Geldanlage

Rentenfonds oder Festgeld? Das sind die Vor- und Nachteile

Rentenfonds oder Festgeld? Was ist für Sparer besser?

Rentenfonds oder Festgeld? Was ist für Sparer besser?

Foto: Arne Immanuel Bänsch / dpa

Sparer, die auf Nummer sicher gehen wollen, können abwägen zwischen Festgeld oder Rentenfonds. Sie haben Vor- und Nachteile.

Berlin. So schnell kommen Sparer in Deutschland wohl nicht heraus aus den Zeiten niedriger Zinsen. Wer sein Geld sicher anlegen will, hat trotzdem Möglichkeiten: Für eine sichere Anlage gibt es klassischerweise zwei Varianten – Festgeld und Anleihefonds, auch Rentenfonds genannt. Doch welche der beiden Varianten ist eigentlich besser?

Die Vorteile von Rentenfonds

Bei Rentenfonds leihen sich Staaten und Unternehmen über Anleihen für eine bestimmte Zeit lang Geld und zahlen dafür einen festen Zins – wie bei einem Kredit. Die festen Zinseinnahmen werden auch Renten genannt, daher kommt der Name Rentenfonds. Diese Fonds haben also nichts zu tun mit der gesetzlichen Altersrente.

Anleihefonds können die Geldanlage insgesamt stabilisieren. Stabilisieren heißt, dass die Fonds allzu große Wertschwankungen im Depot abfedern, die bei Aktienfonds immer wieder vorkommen. Das „Abfedern“ funktioniert gut bei Aufregung am Aktienmarkt, zum Beispiel nach der Finanzkrise. Dann entwickeln sich die Kurse von Anleihen oft entgegengesetzt zu denen von Aktien: Sie steigen also tendenziell, wenn Aktienkurse sinken. Das gilt vor allem für Anleihen finanzstarker Staaten wie Deutschland, Frankreich oder Holland.

Mit ihren verlässlichen Zinszahlungen steuerten Anleihen in der Vergangenheit fürs Depot auch sichere Renditen bei.

Die Nachteile von Rentenfonds

Anleger können mit Rentenfonds auch Geld verlieren: Das ist oft der Fall, wenn die Zinsen steigen – weil die Europäische Zentralbank (EZB) das richtungsweisende Zinsniveau wieder anhebt (siehe dazu auch Infobox). Der Mechanismus: Alte Anleihen mit geringeren Zinsversprechen sind nicht mehr so gefragt und verlieren an Wert – das zieht den Wert des Rentenfonds allgemein nach unten.

Wenn die Leitzinsen sinken, ist es genau umgekehrt: Dann sind die alten Papiere mit den alten (höheren) Zinsen begehrt. Ihr Kurs steigt – und mit ihm der Wert des Rentenfonds. Das war seit Ende der 90er meistens der Fall – und trug zum guten Image der Rentenfonds bei. Seit dem Jahr 2000 etwa hat der deutsche Rentenindex Rex, der aus 30 typischen deutschen Staatsanleihen mit unterschiedlichen Laufzeiten besteht, pro Jahr etwa vier Prozent an Wert gewonnen.

Doch diese Ära ist vorbei. Denn zuletzt sind die Zinsen tatsächlich kaum noch weiter gesunken, weil sie nicht mehr weiter sinken können – Kursgewinne waren höchstens kurzzeitig mal drin. Deshalb empfiehlt Finanztip seit ein paar Jahren, eher auf Festgeld zu setzen.

Was soll ich tun, wenn ich Rentenfonds besitze?

Viele haben Rentenfonds unter ihren Anlagen, weil der Bankberater einmal Staatsanleihefonds oder Mischfonds empfohlen hat. Auch digitale Anlagehelfer, die sogenannten Robo-Advisor, mischen Rentenfonds ins Portfolio. Wer negative Erträge fürchtet und keinen Anlagehelfer hat, der die Zinssituation im Blick hat, sollte die Fonds selbst im Auge behalten. Es kann sich lohnen, jetzt auf Festgeld umzusteigen.

Alternative: Festgeld

Auf Festgeld gibt es garantiert positive Zinsen, die nicht schwanken. Das kann sich lohnen, wenn Sparer eine Bank wählen, die noch gute Zinsen zahlt. Einige der besten Angebote kommen derzeit von ausländischen Banken, die für eine zweijährige Festgeldanlage 1,2 Prozent und mehr zahlen. Der Nachteil: Anders als bei Rentenfonds können Sparer ans Festgeld nicht jederzeit ran. Außerdem müssen Sparer ein Festgeld regelmäßig verlängern. Am Ende müssen Anleger abwägen.

Wer bei seinen Fonds bleiben will, sollte auf die Kosten schauen. Für klassische Rentenfonds beträgt die jährliche Verwaltungsgebühr zwischen einem halben und einem Prozent – bei den aktuellen Minizinsen fällt das stark ins Gewicht. Deutlich weniger kostet es mit Renten-Indexfonds (Renten-ETFs) – diesen Wechsel sollten Sparer unbedingt in Erwägung ziehen.

Aktienrendite mischen mit einer stabilen Anlage

Eine gute Geldanlage zeichnet sich dadurch aus, dass Aktienrenditen – je nach Risikoempfinden – mit sicheren Erträgen kombiniert werden. Für eine Aktienrendite eignen sich kostengünstige Aktien-Indexfonds (ETFs), die den weltweiten Aktienmarkt abbilden. Finanztip-Berechnungen haben gezeigt, dass Anleger, die in der Vergangenheit beliebige 15 Jahre in einen weltweit ausgerichteten Aktien-Indexfonds investierten, niemals Geld verloren haben. Das liegt vor allem daran, dass ein solcher ETF Verlustrisiken auf viele Schultern verteilt und dadurch ausgleicht.

Finanztip empfiehlt, langfristig in einen ETF zu investieren, der den globalen Aktienmarkt abdeckt und Dividenden wieder anlegt. Infrage kommen ETFs, die die Aktienindizes MSCI World oder MSCI All Countries World nachempfinden. Wichtig: Wer Vermögen aufbauen will, sollte sein Geld einmal anlegen und dann liegen lassen. 15, besser 20 Jahre sind Pflicht.

Als stabile Komponente kommen Anleger mit gutem Fest- und auch Tagesgeld weiter. Die Rendite aber ist sehr überschaubar und unterschreitet meist die Inflationsrate. Der jährliche Zins liegt bei durchschnittlich etwa 0,2 Prozent. Zudem sollten sich Verbraucher bei Festgeldanlagen aktuell nicht länger als zwei bis drei Jahre binden. Denn die Zinsaufschläge für längere Zeiträume sind nicht besonders attraktiv. Ein kürzerer Anlagezeitraum dagegen bietet bessere Reaktionsmöglichkeiten, sollten die Zinsen doch plötzlich wieder steigen.

Dieser Beitrag erscheint in einer Kooperation mit finanztip.de. Finanztip ist gemeinnützig und hilft Verbrauchern bei den täglichen Finanzentscheidungen.