Lungenkrankheit

Coronavirus: Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Test

Coronavirus: So läuft die Suche nach einem Impfstoff

Auf der ganzen Welt suchen Wissenschaftler nach einem Schutz vor dem Coronavirus. Viele Forscher und Firmen arbeiten an Lösungen, Tests laufen bereits.

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Jeden Tag werden hunderte Deutsche auf eine Infektion mit dem Coronavirus getestet. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Test.

Berlin. 

  • In Deutschland sind bereits mehr als 96.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, es gibt mehr als 1400 Todesfälle
  • Weltweit sind mehr als 1,2 Millionen Menschen infiziert, mehr als 64.000 Menschen sind an den Folgen von Covid-19 gestorben
  • Der Technologiekonzer Bosch hat einen Schnelltest entwickelt, der Ergebnisse in weniger als zweieinhalb Stunden liefern soll
  • Die Behörden haben vielerorts Teststellen eingerichtet, an denen sich oftmals allerdings lange Schlangen bilden
  • Bundesinnenminister Seehofer hat angekündigt, viel mehr testen lassen zu wollen
  • Wer den Verdacht hat, an Covid-19 erkrankt zu sein, sollte zuerst die Gesundheitsämter informieren
  • Wie genau funktioniert der Test auf Sars-CoV-2 ? Wie lange muss man auf das Ergebnis warten? Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle in Deutschland steigt stetig. Die Behörden richten immer mehr Stellen ein, an denen Menschen mit Symptomen auf Covid-19 getestet werden.

In einem Strategiepapier, das Innenminister Horst Seehofer (CSU) in Auftrag gab, empfehlen Experten, die Zahl der Corona-Tests größtmöglich auszuweiten: Von derzeit bis zu 250.000 in der Woche auf Ende April 200.000 Tests am Tag. In Deutschland sollen also in den nächsten Wochen der Pandemie Millionen Menschen auf eine Infektion untersucht werden.

Doch wie läuft ein Test auf das Coronavirus eigentlich ab? Wo finde ich Teststellen? Und werden alle Menschen mit Symptomen getestet? Wir beantworten die wichtigsten Fragen:

Coronavirus: Wer wird auf Sars-CoV-2 getestet?

Getestet wird nicht jeder, der vermutet, dass seine Symptome für eine Infektion mit dem Coronavirus sprechen. Die häufigsten Symptome von Sars-CoV-2 sind Fieber und trockener Husten. Aber auch Erkältungssymptome wie Halsschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen können Anzeichen für eine Covid-19-Erkrankung sein. Eine detailliertere Übersicht zu Coronavirus-Symptomen, Dauer, Ursprung und Übertragung, finden Sie hier.

Wer diese Symptome zeigt und innerhalb der vergangenen zwei Wochen Kontakt zu einem bestätigten Coronavirus-Fall hatte, sollte getestet werden, empfiehlt das Robert-Koch-Institut (RKI). Zudem empfiehlt das RKI, Personen zu testen, die innerhalb der letzten 14 Tage in einem vom RKI festgelegten Risikogebiet waren. Diese Regionen gelten nach Einschätzung des Instituts als Coronavirus-Risikogebiete.

Wer den Verdacht hat, sich mit dem Virus infiziert zu haben, sollte sich zuerst mit dem zuständigen Gesundheitsamt in Verbindung setzen, einen Arzt oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Rufnummer 116117 kontaktieren, um den weitere Vorgehensweise zu besprechen. Und ganz wichtig: Erstmal zu Hause bleiben.

Wo kann ich mich auf das Coronavirus testen lassen?

Der Test auf das Coronavirus kann an zahlreichen Stellen durchgeführt werden. Dazu zählen Unikliniken, Krankenhäuser und auch vereinzelt Hausärzte, deren Labors entsprechende Tests durchführen können.

Auch Gesundheitsämter führen Tests durch und suchen Verdachtspersonen teils sogar zu Hause auf, wenn sie zur Risikogruppe gehören und die Kapazitäten nicht ausgeschöpft sind. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums fallen darunter ältere Menschen ab etwa 50 bis 60 Jahren, Raucher
und Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen. Einen Überblick über die Coronavirus-Risikogruppen, finden Sie hier.

Auf den Webseiten der Gesundheitsämter finden Betroffene auch einen Überblick über die Teststellen in ihrer Region. Auch über die Hotlines der lokalen Behörden kann man sich informieren.

Coronavirus: Wie funktioniert der Test?

Beim Verdacht auf Sars-CoV-2 wird der Erreger in der Regel mit einem molekularbiologischen Test nachgewiesen. Zunächst nimmt ein Arzt eine Probe aus den Atemwegen eines Patienten – entweder einen Abstrich im Rachen oder ausgehusteten Schleim. Spezialisten bereiten diese Probe dann im Labor auf und suchen mit einem sogenannten PCR-Test nach dem Erbmaterial des Virus.

Vereinfacht gesagt wird dabei ein bestimmter Abschnitt des Viren-Erbguts millionenfach kopiert. Die Kopien werden mit einer sogenannten Sonde farblich markiert. Diese Farbmarkierung kann dann mit komplexen Geräten sichtbar gemacht werden. Sind entsprechende Farbsignale vorhanden, handelt es sich um eine „positive Probe“, also eine Infektion mit dem Coronavirus.

Wie lange muss man auf das Ergebnis des Tests warten?

Unter idealen Bedingungen dauert ein Test im Labor etwas drei bis fünf Stunden. Die Ergebnisse liegen, je nach Dauer des Transports zum Labor, nach ein bis zwei Tagen vor und werden dem Patienten vom Arzt mitgeteilt. Bei einem positiven Ergebnis wird auch das Gesundheitsamt informiert. Weil zum Beispiel Proben falsch entnommen worden sein könnten, müssen Patienten mit positivem Ergebnis mehrfach getestet werden.

Die Testmethode, entwickelt von einem Team des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung an der Berliner Charité um den Virologen Christian Drosten, basiert auf einer Standardprozedur, die seit Jahren in der Virusdiagnostik angewendet wird.

Das ist der Coronavirus-Experte Christian Drosten

Der Technologiekonzern Bosch hat nach eigenen Angaben einen Coronavirus-Schnelltest unter anderem für Krankenhäuser und Arztpraxen entwickelt, der von der Entnahme der Probe bis zum Ergebnis weniger als zweieinhalb Stunden brauchen soll. Laut Bosch hat der neue Test auf Sars-CoV-2 eine „Genauigkeit von über 95 Prozent“.

Die Fragen, wie oft das System falschen Alarm schlägt oder wie viele Infektionen es übersieht, wollte Bosch nicht beantworten. Laut Bosch erfüllt der Test die Qualitätsstandards der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Der innerhalb von sechs Wochen entwickelte Test von Bosch soll im April in Deutschland und danach dann auch in anderen Ländern verfügbar sein. Labore könnten den Test aber unter bestimmten Voraussetzungen auch schon jetzt anwenden.

Bislang beträgt die reine Testzeit laut Robert Koch-Institut (RKI) etwa 4 bis 5 Stunden. Allerdings kann es zwischen Probenentnahme und Ergebnismitteilung dauern, auch weil die Tests oft von externen Laboren gemacht werden. Der Bosch-Test soll auch direkt in Arztpraxen oder Krankenhäusern gemacht werden können.

Bei wie vielen Menschen bislang eine Coronavirus-Infektion nachgewiesen wurde, sehen Sie hier:

Coronavirus: Was passiert bei einem positiven Testergebnis?

Das hängt stark vom gesundheitlichen Zustand des Patienten ab. Entweder muss er sich in häusliche Quarantäne begeben oder wird unter strengen Schutzmaßnahmen in ein Krankenhaus gebracht. Die Behandlung erfolgt dann je nach Schwere der Erkrankung symptomatisch, das heißt nur die Symptome werden dementsprechend behandelt.

Zudem müssen die Kontaktpersonen ermittelt werden. Diese müssen sich in Quarantäne begeben, um eine Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Mit diesen Kriterien lässt sich einschätzen, ob jemand als Kontaktperson eines Coronavirus-Infizierten gilt.

Coronavirus-Test: Wer bezahlt den Test?

Die Übernahme der Kosten für den Coronavirus-Test ist in Deutschland einheitlich geregelt. Wenn der oder die behandelnde Arzt oder die Ärztin den Test für notwendig hält, werden die Kosten vom Gesundheitsamt oder den Krankenkassen übernommen.

Bei einem begründeten Verdacht bezahlen die Krankenkassen den Test, bei Kontaktpersonen die Gesundheitsbehörden. Menschen ohne deutsche Krankenversicherung müssen eine Kostenübernahme direkt mit ihrer Versicherung klären. Die Kosten variieren stark und liegen zwischen knapp 60 und 200 Euro.

Coronavirus-Schnelltest für Zuhause: Gibt es den?

Ja. Es gibt mehrere Anbieter, die Coronavirus-Tests für zu Hause anbieten. Allerdings ist nicht gesichert, wie zuverlässig die frei verkäuflichen Tests sind.

Es gibt vor allem Schnelltests, die nach Antikörpern statt Erregern suchen, im Internet zu kaufen. Von denen raten aber viele Experten wie der Berufsverband der Akkreditierten Medizinischen Labore in Deutschland (ALM) ab.

Antikörper sind bei Virusinfektionen wie mit dem SARS-CoV-2 meist frühestens eine Woche nach Erkrankungsbeginn nachweisbar, in der Regel sogar erst nach 14 Tagen. Für SARS-CoV-2 liegen noch gar keine gesicherten Erkenntnisse hierzu vor“, sagte die Ärztliche Leiterin der Diagnostik im Institut für Virologie des Universitätsklinikums Freiburg.

Schnelltests könnten noch negativ, die Person aber bereits hoch infektiös sein und im PCR-Test positiv getestet werden, heißt es beim ALM weiter. Betroffene würden so in falscher Sicherheit gewogen.

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(mbr/dpa)