Festtag

Mariä Himmelfahrt – Wo ist das ein Feiertag in Deutschland?

An Mariä Himmelfahrt wird traditionell in katholischen Kirchen die Kräuterweihe begangen - so wie hier bei einer Prozession in Kochel Am See.

An Mariä Himmelfahrt wird traditionell in katholischen Kirchen die Kräuterweihe begangen - so wie hier bei einer Prozession in Kochel Am See.

Foto: Andreas Gebert/dpa

Am Donnerstag feiern die Katholiken Mariä Himmelfahrt. Ein arbeitsfreier Tag ist das aber nicht für jeden. Wo das Fest gefeiert wird.

Berlin.  Maria Himmelfahrt - oder auch Mariä Himmelfahrt - ist in Deutschland ein Feiertag. Allerdings längst nicht überall. Gesetzlich festgeschrieben ist der Tag, den vor allem katholische Christen feiern, nur in zwei Bundesländern. Im gesamten Saarland und in Bayern – dort allerdings nur in Städten und Gemeinden „mit „überwiegend katholischer Bevölkerung“.

Im Rest Deutschlands ist Maria Himmelfahrt ein normaler Werktag. Es wird gearbeitet, die Geschäfte sind normal geöffnet. Trotzdem feiern die Katholiken den Tag mit einem festlichen Gottesdienst.

In vielen anderen europäischen, überwiegend katholischen Ländern wie Belgien, Frankreich, Italien, Kroatien, Polen, Portugal und Spanien ist der 15. August landesweit ein gesetzlicher Feiertag. Das gleiche gilt für Österreich sowie für einige Kantone der Schweiz.

Worum geht es bei Maria Himmelfahrt?

Kurz gesagt: Christen feiern am 15. August die Aufnahme Marias in den Himmel. Das ist schon seit dem 7. Jahrhundert bekannt, obwohl in der Bibel nur in Andeutungen über eine leibliche Aufnahme Marias in den Himmel berichtet wird. 1950 wurde die Lehre davon von Papst Pius XII. zum Dogma erklärt – also zum verbindlichen Glaubensinhalt.

Für Katholiken ist Maria Himmelfahrt der Auftakt für die anschließenden 30 Marientage, die als besonders segensreich gelten und mit Mariä Namenstag im September ihren Abschluss finden.

Bei den Protestanten, wo man die Marienverehrung nicht in dem Maße wie in der katholischen Kirche kennt, spielt Maria Himmelfahrt keine große Rolle. Auch der Reformator Martin Luther schätzte Maria als Glaubenszeugin und Beispiel menschlicher Demut. Heiligenverehrung lehnt die evangelische Kirche aber ab.

Die feministische Theologie bewertet die Figur Maria als Symbol für den weiblichen Anteil Gottes, der zur „Ganzwerdung“ des Menschen beiträgt.

Die Sache mit dem „ä“

Heißt es nun „Maria Himmelfahrt“ oder „Mariä Himmelfahrt“? Tatsache ist: Im täglichen Sprachgebrauch hat sich inzwischen der Name „Maria Himmelfahrt“ eingebürgert. Der korrekte Name lautet aber Mariä Himmelfahrt.

Die merkwürdig anmutende Schreibweise mit einem ,ä’ am Ende stammt aus dem Lateinischen. So wird dort der Genitiv gebildet, also etwa „die Himmelfahrt der Maria“.

Nicht mit Christi Himmelfahrt verwechseln

Aus dem gleichen Grund heißt auch der Feiertag im Frühjahr Christi Himmelfahrt - mit ,i’ am Ende. Also: „die Himmelfahrt des Christus“.

Die wichtigsten Marienfeste im Kirchenjahr:

• 1. Januar: Hochfest der Gottesmuter Maria: Das neue Jahr wird der Gottesmutter anvertraut.

• 2. Februar: Mariä Lichtmess: Nach alttestamentlicher Vorschrift musste die Mutter 40 Tage nach der Geburt eines Jungen dem Priester im Tempel ein Reinigungsopfer übergeben.

• 25. März: Mariä Verkündigung: Genau neun Monate vor Weihnachten erinnert sich die Kirche an die Verkündigung des Engels an Maria und ihre Antwort: „Mir geschehe, wie du es gesagt hast.“

• 8. September: Mariä Geburt: Das Geburtsfest der Jungfrau Maria.

• 8. Dezember: Mariä Empfängnis: Hinter dem Fest steht die Überzeugung, dass Maria bei ihrer Geburt frei von jeder Sünde ist, auch von der Erbsünde. (W.B.)