Stiftung Warentest

Netflix und Co. im Test – Streamingdienste enttäuschen

"Dark": Das ist die erste deutsche Netflix-Serie

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Netflix, Amazon, Maxdome – Stiftung Warentest hat elf Streamingdienste getestet. Welche Plattform überzeugt mit einer großen Auswahl?

Berlin. Kaum hat man sich mühsam auf einen Film geeinigt, stellt man fest, dass es ihn bei Netflix, Amazon Prime, iTunes und Co. gar nicht gibt – und die Suche geht von vorne los. Kunden, die gezielt nach Filmen und Serien suchen, werden bei den gängigen Streaming-Anbietern tatsächlich oft enttäuscht. Das stellt die Stiftung Warentest nach einem Vergleich von elf Streamingdiensten („test“-Ausgabe 1/20) fest.

Wer nichts Bestimmtes sehen will, wird bei den Anbietern zwar meist fündig. Bekannte Filme und Serien gibt es bei Streamingdiensten hingegen zu selten, sagt Stiftung Warentest. Von 200 besonders populären Film- und Serien-Titeln stellt kein Dienst mehr als 58 zur Verfügung. Auch deshalb schneidet kein einziger der getesteten Anbieter insgesamt „gut“ ab.

Netflix schneidet am besten ab – Note 2,8

Der Weltmarktführer Netflix gewinnt in der Kategorie „Videostreaming per Abo“, vor allem aufgrund der zahlreichen selbstproduzierten Serien. Allerdings bekommt der US-amerikanische Dienst nur die Note 2,8. Auf Platz 2 landet Amazon Prime Video mit der Note 3,3. Die Qualität der Filme, die in den Abos enthalten sind, sei nicht besonders hoch. Es gelte das Prinzip: Masse statt Klasse.

Wer Filme lieber mag als Serien, wendet sich der Kategorie „Videostreaming per Einzelabruf“ zu, wo sich beliebte Filmtitel eher finden. Dort teilen sich der Amazon Shop Prime Video, der Maxdome Store und der Telekom Videoload gemeinsam den ersten Platz (Note 3,4). Apple iTunes folgt mit einer Bewertung von 3,5. Im Schnitt kostet das Leihen eines HD-Films ungefähr vier Euro.

Serie oder Film: Geschmäcker sind verschieden

Insgesamt zeigt sich ein durchwachsenes Bild der Streamingdienste. Doch die Warentester merken an, dass ihre Bewertung auf Hitlisten der beliebtesten Filme und Serien basiert. Je mehr der eigene Geschmack also vom Mainstream abweicht, desto weniger sollte man sich von den mäßigen Noten abschrecken lassen.

Die Auswahl an Film-Klassikern sei bei iTunes beispielsweise hervorragend, insgesamt konnte der Dienst dennoch nur mit „ausreichend“ bewertet werden. Auch das Sky-Repertoire erreicht keine bessere Bewertung, sei aber etwa für Fans von „Game of Thrones“ und anderen Serien des US-Senders HBO genau richtig. Streaming-Highlights gibt es im Dezember ohnehin auf fast allen Plattformen.

Für Liebhaber von Außergewöhnlichem bieten sich kleinere Streaming-Dienste an, die auf Genre- oder Arthouse-Kino spezialisiert sind. Während sich zum Beispiel La Cinetek auf Klassiker konzentriert, fokussiert sich Realeyz auf jüngeres Independent-Kino. Bei Festivalscope sind neue Filme zu sehen, die primär auf Festivals laufen und Mubi zeigt einen Mix aus Rarem und Experimentellem.

Streaming-Suchmaschinen wie Werstreamt.es oder Justwatch.com helfen bei der Auswahl des für Sie perfekten Anbieters. Damit die mühsame Suche vor dem Fernsehabend beim nächsten Mal ausbleibt. (dpa/amw)