Verkehr

Keine Rettungsgasse gebildet: Verfahren gegen 65 Autofahrer

Rettungsgasse – so geht's richtig

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Anfang August kam es auf der A 61 zu einem Unfall. Viele Autofahrer bildeten keine Rettungsgasse. Nun ermittelt die Polizei gegen sie.

Gesingen.  Es steht auf großen Bannern an Autobahnbrücken, manchmal weisen auch Schilder am Straßenrand darauf hin: „Bei Stau Rettungsgassen bilden“. Eigentlich müsste jeder Autofahrer auf dem Weg zum eigenen Führerschein gelernt haben, wie man sich im Notfall auf der Autobahn zu verhalten hat.

Und dennoch liest man immer wieder davon, dass Rettungskräfte nicht an Unfallstellen gelangen konnten, weil keine ordentliche Rettungsgasse gebildet wurde. In einem solchen Fall ermittelt die Polizei nun gegen 65 Autofahrer, die Anfang August auf der Autobahn 61 in Rheinland-Pfalz den Einsatz der Rettungskräfte blockierten.

Ein sechs Kilometer langer Rückstau ohne Rettungsgasse

Wie die Polizei mitteilte, hatte eine 52-Jährige auf der Überholspur die Kontrolle über ihr Fahrzeug verloren, schleuderte gegen mehrere Leitplanken, bevor sie auf der mittleren Spur zum Stehen kam.

In Folge des Unfalls hatte sich ein sechs Kilometer langer Rückstau gebildet – die Fahrzeuge standen dabei so dicht aneinander, dass es für die Rettungskräfte zunächst kein Durchkommen gab.

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Nach Angaben der Polizei konnte die Autobahnmeisterei mit ihren Bergungs- und Reinigungsfahrzeugen zunächst gar nicht an den Unfallort gelangen, weshalb die Polizei zusätzlich einen Hubschrauber einsetzte. Dieser fotografierte aus der Luft die im Weg stehenden Fahrzeuge und stellte am Ende „Rettungsgassen-Verstöße im dreistelligen Bereich“ fest.

Polizei ermittelt gegen 65 Autofahrer

Wie die Polizei nun mitteilte, werden in der Folge gegen 65 Fahrzeugführer Verfahren aufgenommen. Die Beteiligten haben nun mit Bußgeld zu rechnen, gegen einige könnten auch Punkte und Fahrverbote ausgesprochen werden, so die Polizei.

Einen Autofahrer könnte es besonders hart treffen: Er hatte den Polizeihubschrauber aus seinem Fahrzeug mit dem Handy gefilmt. Auf ihn kommt also nicht nur ein Bußgeldverfahren in Zusammenhang mit der Rettungsgasse zu, sondern auch eine Anzeige, weil er während der Fahrt sein Handy benutzte.

Insassen wurden leicht verletzt

Den Beamten auf der Straße gelang es mit Mühe und Zeitverzögerung, den Weg zum Unfallort freizumachen. Nach Angaben der Polizei wurden bei der Kollision drei Mitfahrer leicht verletzt, sie erlitten Schürfwunden und Prellungen. Die Fahrerin selbst blieb unverletzt. (nqq)