Mobilität

Ab diesem Sonntag wird die Deutsche Bahn teurer

Wie unpünktlich ist die Deutsche Bahn wirklich?

Die Deutsche Bahn gilt als chronisch unpünktlich. Wir zeigen vier Fakten rund um die Pünktlichkeit auf den deutschen Schienen.

Wie unpünktlich ist die Deutsche Bahn wirklich?

Beschreibung anzeigen

Die Deutsche Bahn ändert zum 9. Dezember den Fahrplan. Gleichzeitig werden Tickets teurer – zum Teil deutlich. Alle wichtigen Infos.

Berlin.  Die Deutsche Bahn macht den Kunden kein Weihnachtsgeschenk: Zum 2. Advent an diesem Sonntag (9.12.) ändert sich der Fahrplan. Aber nicht nur das: Im Zuge des Fahrplanwechsels zieht die Bahn die Preise an. Nun müssen Kunden vor allem fürs Zugfahren im ICE und IC tiefer in die Tasche greifen.

Mit dem neuen Fahrplan will die Bahn aber auch einige Dinge besser machen. So kommen auf vielen Strecken mehr und neue Züge zum Einsatz.

Das müssen Bahnkunden jetzt wissen:

• Wie viel mehr müssen Bahnkunden bezahlen?

Im Fernverkehr werden Fahrscheine zum vollen Preis (Flexpreis) im Durchschnitt 1,9 Prozent teurer, wie die Bahn mitteilte. Erhalten bleiben aber die sogenannten Sparpreise ab 23,90 Euro und die im August eingeführten Fahrscheine zum Supersparpreis ab 19,90 Euro. Das Preisniveau steigt nach Berechnungen der Bahn daher lediglich um 0,9 Prozent.

Im Regionalverkehr über Grenzen von Verkehrsverbünden hinweg werden Bahnfahrten im Durchschnitt 1,5 Prozent teurer.

• Wird auch die Bahncard teurer?

Die Bahncards 25 und 50 kosten so viel wie bisher, ebenso die Platzreservierung (4,50 Euro).

Die Bahncard 100, mit der häufig Geschäftsleute pauschal alle Züge ein Jahr lang nutzen dürfen, kostet allerdings mehr: in der zweiten Klasse sind das nun 4395 Euro (plus 125 Euro), in der ersten Klasse 7439 Euro (plus 214 Euro).

Wer bei der Bahnfahrt sparen will, kann bis zum 9. Dezember vergünstigte Tickets beim Discounter Lidl kaufen.

• Wen treffen die Erhöhungen besonders?

Spontanfahrer – sie zahlen oft mehr, weil sie keinen Sparpreis nutzen können. Wer sogar ohne Ticket losfährt und beim Zugbegleiter nachlöst, dem brummt die Bahn in Zukunft einen Aufschlag von 19 Euro auf – bisher waren es 12,50 Euro.

• Was verbessert sich mit dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember im Fernverkehr?

Die Deutsche Bahn baut ihr Angebot auf beliebten Routen aus:

Schnellfahrstrecke Berlin-München: Künftig werden fünf statt drei Sprinterzüge pro Tag und Richtung unterwegs sein. Außerdem fährt dort nun auch der ICE 4, die jüngste Generation des Hochgeschwindigkeitszuges.

Düsseldorf-Stuttgart: Ab Sonntag ist zwischen den Städten auch der ICE 4 unterwegs, über den Frankfurter Flughafen fahren dabei nun 14 statt bisher 11 Züge pro Tag und Richtung.

Berlin-Wien: Täglich wird nun ein ICE hin- und zurückfahren. Fahrzeit: knapp acht Stunden.

Berlin-Münster: Ab dem 9. Dezember wird auch freitags eine Direktverbindung angeboten, bisher gibt es sie nur von Montag bis Donnerstag.

Die Bahn bietet außerdem täglich drei IC-Zugpaare von Nordrhein-Westfalen oder Kassel über Erfurt und Jena bis nach Gera an.

Auf der Verbindung Nürnberg–Stuttgart–Karlsruhe setzt die Bahn die neuen Intercity-2-Züge ein, die aus Doppelstockwagen bestehen.

Dass der Ausbau der Flotte notwendig ist, hatte eine Meldung Ende November gezeigt. Das ARD-Magazin „Kontraste“ hatte damals berichtet, dass nur jeder fünfte ICE „vollständig funktionsfähig“ ist. 80 Prozent der Schnellzüge hätten mit Mängeln zu kämpfen.

• Was verbessert sich im Regionalverkehr?

Die Bahn reagiert nach eigenen Angaben auf die steigenden Fahrgastzahlen auch im Regionalverkehr. Die Kunden dürften in vielen Regionen mit mehr Fahrzeugen und somit mehr Sitzplätzen rechnen.

In Stuttgart, Hamburg und Rhein-Main werden die S-Bahnen in dichterem Takt auf die Strecke geschickt.

Bei der Berliner S-Bahn gibt es einen neuen viergleisigen Abschnitt auf der stark frequentierten Strecke zwischen Ostkreuz und Ostbahnhof. Dadurch könnten Linien verlängert und Fahrzeiten verkürzt werden, hieß es.

Der Franken-Thüringen-Express wird nach Bahn-Angaben bis nach Leipzig verlängert. Dadurch gelangten Reisende nun alle zwei Stunden zu den Städten Erlangen, Bamberg, Lichtenfels, Saalfeld und Jena in Nord- und Südrichtung. Diese Züge seien außerdem auf die jeweiligen ICE-Anschlüsse in Nürnberg, Bamberg und Leipzig abgestimmt. (sdo/jha/dpa)

© Bergedorfer Zeitung 2018 – Alle Rechte vorbehalten.