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So reicht das Datenvolumen beim Surfen endlich aus

Besonders Videos oder Musik aus dem Internet verbrauchen viele Daten. Es hilft, Filme per Wlan vorher herunterzuladen.

Besonders Videos oder Musik aus dem Internet verbrauchen viele Daten. Es hilft, Filme per Wlan vorher herunterzuladen.

Foto: Krakenimages.com / Shutterstock

Der Datenverbrauch wächst weiter: Jeder zweite Smartphone-Nutzer wünscht sich mehr Surfguthaben bis Monatsende. Diese Tipps helfen.

Berlin. Zum Ende des Monats bleibt das Handy häufig mal in der Tasche. Nicht etwa, weil man endlich den guten Vorsatz umsetzt, weniger Medien zu konsumieren. Sondern weil das Datenvolumen verbraucht ist: „Lieber Kunde, Sie surfen ab jetzt mit reduzierter Geschwindigkeit.“ Das kann vor allem unterwegs sehr ärgerlich sein.

Jeder Zweite gibt in einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom an, dass sein Surfvolumen nicht ausreicht. Kein Wunder: Der Datenhunger all der beliebten Apps, sozialen Netzwerke und Streamingdienste wächst Jahr für Jahr rasant: Schätzungen zufolge wird der deutsche Datenverbrauch in diesem Jahr um 30 Prozent steigen – auf insgesamt 3,5 Milliarden Gigabyte.

Wer unter zu wenig Datenvolumen leidet, kann natürlich mit einem größeren Handytarif entgegenwirken. Doch davor lohnt es sich zu überprüfen, ob es nicht ausreicht, die ein oder andere Datenkrake auf dem Mobilgerät auszuschalten.

Was frisst die meisten Daten?

Den höchsten Datenverbrauch verbuchen Online-Videos und -Musik direkt aus dem Internet. Aber auch wer regelmäßig Fotos in der Cloud speichert und automatische Updates ohne Wlan-Verbindung erlaubt, treibt seinen Datenverbrauch in die Höhe. Das Tückische daran: Häufig läuft das unbemerkt im Hintergrund.

Einen Zeitungsartikel auf dem Smartphone zu lesen oder eine Messenger-Nachricht zu verschicken, ist übrigens unproblematisch. Bei den meisten Messengern lässt sich außerdem die Option abschalten, dass Fotos und Videos automatisch runtergeladen werden.

Der erste Schritt ist daher herauszufinden, welche App die meisten Daten beansprucht: Das geht über die Handy-Einstellungen. Bei An­droid-Smartphones steht es im Menüpunkt „Datennutzung“, beim iPhone unter „mobiles Netz“. Besonders datenhungrigen Apps kann ein Riegel vorgeschoben werden, indem man ihnen die Berechtigung entzieht, das Mobilnetz zu nutzen. Die arbeiten dann nur noch im Wlan.

Für große Daten ist das Wlan da

Bei der „Foto“-App auf dem iPhone zum Beispiel macht es einen bedeutenden Unterschied, ob die Fotos sofort mit der Cloud abgeglichen werden. Oft reicht es vollkommen aus, die Fotos zu sichern, sobald das Smartphone das nächste Mal mit einem Wlan verbunden ist.

Eine Menge Daten spart es auch, Musik, Filme und Podcasts per Wlan vor dem Losgehen herunterzuladen. Die Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass der Telefonspeicher groß genug ist – mindestens 64 Gigabyte sind dann empfehlenswert. Bei den meisten Android-Smartphones lässt sich der Speicherplatz mit einer SD-Karte erweitern. Beim iPhone ist das nicht möglich.

Neue Tarife bieten mehr Surfvolumen

Hilft auch die strengste Datendiät nichts, dann muss ein neuer Tarif her. In allen drei Handynetzen sind die Surf-Flats in jüngster Zeit deutlich günstiger geworden.

Was das Datenvolumen angeht, lässt sich fast durch die Bank weg sagen: Alte Tarife sind schlechter als neue. Auch in den guten D-Netzen gibt es mittlerweile günstige Angebote. Um unter den zahllosen Tarifen den Richtigen zu finden, hilft der Handy-Tarifrechner von Finanztip.

Wer regelmäßig im Internet surft, ab und an mal ein Video online schaut und unter der Woche die ein oder andere Podcast-Folge hört, kommt in der Regel mit zwei bis drei Gigabyte im Monat aus.

Wer einen Tarif mit kurzer Vertragslaufzeit nimmt (zum Beispiel Prepaid), kann problemlos wieder wechseln, sobald der Tarif nicht mehr ausreicht – oder es anderswo deutlich günstiger geworden ist.

Selbst ein sparsamer Handytarif sollte schnelles Internet per LTE enthalten. Ohne LTE ist das Internet nicht nur langsamer, sondern das Smartphone hat vielerorts auch schlechteren Empfang. Ob das Handy im LTE-Netz eingewählt ist, steht am oberen Bildschirmrand mit LTE, LTE+ oder 4G.

Immer höhere Geschwindigkeiten

Die Netzbetreiber übertrumpfen sich mit immer größeren Temporekorden bei der Datenübertragung. In ihren LTE-Netzen überholen sie sich mit Geschwindigkeiten wie aus der Formel 1: Mit einem Maximaltempo von 300 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) und mehr können Kunden damit über die Datenautobahn rasen – zumindest theoretisch.

Im Alltagsverkehr bringen solche Maximalwerte ähnlich viel wie dem Formel-1-Flitzer sein Tempo im Berufsverkehr – rein gar nichts. Denn bei Maximalgeschwindigkeit wäre das gesamte Datenvolumen für den Monat bereits innerhalb von ein oder zwei Minuten aufgebraucht. Entscheidender ist viel eher, wie gut die Netzabdeckung ist.

Die Netzbetreiber hingegen preisen bereits den nächsten Geschwindigkeitssprung an: Mit den neuen 5G-Netzen steigt das Datentempo auf über 1000 Mbit/s. Doch die 5G-Netze sind es bislang kaum wert, dafür etwas extra zu zahlen. Nur wenige, moderne Smartphones können mit 5G überhaupt etwas anfangen, und selbst dann sind die neuen Sendeantennen noch mehr als rar gesät.

Kurzfristigen Datenhunger stillen

Wer nur mal kurzfristig über sein Datenlimit hinausschießt, muss übrigens nicht dauerhaft in eine umfangreichere Daten-Flat wechseln. Die allermeisten Tarife bieten für ein paar Euro Aufpreis zusätzliches Datenvolumen, wenn es am Ende des Monats mal knapp wird. So ein spontaner Nachschub ist aber grundsätzlich etwas teurer als das normale Datenvolumen.

So manch ein günstiger Mobilfunk-Discounter hat es daher von Anfang an auf das Zusatzvolumen abgesehen: Ist in einem Tarif eine sogenannte Datenautomatik inbegriffen, kostet es von vornherein mehr, sobald das Datenlimit überschritten wird. Es empfiehlt sich, die Datenautomatik lieber auszuschalten und bei Bedarf kontrolliert Datenvolumen nachzukaufen.

Ist schon im Vorfeld abzusehen, dass ein ungewohnt geschäftiger Monat bevorsteht, ist ein Prepaid-Tarif besonders von Vorteil: Ein Prepaid-Kunde kann flexibel in eine größere Daten-Flatrate wechseln – und danach wieder zurück. Die Redaktion von Finanztip hat ein paar geeignete Prepaid-Tarife herausgesucht.

Dieser Beitrag erscheint in einer Kooperation mit finanztip.de. Finanztip ist gemeinnützig und hilft Verbrauchern bei den täglichen Finanzentscheidungen.