Betrug

Warum man das Datum „2020“ besser nicht abkürzen sollte

Warum Sie das Jahr 2020 nicht abkürzen sollten

Das Jahr 2020 einfach "20" abkürzen? Das birgt Gefahren. Betrüger können mit der Verkürzung nämlich ihr Schindluder treiben.

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Wer das Datum aus Gewohnheit abkürzt und statt 2020 nur 20 schreibt, sollte aufpassen. Betrüger könnten die Abkürzung für sich nutzen.

Berlin. Kleiner Kniff, große Aufregung: Zumindest theoretisch droht Verbrauchern die Gefahr, Opfer von Betrügern zu werden, wenn sie in Dokumenten wie etwa Verträgen bei Datumsangaben die Jahreszahl 2020 nicht ausschreiben, sondern nur die letzten beiden Ziffern verwenden.

Das Problem: Betrüger könnten an die „20“ in der Datumsangabe eine „19“ oder „21“ anhängen, also aus dem Jahr 2020 so die Jahre 2019 oder 2021 machen. Verträge würden so rück- oder vordatiert, warnen aktuell Verbraucherschutzbehörden in den USA. Doch wie groß ist die Gefahr wirklich?

Problem mit dem abgekürzten Jahreszahlen erstmals seit 1919

Tatsächlich droht das Problem mit den abgekürzten Jahreszahlen in diesem Jahr und erstmals seit 1919. Konkret warnt der Verband der Verbraucherrechtsanwälte der USA davor, Dokumente bis zum Jahresende mit der verkürzten Jahreszahl zu datieren.

Als Begründung wird dieses Beispiel angeführt: Hat ein Verbraucher einer Zahlung ab dem 16.1.20 zugestimmt, könnte ein Betrüger den Vertrag so manipulieren, dass die Zahlungsverpflichtung ab dem 16.1.2019 besteht.

Bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen sind keine aktuellen Fälle bekannt. Zwar sei dies ein theoretisches Risiko, aber es bestehe durchaus, sagt Datenschutz-Experte Hauke Mormann. „Das Datum unter dem Schriftstück kann etwa bei einem Testament relevant werden“, so Mormann. So könne das zeitlich spätere Testament das frühere Schriftstück aufheben.

Wer Schriftstücke aus diese Weise ändert, begeht Urkundenfälschung

Zur Vorsicht bei Verträgen raten Verbraucherschutzorganisationen auch bei anderen tagtäglichen Schriftstücken: Verträgen mit Fitnessclubs, Widerrufen, Kündigungen, Gutscheinen, Mietverträgen oder aber Quittungen. Hauke Mormann: „Derjenige, der Schriftstücke auf diese Art manipuliert, begeht Urkundenfälschung. Und das ist ein Straftatbestand.“ Auch interessant: Bis wann Neujahrsgrüße gerechtfertigt sind.

Die Verbraucherzentrale Bayern rät, einen Vertrag im Zweifelsfall mit vollem Datum zu unterschreiben. Am effizientesten aber könnten Verbraucher nachträgliche Manipulationen verhindern, wenn sie auf einem Durchschlag bestehen und diesen an einem sicheren Ort verwahren. (pol)