Weihnachtsbaum?

Der gehört zu den beliebtesten Bräuchen – eine Tanne, je nach Belieben reichlich oder knapper dekoriert, unter die dann die Geschenke gelegt werden.

Mancher setzt dabei auf künstliche Bäume, die Mehrheit der Deutschen schwört aber auf Nordmanntanne, Blaufichte oder Edeltanne. Eine wichtige Frage für viele ist, ob es Kerzen oder doch Kunstlichter sein sollen, die den Pflanzenleichnam illuminieren.

Warum stellt man den Weihnachtsbaum auf – was ist der Ursprung des Brauches?

Immergrüne Pflanzen galten schon in der Antike als Symbol für Gesundheit, deshalb holte man sie ins Haus. 1611 schmückte Herzogin Dorothea Sibylle von Schlesien den ersten Weihnachtsbaum mit Kerzen, sie fand das wohl schön.

Der Christ- beziehungsweise Weihnachtsbaum wurde dann in der Oberschicht gebräuchlicher, in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts mehren sich Berichte.

Oh Tannenbaum – Jose Carreras, Placido Domingo, Luciano Pavarotti

Johann Wolfgang von Goethe erwähnte einen Weihnachtsbaum in „Die Leiden des jungen Werthers“ (1774). Die Protestanten nahmen den Brauch im 19. Jahrhundert auf, die katholische Kirche folgte später.

Und wann stellt man den Weihnachtsbaum auf?

In Deutschland klassischerweise an Heiligabend, gerade jüngere Leute betrachten den Baum aber als Dekorationselement für die gesamte besinnliche Zeit – und stellen den Baum schon Wochen vorher auf. Das schöne an Traditionen: Man kann neue draus machen. Also: Jeder so, wie er denkt.

Wie mache ich den Weihnachtsbaum länger haltbar?

Am längsten (mal abgesehen von Plastikbäumen) halten jene, die mit Wurzelballen gekauft und eingetopft werden. Wer einen gefällten will, muss beachten, dass die verschiedenen Arten unterschiedlich lange frisch bleiben: Nordmanntannen und Nobilistannen nadeln erst nach langer Zeit. Fichten geben schnell auf. Schon beim Kauf checken, ob die Nadeln noch fest am Zweig sitzen. Mancherorts lassen sich Tannen selbst schlagen – eine Frischegarantie.

Dann geht es um den Transport, Lagerung (kühl, trocken) und dann das Aufstellen. Keinen Temperaturschock provozieren, sondern langsam an die Zimmertemperaturen heranführen (zum Beispiel im Keller), dann eine Scheibe absägen und ins Wasser stellen.

Manche schwören auf Glycerin als Zugabe, andere auf eine 5-Cent-Mütze, weil die für Mineralienzufuhr sorgt. Und: Nicht neben die Heizung. Grundsätzlich sind Tannenbäume aber nicht empfindlich und vertragen ein bisschen was.

Weihnachten: Welche Dekoration hängt traditionell am Weihnachtsbaum?

Früher wurde der Baum übrigens eher mit Äpfeln, Nüssen und anderen natürlichen Dekorationen behängt. Heute geht eigentlich alles, von der klassischen roten Glaskugel bis zur Weihnachtsgurke. Jeder hängt, wie er sich fühlt.

Kommt das Christkind oder der Weihnachtsmann?

Noch so ein Glaubenskrieg: Das Christkind ist Jesus selbst. Im 16. Jahrhundert hatte Luther keine Lust mehr auf übermäßige Heiligenverehrung. Bis dahin brachte der Nikolaus die Geschenke, seitdem ist das Jesus zuständig dafür – jedes Jahr kommt Christus vom Himmel und reicht Garben dar.

Mit der Zeit wurde diese Vorstellung immer romantischer – Krone, Goldlocken, das ganze Paket. Anfang des 20. Jahrhunderts nahmen die Katholiken das Christkind an – der Nikolaus trat auch bei ihnen etwas zurück.

Der Weihnachtsmann dagegen war zuerst eine völlig gottlose Kreation – oder zumindest nicht religiös begründet. Der dicke Mann mit Rauschebart und Vorliebe für rote Kleidung tauchte zum Beispiel 1835 in Hoffmann von Fallerslebens Lied „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ auf. Ende des 18. Jahrhunderts verbreitete sich der Name. Er ist eine Variation des Nikolauses, allerdings weniger symbolbeladen.

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Hat Coca-Cola den Weihnachtsmann erfunden?

Nein. Aber mit der massiven Werbung ziemlich vereinnahmt. Auf der offiziellen Website erklärt der Konzern das Ganze: „Erstens war Santa ursprünglich Europäer und zweitens stammt der Brauch aus dem 17. Jahrhundert.

Niederländische Auswanderer brachten ihren Sinterklaas-Brauch mit nach Nieuw Amsterdam, dem heutigen New York. Aus Sinterklaas wurde im Laufe der Zeit der amerikanische Santa Claus.“ Allerdings: Lange Jahre gab es kein spezifisches Muster für die Darstellung.

„Verantwortlich für sein Aussehen ist der Cartoonist und Grafiker Haddon Sundblom. Er entwarf den freundlichen Gesichtsausdruck und den weißen Bart und kleidete ihn in den Coca-Cola Farben Rot und Weiß.“ So begann dann der Siegeszug des rot-weißen Mannes. Auch zurück nach Europa, wo er mit dem Weihnachtsmann/Nikolaus langsam verschmolzen ist.

Wie kann man dem Weihnachtsmann Briefe schreiben und Wunschzettel senden?

Wer dem Weihnachtsmann schreibt, bekommt Antwort – ein netter Service der Post. Die Postämter sind in Himmelpfort in Brandenburg und im niedersächsischen Himmelsthür. Die Adressen des Christkindes sind in Engelskirchen (Nordrhein-Westfalen), Himmelpforten (Niedersachsen) und Himmelstadt (Bayern). Der Nikolaus ist postalisch in Nikolausdorf (Niedersachsen) und im saarländischen St. Nikolaus beheimatet.

Die Geschichte des Weihnachtspostamts in Himmelpfort begann 1984 in der damaligen DDR, als zwei Kinder aus Berlin und Sachsen Briefe an den Weihnachtsmann nach Himmelpfort schickten. Die damalige Postmitarbeiterin habe die Briefe nicht mit dem Vermerk „Empfänger unbekannt“ zurückschicken wollen und den Kindern deshalb selbst geantwortet, hieß es.

Was hat es mit dem „Ugly Christmas Sweater“ auf sich?

Früher waren sie vor allem: geschmacklos. Heute sind sie es immer noch. Aber vor allem: im Trend. Hässliche Weihnachtspullover gehören für viele inzwischen zum Fest. Das Motto: je geschmackloser, desto besser. „Ugly Christmas Sweater“ haben ihren Ursprung wohl in den USA. Von Tausch-Partys bis zu Strick-Tutorials findet sich inzwischen alles zum Thema.

Was sind die besten und erfolgreichsten Weihnachtslieder?

Die einen denken bei Weihnachtsliedern an die ewigen Klassiker wie „Stille Nacht“. Andere sind populärkultureller unterwegs und haben schon im Oktober Ohrwürmer von „Last Christmas“ und „All I Want For Christmas Is You“.

Für keinen Feiertag gibt es mehr spezifische Musik, und wahrscheinlich gibt es auch von keinen Songs mehr Cover-Versionen als von „White Christmas“, „Jingle Bells“ und anderen Klassikern. Alles über die erfolgreichsten, traurigsten, beliebtesten und weitere Weihnachtslieder gibt es hier.

Mariah – All I Want For Christmas

Von Aschenbrödel bis Charles Dickens’ Weihnachtsgeschichte – das sind die Weihnachtsfilm-Klassiker.

Ohne „Drei Haselüsse für Aschenbrödel“ ist das Weihnachtsfest für viele gar nicht denkbar. Alle Sendetermine von "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" finden Sie hier. Andere schwören auf die Chevy-Chase-Klamotte „Schöne Bescherung“. Oder „Tatsächlich Liebe“. Oder Kevin – Allein zu Haus“.

Und welche Version der klassischen Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens mit den drei Geistern der Weihnacht die beste ist – darum können Weihnachtsfilm-Nerds vortrefflich streiten.

Online-Handel, Ausgaben, Umsatz – wie läuft das Weihnachts-Shopping?

Der Handelsverband Deutschland (HDE) erwartete 2018 das bislang beste Weihnachtsgeschäft – die Umsätze sollten im November und Dezember bei 100 Milliarden Euro liegen. Dabei würden die Umsätze online um zehn Prozent steigen – auf 220 Millionen Euro. Täglich.

http://5_Tipps_gegen_den_Weihnachtsstress{esc#212622837}[video]

Die Beratungsgesellschaft EY hat berechnet, wie viel Geld der Deutsche im Schnitt für Weihnachten ausgibt – 282 Euro. Viele der Einkäufe lassen sich die Deutschen liefern: DHL rechnet mit mehr als 11 Millionen Paketsendungen pro Tag. DPD und Hermes, erhöhen an den stärksten Tagen dann nochmal um zwei Millionen, berichtet das „Handelsblatt“.