US-Präsident

Donald Trump blamiert sich mit Prahlereien über Demenztest

Bohnen-Streit: Trump posiert jetzt mit Lebensmitteln

Der Chef des US-Lebensmittelkonzerns Goya lobt Donald Trump in höchsten Tönen. Kritiker des US-Präsidenten rufen deshalb zum Boykott der Marke auf, was wiederum Trump erzürnt. Bei dem Streit geht es auch um die Stimmen der Latinos.

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Donald Trump ist überzeugt, dass seinen geistigen Fähigkeiten in Top-Zustand sind, weil er einen Demenztest erfolgreich bestanden hat.

Washington. Von einem Staatschef erwartet man gewisse Fähigkeiten: Souveränität, Diplomatie, Charisma – und selbstverständlich auch Intelligenz und das Vorhandsein kognitiver Fähigkeiten. Wie sonst soll man eine politische Karriere bestreiten und es sogar an die Spitze eines Staates schaffen?

Dass diese Fähigkeiten allerdings nicht für jeden so selbstverständlich sind, bewies jetzt der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump. Bei einem Fernsehinterview mit dem Medizin-Professor Mark K. Siegel für den Sender „Fox News“ prahlte der 74-Jährige mit den Ergebnissen eines kognitiven Tests.

Trump prahlt mit Demenztest

Womit er sich gleich auf mehreren Ebenen der Lächerlichkeit preis gab. Der Test, mit dessen Ergebnis Trump nicht zum ersten Mal prahlte, ist eigentlich für die Erfassung kognitiver Fähigkeiten von Demenzkranken gedacht. Zudem erzählte Trump im Interview mit Mark K. Siegel freimütig von den Aufgaben, die ihm gestellt wurden – und hatte dabei eine ganz eigene Einschätzung des Schwierigkeitsgrades.

Trump sollte ein Krokodil von einem Elefanten unterscheiden

„Person, Frau, Mann, Kamera, Fernsehen“ – diese Wörter habe er sich merken und dann wiederholen müssen. Zehn, 15 oder 20 Minuten später sei er dann erneut gefragt worden: „Erinnern Sie sich an die erste Frage?“ Die Fragesteller hätten ihn nach seiner Antwort mit den richtigen fünf Wörtern gelobt: „Das ist erstaunlich. Wie haben Sie das gemacht?“, zitierte der Präsident. Und fügte an, er sei eben „kognitiv einfach da“.

Bereits am vergangenen Sonntag hatte Trump in einem Interview mit dem Sender „Fox News“ mit seinen kognitiven Fähigkeiten aufgrund von Testergebnissen angegeben. Blöd nur, dass Moderator Chris Wallace den Test ebenfalls gemacht hatte. Seine Einschätzung: „Das ist nicht der schwierigste Test.“ Eine Aufgabe sei gewesen, einen Elefanten von einem Krokodil zu unterscheiden. Im Anschluss an das Interview ergoss sich Hohn und Spott über den US-Präsidenten in den sozialen Medien.

Trump zweifelt Joe Bidens geistige Fähigkeiten an

Es lässt sich vermuten, dass Trump mit dem Test-Thema eigentlich seinen Konkurrenten in der anstehenden Wahl Joe Biden attackieren will. In beiden Interviews forderte der amtierende US-Präsident Biden auf, den Test zu machen.

Trump, der Biden schon häufiger als „Sleepy Joe“ (Schläfriger Joe) bezeichnet hat, hat wiederholt versucht, Biden öffentlich als senil darzustellen. „Joe sollte den Test machen, denn da ist etwas. Es wird uns wahrscheinlich allen irgendwann passieren“, sagte Trump im Interview mit Siegel über den 77-Jahre alten Biden. Trump ist im Übrigen nur drei Jahre jünger.

Biden hatte die kognitiven Fähigkeiten Trumps seinerseits ebenfalls schon angezweifelt. Jedoch aufgrund des viel kritisierten Corona-Managements der US-Regierung.

(lhel/jas/afp/)