Amoklauf

13 Tote – Ex-Soldat richtet Blutbad in einer Bar an

Tote nach Schießerei in kalifornischer Bar

In Thousand Oaks, einer Stadt nahe Los Angeles, ist auch der mutmaßliche Täter unter den Toten. Der Hintergrund der Tat ist unklar.

Tote nach Schießerei in kalifornischer Bar

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Sie wollten nur feiern: In der Nähe von Los Angeles hat ein Mann in einer Bar auf College-Studenten gefeuert. 13 Menschen starben.

Los Angeles.  Wenige Tage nach dem Massenmord in einer Synagoge in Pittsburgh mit elf Todesopfern schockiert erneut eine schwere Bluttat Amerika. Diesmal ist eine Bar in Kalifornien der Schauplatz. 13 Menschen starben.

Sergeant Ron Helus wollte nach 29 Jahren im Dienst des Sheriff-Departements von Ventura County demnächst in den Ruhestand gehen. David Ian Long, ein 28-jähriger ehemaliger Soldat, durchkreuzte die Pläne des Cops auf tragische Weise.

Als Helus am späten Mittwochabend zu einer Schießerei im vor allem bei Studenten der Pepperdine-Universität beliebten Borderline Bar & Grill in Thousand Oaks nordwestlich von Los Angeles gerufen wurde und den Täter dingfest machen wollte, wurde der Familienvater von Kugelhagel empfangen. Er erlag kurz darauf seinen Verletzungen.

Als seine Kollegen am Tatort eintrafen, wo mehrere Hundert Jugendliche und Studenten zur „College Country Night“ versammelt waren, bot sich ihnen ein schreckliches Bild: 13 Leichen, darunter ein Polizist und der Schütze selbst. 10 bis 15 weitere Gäste wurden schwer verletzt.

Über das Motiv des Täters, der sich selbst richtete, ist bisher wenig bekannt. Mit einer Glock-Pistole zielte er auf seine Opfer, meist College-Studenten, die dort einen Tanzabend mit Country-Musik feierten. Am Ende sind 13 Menschen .

Zuletzt lebte Ian David Long bei seiner Mutter im kalifornischen Newbury Park. Von dort waren es nur wenige Kilometer zu der Tanzbar „Borderline Bar & Grill“ in Thousand Oaks.

Er war bei den Marines und bei der Polizei bekannt. Er soll wie viele Armee-Veteranen an postraumatischen Belastungsstörungen (PTSD) gelitten haben.

Schütze warf Rauchbomben

Als der nach Zeugenangaben mit einem schwarzen Trenchcoat (plus schwarze Baseball-Kappe, plus schwarze Sonnenbrille, plus schwarze Sturmhaube) bekleidete Schütze kurz vor Mitternacht die Bar betrat und Rauchbomben warf, brach unter den Gästen Panik aus. „Alle sind sofort gerannt und wollten nur noch raus“, sagte die College-Studentin Teylor Whittler einem Lokalfernsehsender, „manche sind aus dem Fenster gesprungen oder haben sich in den Toilettenräumen oder unter Billardtischen verschanzt.“

Wie die Zeitung „Ventura County Star“ unter Berufung auf die Polizei berichtete, seien mindestens 30 Schüsse abgefeuert geworden, aus einer Handfeuerwaffe der Marke Glock, die mit einem legal zu erwerbenden erweiterten Magazin ausgestattet war. Die ersten Ziele war die Kassiererin am Eingang und ein Wachmann.

Zu den Überlebenden gehört Nellie Wong. Die Studentin hatte im Borderline ihren 21. Geburtstag mit Freunden feiern wollen. Als Schüsse fielen, warf sie sich auf den Boden und blieb verschont. „Es war wie ein Alptraum.“

Noch Stunden nach dem Massaker fahndeten Eltern nach ihren Kindern, die in dem Club ab 18 Jahren Eintritt erhalten. „Ich habe keine Ahnung, wie es meinem Sohn Cody geht, der hier zum Tanzen verabredet war“, sagte Jason Kaufman.

Laut „Los Angeles Times“ waren etliche Musik-Fans unter den Gästen, die das Massaker mit 58 Toten bei einem Country-Festival im vergangenen Jahr in Las Vegas überlebt hatten.

US-Präsident Trump bedankt sich bei Polizei

Wie bei früheren Schusswaffen-Tragödien meldete sich US-Präsident Donald Trump via Twitter zu Wort. Er bedankte sich bei den Einsatzkräften. „Die Polizei hat großen Mut gezeigt“, schrieb Trump, „möge Gott die Opfer und ihre Familien segnen.“

Von der regelmäßig nach solchen Blutbädern aufkommenden Debatte um schärfere Waffengesetze hielt Trump sich erwartungsgemäß fern. Er steht für flächendeckend mehr bewaffnete Sicherheitskräfte im öffentlichen Raum, um potenzielle Massenmörder frühzeitig unschädlich zu machen. Eine Strategie, die auch Experten innerhalb der Polizei für falsch halten.

Thousand Oaks gehört zu den reichen Vorstädten im Norden der Metropole Los Angeles. Im Einzugsbereich der Bar liegen viele Colleges und Universitäten.

Der Sheriff des Bezirks Ventura, Geoff Dean, schilderte noch in der Nacht fast unter Tränen, wie sein Kollege Ron Helus bei dem Versuch starb, möglichst vielen Gästen im Borderline das Leben zu retten. „Er ist ein Held.“

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