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Schauspieler Burt Reynolds mit 82 Jahren gestorben

So liebten ihn seine Fans: Burt Reynolds in dem Film „Ein ausgekochtes Schlitzohr“.

Foto: imago stock&people / imago/United Archives

So liebten ihn seine Fans: Burt Reynolds in dem Film „Ein ausgekochtes Schlitzohr“.

Der amerikanische Schauspieler Burt Reynolds ist tot. Er starb nach Angaben seines Managers am Donnerstag im Alter von 82 Jahren.

Berlin.  Hollywood-Star Burt Reynolds ist tot. Er starb am Donnerstag im Alter von 82 Jahren, wie sein Manager dem Internetportal „Hollywood Reporter“ bestätigte.

Reynolds wurde durch Filme wie „Ein ausgekochtes Schlitzohr“ und „Auf dem Highway ist die Hölle los“ bekannt. Zu seinen Markenzeichen gehörte lange Zeit sein dunkler Schnauzbart.

Reynolds, der seit 1961 rund 120 Filme gedreht hatte und in 40 TV-Serien auftrat, gab immer wieder den Highway-Cowboy mit Charme, Herz und raubeinigem Sexappeal. Ein Typus, der perfekt in die Zeit passte und es auch deshalb Reynolds so schwer machte, dem Klischee zu entkommen und den Anschluss an eine moderne Welt zu finden, in der Machos so wenig gefragt waren wie Schnauzbärte.

Burt Reynolds konnte auch selbstironisch sein

Dabei unterschätzt man ihn, wenn man ihn auf seine Rollenerfolge als Autoschrotter und Haudrauf reduziert. Wie viel Pfiff in ihm steckte, wurde auch im ansonsten völlig missratenen Krimi „Striptease“ 1996 deutlich. Wie Reynolds als Kongressabgeordneter mit extremen Neigungen von oben bis unten mit Vaseline eingeschmiert, mit Cowboyhut, Unterhose und Cowboystiefeln unmittelbar vor einem Wahlkampfauftritt durchs Büro stapft, ist von hinreißender Selbstironie getränkt.

In „Boogie Nights“ ein Jahr später verwandelte er sich mit seiner Rolle als Pornofilmproduzent vom abgewrackten Idol zum Altstar: Die Rolle brachte ihm den Golden Globe und die einzige Oscar-Nominierung. Im Streben danach, als seriöser Schauspieler anerkannt zu werden, hatte er immer wieder die Nähe anspruchsvoller Regisseure gesucht wie Stanley Donen, Peter Bogdanovich oder Robert Aldrich. Doch in der öffentlichen Wahrnehmung blieb er ein Actionmann.

Die Rolle als James Bond lehnte er ab

1972 war ihm der Durchbruch mit einem spektakulären Drama gelungen, und wollte man heute einen Film von Burt Reynolds empfehlen, so wäre es immer noch „Deliverance“ von John Boorman, der hier unter dem Titel „Beim Sterben ist jeder der Erste“ lief. Ein hartes Männerabenteuer um vier Großstädter, die bei einem Kanutrip durch die Wildnis mit Hinterwäldlern aneinandergeraten.

Aber auch neben der Diva Catherine Deneuve macht Reynolds in dem eher stillen Detektivfilm „Hustle“ („Straßen der Nacht“) 1975 eine gute Figur.

Die Rolle des James Bond boten sie ihm 1970 an. Wollte Reynolds nicht, weil er fand, den müsse ein Brite spielen.

Schwarzenegger: „Reynolds war einer meiner Helden“

Reynolds Tod sorgte bei Hollywood-Kollegen für Trauer. Der Schauspieler und frühere Gouverneur Kaliforniens, Arnold Schwarzenegger, würdige ihn als „Wegbereiter“. „Burt Reynolds war einer meiner Helden“, schrieb Schwarzenegger am Donnerstag auf Twitter.

Reynolds habe vorgemacht, wie man vom Sportler zum hoch bezahlten Schauspieler werden könne – und er habe einen „großartigen Sinn für Humor“ gehabt. „Meine Gedanken sind bei seiner Familie“, schrieb Schwarzenegger.

(fp/dpa)

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