Stiftung Warentest

Grillfleisch-Test: Dabei sind Edeka und Netto „mangelhaft“

Richtig grillen: Tipps von Felicitas Then

Grillen kann man auch in Zeiten von Corona. Statt im Park eben auf dem Balkon. Die TV-Köchin Felicitas Then gibt im Video Grilltipps und zeigt, wie man einfache Marinaden selbst machen kann.

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Stiftung Warentest hat Grillfleisch getestet. Viele Produkte bekommen das Urteil „gut“. In einem Aspekt fallen Edeka und Netto durch.

Berlin. Wenn es leise zischt, weil das Fett über der heißen Glut schmilzt und in die glühende Kohle tropft, wenn das Röstaroma in die Nase steigt und sich am Steak langsam eine Kruste bildet – dann schlagen die Herzen von Grillfreunden höher. Aber ist Grillfleisch gleich Grillfleisch? Schmeckt Bio besser als konventionell? Und wie sieht es – nach den Schlagzeilen um Tönnies besonders interessant – mit der sozialen Verantwortung der Schlachtbetriebe aus?

Stiftung Warentest hat passend zur Grillsaison Grillfleisch genau unter die Lupe genommen. Sie hat 15 Schweinefleischprodukte geprüft, die in den Regalen von Supermärkten und Discountern zum Verkauf stehen. In einem Aspekt fielen zwei Produkte von Edeka und eines von Netto durch und erhielten das Testurteil „mangelhaft“.

Grillfleisch bei Edeka und Netto: Schlechte Noten für Unternehmensverantwortung

Insgesamt schnitten aber viele Produkte gut ab: 8 von 15 erhalten des Gesamturteil „gut“, darunter nicht nur teure Bio-Steaks, sondern auch kostengünstiges Fleisch vom Discounter, etwa von Aldi, Lidl und Penny.

Doch warum verteilt Stiftung Warentest schlechte Noten an Edeka- und Netto-Produkten? Die Tester schauten sich das Grillfleisch nicht nur hinsichtlich Aussehen, Geruch und Geschmack sowie nach Keimbelastung und chemischer Qualität an, sondern beschäftigten sich in einem separaten Test auch mit der Frage der Unternehmensverantwortung. Lesen Sie hier: Tönnies und Co.: Das ist das Problem mit den Werkverträgen

Grillfleisch-Tester besuchen auch Tönnies-Betrieb im Kreis Gütersloh

Bei diesem Test ging es um Leitlinien, Tierwohl, Arbeitsbedingungen im Schlachtbetrieb, Umweltschutz und Transparenz. Die Tester besuchten dabei Mast- und Schlachtbetriebe, um sich vor Ort ein Bild zu machen. Die getesteten Erzeuger und Verarbeiter sind diejenigen, deren Steaks Stiftung Warentest im Grilltest unter die Lupe nahm. Darunter war auch der nun geschlossene Tönnies-Schlachtbetrieb in Rheda-Wiedenbrück im Kreis Gütersloh. Lesen Sie hier: So erkennt man Fleisch und Produkte von Tönnies

Allerdings: Während die Tester unter anderem bei Tönnies einen erstaunlich offenen Blick hinter die Kulissen des blutigen Tagewerks erhielten, machten Edeka und die Edeka-Tochter Netto dicht. Edeka gab Stiftung Warentest keine Auskunft über Lieferanten und ließ auch den Fragebogen zu den Leitlinien unbeantwortet. Wegen fehlender Transparenz war für die Tester nur ein Urteil möglich: „mangelhaft“.

Grillfleisch-Test – das Fazit

Insgesamt scheinen die Themen Tierwohl, soziale Verantwortung und Umweltschutz bei Fleisch in den Hintergrund zu rücken. Von den 15 Produkten, schnitten nur zwei mit „gut“ ab – und zwar die beiden Bio-Steaks von Dennree und Pichler. Das Rewe-Bio-Nackensteak erhielt immerhin ein „befriedigend“. Die neun restlichen Produkte von Aldi, Kaufland, Lidl, Norma, Penny, Real und Rewe straften die Tester mit „ausreichend“ ab.

Das Fazit von Stiftung Warentest: Nur das Königshofer Bio-Schweine-Nackensteak natur von Dennree und das Bio-Schweinenackensteak von Pichler schneiden in beiden Tests „gut“ ab. Wer nur auf Fleischgenuss aus ist und auf die anderen Aspekte wenig Wert legt, findet sowohl bei Bio- als auch bei konventionellen Produkten anderer Anbieter „gutes“ Grillfleisch.

Die Gesamtergebnisse der Test lesen Sie auf der Seite der Stiftung Warentest.

(jkali)