Corona-Regeln

Urlaub in Griechenland: Regierung verschärft Maßnahmen

WHO warnt vor weltweit neuen Corona-Hotspots.

Neue Infektionsherde entstehen im Balkan, Israel, Australien, Südafrika und in Peru. Die WHO warnt vor Fahrlässigkeit und schnellen Lockerungen. Doch besonders ärmere Länder sind durch wirtschaftlichen Druck gezwungen den Lockdown zu lockern.

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Griechenland ist bisher kein Corona-Risikogebiet. Doch wegen eines Anstiegs der Infektionsraten wurden die Schutzmaßnahmen verschärft.

Athen.  Griechenland gilt als eines der Länder, das in Europa am wenigsten von der Corona-Pandemie betroffen ist. Bislang werden dort 213 Corona-Tote beklagt (Stand 11.8.). Auch wenn seit Beginn der Urlaubssaison ein deutlicher Anstieg der Infektionsraten verzeichnet wurde, ist Griechenland im europäischen Vergleich immer noch gering von der Pandemie betroffen. Das liegt auch daran, dass die Behörden weiterhin schnell auf vergleichbar kleine Anstiege bei der Zahl der Neuinfektionen reagieren.

Insgesamt bewegt sich das Infektionsgeschehen in Griechenland auf einem relativ niedrigen Niveau. Am Sonntag (9.8.) waren jedoch immerhin 203 neue Coronavirus-Infektionen verzeichnet worden, die höchste tägliche Zahl seit Beginn der Pandemie. Am Montag wurden dann 126 Neuansteckungen gezählt.

Griechenland: Maskenpflicht, Sperrstunde, Einreisebeschränkungen

Daraufhin hat das Land die Schutzmaßnahmen verschärft. In zahlreichen Gebieten und Städten – darunter beliebte Touristenziele – müssen Restaurants und Bars künftig um Mitternacht schließen, wie Regierungssprecherin Aristotelia Peloni mitteilte.

Zu den Orten, wo Bars und Restaurants in der Nacht schließen müssen, gehören nach Angaben der Regierungssprecherin die beliebten Inseln Korfu, Kos, Kreta, Mykonos, Rhodos, Santorini und Zakynthos. Die gastronomischen Betriebe müssen dort zwischen Mitternacht und sieben Uhr geschlossen bleiben. Auf manchen dieser Inseln vergnügen sich Urlauber normalerweise bis tief in die Nacht in Bars und Restaurants.

Von der Sperrstunde um Mitternacht betroffen sind laut der Sprecherin zudem die Städte Katerini, Larissa, Thessaloniki und Volos sowie die Halbinsel Chalkidiki. Die nächtlichen Schließungen von Bars und Restaurants gelten zunächst bis zum 23. August.

Außerdem wurden Einreisebeschränkungen für mehrere EU-Staaten verhängt. Reisende aus Belgien, den Niederlanden, Schweden, Spanien und Tschechien, die mit dem Flugzeug oder auf dem Landweg nach Griechenland kommen, müssen einen negativen Coronavirus-Test vorweisen. Der Test darf nicht älter als 72 Stunden sein. Diese Einreisebeschränkungen gelten ab kommenden Montag. Reisende aus Deutschland sind davon aber nicht betroffen.

Bereits einige Tage zuvor erweiterte die griechische Regierung die Maskenpflicht. Seitdem gilt sie auch in Banken, Ministerien und im Einzelhandel. Zuvor galt die Maskenpflicht nur in öffentlichen Verkehrsmitteln und Krankenhäusern. „Wir haben es bislang gut geschafft. Wir müssen so weitermachen“, sagte der für den Zivilschutz zuständige Vizeminister Nikos Chardalias im Staatsfernsehen.

Wegen des geringen Anstiegs der

bestehe kein Grund zur Panik, sagte der Vizeminister weiter. Es sei aber wegen des vergleichsweise geringen Infektionsgeschehens eine Nachlässigkeit in der Bevölkerung bemerkt worden. Wer sich nicht an die Maskenpflicht hält, muss mit Bußgeldern in einer Höhe von 150 Euro rechnen.

Corona: Urlaub in Griechenland ist möglich

Das Auswärtige Amt gibt derzeit keine Reisewarnung für Griechenland. Auch das Robert Koch-Institut weist Griechenland nicht als Risikogebiet aus. Die Einreise ist für Deutsche Urlauber möglich, wie das Auswärtige Amt mitteilt. Die internationalen Flughäfen in Griechenland werden von Deutschland aus wieder direkt angeflogen.

Wie die staatliche Nachrichtenagentur ANA unter Berufung auf einen Brief von Tourismusminister Harry Theoharis an mehrere Reiseunternehmen berichtete, sollen ab dem 1. August auch wieder Kreuzfahrtschiffe in Piräus, Rhodos, Heraklion, Volos, Korfu und Katakolo anlegen dürfen.

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Die Einreise mit dem Auto ist aktuell nur über Bulgarien und auch dort nur über den Grenzübergang Promachonas möglich, teilt das Auswärtige Amt mit.

Egal für welche Art der Einreise sich deutsche Urlauber entscheiden, sie müssen 24 Stunden vor der Einreise ein Online-Formular ausfüllen. Nach dieser Anmeldung erhalten sie einen QR-Code, der bei der Einreise gezeigt werden muss. Wer keinen QR-Code vorweisen kann, muss ein Bußgeld von 500 Euro zahlen. Außerdem müssen Urlauber vereinzelt damit rechnen, zum Corona-Test gebeten zu werden.

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(amw/jas/dpa/afp)